Stolberg-Zweifall: Leoni-Kerpen Werkschor: Große Klänge in kleiner Kapelle

Stolberg-Zweifall: Leoni-Kerpen Werkschor: Große Klänge in kleiner Kapelle

Aus gleich drei guten Gründen war der Leoni-Kerpen Werkschor am Samstagnachmittag in das Kloster Maria Königin gekommen. Die Herren unter der Leitung von Kurt Haller wollten natürlich in erster Linie das Publikum mit ihrem Gesang erfreuen, aber auch einen Vorgeschmack auf die offizielle Feier zum 60-jährigen Bestehen des Chors geben, die im Oktober begangen wird.

Nicht zuletzt wollte der Chor auch seine enge Verbundenheit zu den Zweifaller Karmelitinnen zum wohlklingenden Ausdruck bringen und die Schwestern an ihrem Standort musikalisch unterstützen.

Das singende Werks-Ensemble wurde seinen Ansprüchen absolut gerecht und rund 50 Zuhörer genossen das abwechslungsreiche, leidenschaftlich vorgetragene Programm, das die kleine Kapelle mit großen Klängen füllte.

Mitgestaltet wurde das Konzert mit dem Schwerpunkt auf geistlicher Musik von der Sopranistin Angela Busari und Hubert Crombach an Klavier und Orgel.

Letzterer eröffnete den musikalischen Reigen mit den „Goldberg-Variationen” 1, 2 und 9 Johann Sebastian Bachs, die höchste Schwierigkeitsgrade für den Pianisten bereithalten.

Der Werks-Chor übernahm anschließend den „Vespergesang”, eine russische Weise, um darauf das „Ave Maria” zu intonieren. Zu César Francks „Panis angelicus” in der Bearbeitung von Otto Groll begleitete Crombach nun den Chor der Männerstimmen, der mit Busaris beeindruckendem Sopran eine klangliche Symbiose der Extraklasse einzugehen vermochte.

Mit „Leise, leise, fromme Weise”, der Arie der Agathe aus Carl Maria von Webers bekannter Oper „Der Freischütz” folgte eine der solistischen Darbietungen der Sopranistin, die sich auch hingebungsvoll dem Bittgesang der Micaela aus George Bizets Oper „Carmen” widmete.

Kurt Haller dirigierte seinen Chor zum „Sanctus” und „Herr, deine Güte reicht soweit” bevor die 20 geschulten Männer-Kehlen den Altrussischen Kirchengesang „Tebje Pajom” des Komponisten Dimitri Bortniaski anstimmten.

Auf das Ende des qualitativ hochwertigen Konzerts im Kloster bereiteten „Die Nacht” und „Abendfrieden”, zwei Werke von Franz Schubert, vor, die der Leoni Werks-Chor äußerst gefühlvoll präsentierte.

Das große Finale des Nachmittags aber boten Angela Busari, Hubert Crombach und die Männer des Chors wieder gemeinsam dar: Überaus imposant begeisterten sie das Publikum mit „Dank sei dir, Herr”, dem Arioso aus Georg Friedrich Händels „Cantata con stromenti” und empfahlen damit eindrucksvoll das Konzept von Kunst und Kultur im Karmelitinnenkloster Maria Regina.