Launige Vorschläge zur Lösung so manchen Problems

Hubert vom Venn und Achim Konejung : Launige Vorschläge zur Lösung so manchen Problems

„Von der südlichen Peripherie Aachens bis zur Mosel und vom Rhein bis zu den Ardennen“ soll der „Freistaat Eifel“ reichen, dessen Gründungsentwurf Eifel-Kabarettist Hubert vom Venn gemeinsam mit seinem Partner Achim Konejung ihrem amüsierten Publikum im „Bistro KulturElle“, Gressenich, präsentierten.

„Von der südlichen Peripherie Aachens bis zur Mosel und vom Rhein bis zu den Ardennen“ soll der „Freistaat Eifel“ reichen, dessen Gründungsentwurf Eifel-Kabarettist Hubert vom Venn gemeinsam mit seinem Partner Achim Konejung ihrem amüsierten Publikum im „Bistro KulturElle“, Gressenich, präsentierten. Es waren ziemlich konkrete Vorstellungen, die die beiden ihren Zuschauern mit viel Humor vermittelten.

So war die Idee von Steuern nach luxemburgischem Vorbild, kombiniert mit kulinarischen Genüssen aus Belgien und, um es den neuen Staatsbürgern nicht zu leicht zu machen, gepaart mit Umleitungen und Baustellen nach deutschem Plänen nur eine von vielen. Interessant waren auch die Planungen zum Grenzschutz nach dem „Jekarein“ (Jeder kann rein)-Prinzip, zum bedingungslosen Grundeinkommen von 8300 Euro nach dem „Maaßen-Modell“ oder zur Abschaffung von Gefängnissen zu Gunsten von Pilgerfahrten nach Banneux oder, bei schwereren Vergehen, nach Kevelaer.

Lehrer bekamen in dem launigen Programm genauso ihr Fett weg, wie die Eifeler Rentner, kritische und brandaktuelle Töne schwangen bei Bemerkungen zum Klimawandel ebenso mit wie bei denen zum Niedrigwasser des Rheins, das zur künstlichen Verknappung von Weihnachtsbäumen wie derzeit beim Benzin führen könnte. Der Beerdigungskaffee in der Eifel, auf dem manch einer mehr Spaß hat als auf der Kappensitzung in Köln, traf auf die Jahreshauptversammlung eines Eifeler Ortsvereins.

Ergänzt wurde das Programm durch die von Achim Konejung selbst komponierten Musikstücke. Da wechselten sich fetzige Songs ab mit ruhigen Chansons, der „Schmuddelblues“ traf auf den „Traktormarsch“. Perfekt! Kaum zu glauben, dass ein so humoriges Duo durch einen Zufall entstand. Vor sechs Jahren war Konejung eigentlich mit einem anderen Partner in von Venns Theater für einen Auftritt engagiert. Unglücklicherweise erkrankte der zweite Künstler kurzfristig. Da man das Publikum nicht enttäuschen wollte, entschied sich Hubert vom Venn dazu, als Ersatz einzuspringen. Nachdem das improvisierte Projekt „Voreifeler trifft Eifeler“ soviel positives Feedback hervorrief, entschlossen sich die beiden Künstler, die sich bereits seit 1980 kannten, zu einer regelmäßigen Zusammenarbeit. Traurig stimmt die Nachricht, dass das jetzige Programm „Freistaat Eifel“ das letzte dieser Art sein wird. „Nicht, dass es Unstimmigkeiten zwischen uns gibt,“ so Konejung. „Grund ist, dass die Eifel ausstirbt.“ Er meint damit, dass von 130 interessierten Spielstätten, die es 1993 noch gab, nicht einmal mehr 30 übrig geblieben sind. Zu wenig für ein Programm, das eine Vorbereitungsphase von drei Monaten erfordert. Die beiden werden jedoch auch weiter hier und da zusammen arbeiten, aber nicht mehr in dieser Form. Jeder hat eigene Ideen, die er verwirklichen möchte und für die man viel Erfolg wünschen kann.

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