Stolberg: Manche lassen den Aufmarsch der Rechten einfach links liegen

Stolberg: Manche lassen den Aufmarsch der Rechten einfach links liegen

„Von mir aus können Sie eine Bühne aufstellen, dann tanzen wir ein bisschen.” Die ältere Dame nimmt die Ausführungen der Polizisten gelassen zur Kenntnis, die derzeit im Innenstadtbereich Passanten und Geschäftsleute über die Beeinträchtigungen durch die Neonazi-Versammlung und Gegendemonstrationen am 8. und 9. April informieren.

Als „neuralgischen Raum” bezeichnet Polizeisprecher Paul Kemen den Bereich, der im Norden ab dem Hauptbahnhof mit der Rhenaniastraße beginnt und sich über Eisenbahn-, Münsterbach-, Eschweiler- und Europastraße bis in den Süden erstreckt. Als östlicher Ausläufer ist vor allem die Birkengangstraße von Beeinträchtigungen für Fußgänger und Straßenverkehr betroffen. „Ob Hochzeitsgesellschaft oder Krankenlieferung: Das Leben muss ja weitergehen”, sagt Kemen. „Wir können solche Veranstaltungen aber nicht am Gesetz vorbei verbieten.”

Aber zumindest sicherer machen. Rund 1000 Polizisten sollen das am 8. und 9. April gewährleisten, fast ebenso viele Bürger erreichen die Beamten mit Infozetteln im Vorfeld - seit 2008 zum vierten Mal in Folge. Die Polizei empfiehlt indes, an besagten Tagen in der Innensadt aufs Auto zu verzichten, da sonst ein Verkehrschaos droht.

Die ältere Dame dürfte auch das kalt lassen. Sie gehört zu den Kupferstädtern, die sich von dem ganzen Trubel nicht beeindrucken lassen. Sie lässt den Aufmarsch der Rechten einfach links liegen.