Stolberg: Leoni Kerpen beendet die Kurzarbeit

Stolberg: Leoni Kerpen beendet die Kurzarbeit

Ein neues Umsatzhoch hat die Leoni AG nach vorläufigen Berechnungen im Geschäftsjahr 2012 erzielt. Demnach hat der Konzern rund 3,8 Milliarden Euro Erlöse erwirtschaftet und damit den bisherigen Bestwert von 3,7 Milliarden Euro aus dem Vorjahr um rund drei Prozent übertroffen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Nürnberg mit.

Die positive Entwicklung des führenden Anbieters von Kabeln und Kabelsystemen macht sich auch in der Kupferstadt bemerkbar. Nachdem im Dezember und Januar das Werk am Nachtigällchen Kurzarbeit angemeldet sowie befristete Arbeitsverträge für 39 Beschäftigte nicht verlängert hatte, wird seit Monatsbeginn wieder regulär gearbeitet, erklärte Dr. Bernd Buhmann, Vizepräsident Kommunikation, auf Anfrage unserer Zeitung. Aktuell sind am Standort Stolberg 614 Mitarbeiter beschäftigt.

Ursache ist „die gute Auftragslage im Bereich Datenkommunikation“, erläuterte Dr. Buhmann. Die Geschäftslage habe sich zwar etwas entspannt, „aber wir sind in Stolberg noch längst nicht über dem Berg“. Insbesondere betroffen sie die Unternehmenseinheit für industrielle Produkte. Die Geschäfte leiden unter dem Embargo der Europäischen Union gegen den Irak.

Dieses war Mitte Oktober verschärft worden und führte zunächst dazu, dass Leoni Kerpen in erster Linie für die Petrochemie hergestellte Produkte nicht ausliefern durfte. Kerpen liefert Kabelstränge und Systemlösungen für den Auf- und Ausbau von Förderanlagen und Raffinerien an den Golf; die Verträge dazu waren Monate vor dem EU-Embargo geschlossen worden.

„Es gibt keinen neuen Sachstand“, sagte Dr. Buhmann. Die Situation für Leoni Kerpen habe sich in dem Geschäftsfeld nicht verbessert, und es sei schwierig, die Auftragslage anderenorts zu kompensieren. „Deshalb sind wir am Standort Stolberg längst noch nicht sorgenfrei, auch wenn wir die Kurzarbeit im Februar einstellen konnten“, so der Sprecher in der Nürnberger Unternehmenszentrale.

Konzernweit erreichte der Kabelspezialist mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern mit rund 236 Millionen Euro fast den Bestwert aus dem Vorjahr (235 Millionen Euro). Beim Konzernüberschuss in Hohe von 156 Millionen Euro lag Leoni gleichauf. Des Weiteren hat das Unternehmen einen Free Cashflow von mehr als 60 Millionen Euro verbucht.

Für das Geschäftsjahr 2013 erwartet die Leoni AG einen Konzernumsatz von 3,7 Milliarden Euro — auf Basis einer konservativen Prognose. Mittelfristig wird ein Umsatz von fünf Milliarden Euro für das Jahr 2016 angepeilt. „Wir untermauern diese Prognose aufgrund neu gewonnener Projekte der Bordnetz-Division“, erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Klaus Probst und verwies insbesondere auf die aufstrebenden Volkswirtschaften in Brasilien, Russland, Indien und China, den so genannten BRIC-Staaten. „Bereits für 2014 erwarten wir einen beträchtlichen Umsatzzuwachs“, so Dr. Probst.