Stolberg: Materiallager auf offener Straße verärgert Anwohner

Stolberg: Materiallager auf offener Straße verärgert Anwohner

In früheren Jahren war diese Strecke eine Hauptverkehrsstraße: Die Landesstraße 238 führte durch die Bleihütte und über die heutige Straße „Waldfriede“. Längst ist es hier eher ruhig geworden, und hinter dem Abzweig in die Rüst überwiegt Anliegerverkehr auf der breiten Fahrbahn.

Diesen Umstand nutzt seit langem ein Landschaftsgärtner, um sein Materiallager einfach am Rande der Straße zu lagern. Ein Anblick, der nicht nur Anliegern und Passanten missfällt, sondern auch ein Umstand der in der Dunkelheit mangels Beleuchtung für Verkehrsteilnehmer nicht ungefährlich ist.

Aus Sicht des Unternehmens ist dies ein ganz normaler Zustand, denn das Materiallager befinde sich auf Privatgelände: dem Bahndamm der Euregio-Verkehrsschienennetz GmbH für die Strecke zwischen Altstadt und Breinig. Zudem gebe es eine Genehmigung der Stadt für die Lagerung der Betriebsmittel am Straßenrand, erklärte die Firma auf Anfrage unserer Zeitung.

In der Tat gibt es zwar eine Genehmigung, bestätigte die Verwaltung auf Anfrage, aber es handelt sich lediglich um eine Ausnahmegenehmigung auf der Basis der städtischen Sondernutzungssatzung. Die regelt unter anderem die Nutzung von Straßen, Wegen und Plätzen — kurz um der öffentlichen Verkehrsfläche — bei außergewöhnlichen Anlässen. „Das Unternehmen mag zwar auch Material auf Privatgelände abgestellt haben“, erklärte die Verwaltung weiter: „Überwiegend wird aber die öffentliche Verkehrsfläche genutzt.“

Diese Sondernutzungserlaubnis dazu wurde erstmals vor etwa einem Jahr befristet erteilt; sie ist jüngst für ein weiteres Jahr verlängert worden. „Aber die Erteilunung von Ausnahmegenehmigungen kann keine Dauerlösung sein“, erklärte Verwaltungssprecher Robert Walz und nannte eine ähnliche Ausnahmegenehmigung für ein Unternehmen in Gressenich als Beispiel; dort sei mittlerweile der öffentliche Verkehrsraum wieder frei nutzbar. Das städtische Ordnungsamt werde sich als zuständige Behörde mit den Zuständen auf der Straße „Waldfriede“ jetzt aber noch einmal intensiver befassen, kündigte Walz an.

Die betroffene Firma selbst gab gegenüber unserer Zeitung an, bereits seit Jahren nach einem neuen, ausreichend großen Unternehmenssitz zu suchen, bislang aber kein ausreichend attraktives Gewerbegrundstück gefunden zu haben.

(-jül-)
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