1. Lokales
  2. Stolberg

Stolberg: Lehrer erheben schwere Vorwürfe gegen Jugendamt

Stolberg : Lehrer erheben schwere Vorwürfe gegen Jugendamt

Wenn Kinder in Stolberg von ihren Eltern vernachlässigt werden oder verwahrlosen, reagiert das Jugendamt oft zu spät - oder gar nicht. Das ist der Kern der Kritik, die Nicole Grabowski äußert. „Wir haben viel zu wenig Hilfe vom Jugendamt bekommen. Eine Zusammenarbeit war kaum möglich”, beklagt die stellvertretende Rektorin der Grundschule Donnerberg.

In mehrere Fällen von Kindeswohlgefährdung habe es trotz wiederholter Anrufe keine Reaktionen des Jugendamtes gegeben. Bestätigt wird sie auch von Irmgard Remmert. „Es gibt zwar Beispiele einer guten Zusammenarbeit, aber es hat auch häufig Fälle gegeben, in denen wir keinen Rückruf bekommen haben”, erklärt die Leiterin der Grundschule Bischofstraße.

Roland Herzig, seit Januar Leiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes der Stadt Stolberg weist die Kritik zurück. „Heute gibt es moderne Kommunikationsmittel wie E-Mail, Fax und Mailbox. Über diese sind wir gut zu erreichen.” Zudem sei das Jugendamt nicht immer der richtige Ansprechpartner.

Doch nicht nur das: „Zunächst einmal sollten die Institutionen selbst ihre Hausaufgaben machen, eine Risikoeinschätzung vornehmen und im Falle einer akuten Gefährdung des Kindes durch sexuellen Missbrauch oder Gewalt die Polizei rufen.”