Stolberg: Magisterarbeit: Wie sehen die Menschen Stolberg?

Stolberg: Magisterarbeit: Wie sehen die Menschen Stolberg?

Als Susanne Kaivers Wirtschaftsgeografie, Stadtbauwesen und Stadtverkehr in Aachen studierte und ihren Kommilitonen erzählte, dass sie in Stolberg lebe, war die Antwort, die sie erhielt eher unschön. „Da kann man doch nicht leben, da stinkt es”, war eine der Aussagen, die wiederum der 27-Jährigen „gestunken” hat.

Grund genug für Kaivers, sich einmal genauer mit dem Bild der Kupferstadt zu befassen. Im Rahmen ihrer Magisterarbeit führte sie eine umfangreiche Befragung durch, die das Image der Stadt Stolberg unter die Lupe nimmt.

„An der Onlineumfrage haben etwa 1200 Menschen, die Hälfte davon sind Stolberger, teilgenommen und den rund 30 Fragen umfassenden Katalog beantwortet”, beschreibt Kaivers.

Als sehr hilfreich habe sich dabei die Unterstützung von Bürgermeister Ferdi Gatzweiler erwiesen: „Durch die Verbindung mit seinem Amt und Namen gewann die Befragung an Seriosität, und die 20 Freikarten für Stadtführungen, die die Verwaltung gestiftet hat, waren ein Anreiz, die Fragen zu beantworten”, erklärt Kaivers.

Giftiges Blei oder malerische Kupferhöfe und einzigartige Galmeiflora, Contergan-Skandal und Naziaufmärsche oder mittelalterliche Burg, historische Altstadt, Touristik und Kultur - wie nehmen die Stolberger ihre Stadt war, welches Image hat die Kupferstadt im Aachener Land bei Auswärtigen, war die Grundlage der Erhebung.

Gut zwei Monate benötigte Kaivers alleine für die Auswertung der Umfrage, und wissenschaftlich hat die Mühe sich für sie gelohnt: Für ihre 100-seitige Magisterarbeit mit dem Thema „Das Image der Stadt Stolberg - Onlinebefragung und Analyse” erhielt sie die Note 2.

Doch die Abhandlung war für sie nicht nur eine Kopfsache sondern auch eine Herzensangelegenheit, denn Kaivers ist gerne Stolbergerin. Sie ist in der Kupferstadt aufgewachsen, besuchte zunächst die Grundschule in der Bischofstraße, dann das Ritzefeld-Gymnasium. Mit ihrem Mann und dem dreijährigen Sohn lebt sie in Büsbach, ist Geschäftsführerin des 1. Akkordeon-Orchesters Breinig.

„Wichtig ist mir, auch nach vorne zu schauen und mich damit zu befassen, wie das Image der Stadt positiv beeinflusst werden kann”, betont Kaivers. Gatzweiler stimmt mit Blick auf die bevorstehende Präsentation zu: „Diese Präsentation sehe ich als eine Art Auftaktveranstaltung und hoffe, dass viele Stolberger sich konstruktiv einbringen, um zu verbessern, wie ihre Stadt wahrgenommen wird.”

In diesem Sinne wird Susanne Kaivers im Rittersaal der Burg nicht nur die Ergebnisse der Image-Umfrage erläutern; eine anschließende Diskussionsrunde soll Impulse für ein positiveres Stolberg-Bild bringen.

„Es geht darum, Ideen zu haben. Die Verantwortlichen innerhalb der Verwaltung sind sich bewusst, was machbar ist und was nicht. Sie denken in diesen Kategorien, aber dabei sollte es nicht bleiben”, meint Kaivers und regt an, den Horizont zu erweitern.

Außerdem solle langfristig und nachhaltig gedacht werden, auch in puncto Finanzen: „Natürlich entstehen durch manche Maßnahmen zunächst Kosten. Davon sollte man sich aber nicht grundsätzlich abschrecken lassen, sondern auch positive wirtschaftliche Effekte in der Zukunft betrachten.”

Ihre Umfrage und die Ergebnisse wird Susanne Kaivers am Freitag, 22. Juni, um 18 Uhr im Rittersaal der Stolberger Burg vorstellen. Dann werden auch unter den Teilnehmern an der Onlinebefragung 2 mal 10 Karten für eine Stadtführung verlost. Im Anschluss an die Präsentation werden Maßnahmen zur Image-Verbesserung der Stadt sowie Konsequenzen in einer offenen Gesprächsrunde konstruktiv diskutiert.

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