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Stolberg: Landschaftsplan entsetzt die Förster

Stolberg : Landschaftsplan entsetzt die Förster

„Kollege Preckel hat absolut recht”. Das sagt einer, der nicht immer mit dem Forstoberamtsrat einer Meinung ist.

Förster Burkard Priese vom Laufenburger Wald wertet den Landschaftsplan Stolberg / Roetgen ebenso wie sein städtischer Kollege: „Das ist der Einstieg in die sozialistische Planungswirtschaft”. Ein gefährlicher Einstieg, wie Priese betont: Hunderte Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft und den kleineren und mittleren Sägewerken würden infrage gestellt.

Denn ein Ziel des Landschaftsplanes sei die so genannte Entfichtung - „die Nadelbäume sollen aus den Beständen verschwinden”, befürchtet Priese. Aber ohne Nadelbäume könne der Privatforst nicht mehr wirtschaftlich arbeiten. Ohne Nadelbäume gehe der regionale Lieferant für Bauholz und damit die Arbeit der Sägewerke verloren. Von den 570 Hektar der Laufenburg-Gesellschaft sind 550 Wald - 60 Prozent davon sind mit Nadelbäumen bewachsen.

Naturschutz für Bunker

Dabei sei der Laufenburger Privatwald ein Vorzeigeobjekt in Sachen ökologischer Bewirtschaftung und stehe bereits zum größten Teil unter Landschaftsschutz. Jetzt sollen zwei Naturschutzgebiete dort ausgewiesen werden. „An zwei ganz normalen Bachläufen, von denen es in meinem Revier viele gibt und an denen nichts außergewöhnlich Schützenswertes zu finden ist”, verweist Priese auf „perfide Gedanken”.

In einem Fall sollen 25 Hektar unter Schutz gestellt werden, nur weil der nächste Weg neben dem Bachlauf 350 Meter entfernt ist und die Kreisplaner keine andere Grenze für das Schutzgebiet finden können, ärgert sich Priese.

„Dieser Landschaftsplan ist am grünen Tisch anstatt in der Natur gemacht worden”. Im Laufenburger Wald sei jedenfalls kein Planer gewesen. Und wenn einer da gewesen wäre, so sei dies widerrechtlich geschehen, weil der Waldeigentümer nicht informiert worden ist. „Dabei sind wir immer zur Mitarbeit bereit gewesen”, hat Priese die gleichen Erfahrungen gemacht wie Kollege Preckel.

Aber bei der zwar formal erfolgten Beteiligung an Vorentwurf und Entwurf „hat der Kreis alle unsere Widersprüche und auch unsere Anregungen ohne Begründung mit einem Federstrich vom Tisch gefegt”, ist Priese stinkesauer. „Wir werden einfach vor vollendete Tatsachen gestellt”.

Im Gegenzug erlebt Priese Erstaunliches. Der Förster wollte einen alten Luftschutzbunker mit einer Stahltüre sichern, damit keine spielenden Kinder hineinkommen können. Das hat ihm der Kreis untersagt, weil der Bunker als Naturdenkmal unter Schutz gestellt werden soll. „Aber was ist an einem Bunker eine Einzelschöpfung aus der Natur?”, ist der Förster fassungslos.