Stolberg: Mehr als 30 Künstler zeigen Exponate zum Thema Wildbienensterben

Stolberg : Mehr als 30 Künstler zeigen Exponate zum Thema Wildbienensterben

Zugegeben: Ganz so mannigfaltig wie der Artenreichtum der Wildbienen ist die große Kunstausstellung am Hammerberg nicht. Was allerdings nicht verwundert, da es in Deutschland rund 560 verschiedene Arten von Wildbienen gibt.

Mehr als 60 Prozent davon stehen auf der roten Liste bedrohter Arten, was wiederum dramatisch verdeutlicht, warum mehr als 30 Künstler aus der weiter gefassten Region, sich mit dem Thema Wildbienensterben beschäftigen. Das Resultat ist eine äußerst sehenswerte Gemeinschaftsausstellung in Skulpturengarten und Atelierhaus von Birgit Engelen.

Dementsprechend groß war die Resonanz bei der Ausstellungseröffnung, und die Schau lockt auch am kommenden Wochenende (siehe Infokasten) mit einer Fülle von Exponaten an den Hammerberg. Und mit enormer Vielfalt, die in mehrfacher Hinsicht begründet ist. Beginnend beim „geistigen Vorbau“, denn die Künstler gehen aus sehr unterschiedlichen Richtungen an das Thema heran, beleuchten kreativ zahlreiche Aspekte der Problematik Wildbienensterben.

Sujets sind beispielsweise der Lebensraum der Tiere, insbesondere die Möglichkeiten zu nisten und Nahrung zu finden. Freilich finden sich auch diverse Darstellungen von Wildbienen selbst bei der Kunstausstellung, und einige Künstler verknüpfen die Existenz der Wildbienen mit der des Menschen.

Berechtigter Weise, denn die bedrohten Tiere sind wichtige Bestäuber von Nutzpflanzen und damit von Nahrungsmitteln, die für die Ernährung der Menschheit sorgen. Ebenfalls eine Näherung an die Thematik des Wildbienensterbens ist es, die Formen der Bedrohung der Tiere und damit der Menschen in Kunstwerken aufzuzeigen. Überschrieben ist die Gemeinschaftsausstellung mit „Sumsimitpo“. Der Titel der Schau ist lautmalerisch an das Summen der Bienen angelehnt und kann rückwärts gelesen werden, was Optimismus ergibt und dem Tenor der Ausstellung entspricht.

Denn die Künstler wollen sensibilisieren, mahnen, aber auch optimistisch in die Zukunft sehen, weil sie gemeinsam mit den Besuchern der Kunstausstellung die Situation der Wildbienen verbessern möchten. Passend dazu liefert der Stand der Biologischen Station viele Informationen und Anregungen, wie fast jeder Einzelne zum Erhalt der Wildbienenarten beitragen kann. Künstlerisch ist der Spannungsbogen der Ausstellung höchst interessant. Die Werke sind teils ästhetisch, teils provokant, Botschaften und Denkanstöße sind teils rätselhaft verklausuliert, teils plakativ. Hinzu kommt, dass bei „Sumsimitpo“ die Bandbreite der künstlerischen Disziplinen faszinierend ist.

Malerei und Zeichnungen treffen auf Skulpturen und Installationen, Collagen, Fotokunst, Objekte, Linolschnitte, Assemblagen und sehenswerte Mischformen des künstlerischen Schaffens. Und so vielfältig die theoretischen Herangehensweisen und die daraus resultierenden handwerklichen Umsetzungen sind, so differenziert sind auch die künstlerischen Stilrichtungen, die in den Exponaten gewahr werden. So ist es kein Paradoxon, dass „Sumsimitpo“ mit dem einen zentralen Thema eine sehr abwechslungsreiche Kunstausstellung ist, die zudem mit der Qualität der gezeigten Werke zu überzeugen weiß.