KV-Praxis: Zum 1. Januar 2019 wird Eschweiler die neue Anlaufstelle

Ab Januar : Notfallpraxis am Bethlehem-Gesundheitszentrum schließt

Die Notfallpraxis am Bethlehem-Gesundheitszentrum soll zum 1. Januar 2019 schließen. Das erfuhr unsere Zeitung aus gut unterrichteten Kreisen. Am Montag soll der Beschluss der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Stolberg eingegangen sein.

Aus den Gerüchten der vergangenen Wochen scheint langsam, aber sicher Realität zu werden: Die Notfallpraxis am Bethlehem-Gesundheitszentrum soll zum 1. Januar 2019 schließen. Das erfuhr unsere Zeitung aus gut unterrichteten Kreisen. Am Montag soll der Beschluss der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Stolberg eingegangen sein. Die KV wollte dies auf Anfrage weder dementieren noch bestätigen. „Änderungen am Notdienstangebot“ in Stolberg und Eschweiler würde man Anfang der kommenden Woche offiziell bekannt geben, teilte Pressesprecher Dr. Heiko Schmitz auf Nachfrage mit. Derzeit müssten noch letzte „Detailfragen“ geklärt werden.

Mitte Oktober hörte sich das allerdings noch ganz anders an. Wann und ob über definitive Änderungen in der Notdienststruktur entschieden werden könne, stand damals laut KV nämlich noch gar nicht fest. Gleich mehrere Quellen teilten unserer Zeitung allerdings bereits zu diesem Zeitpunkt mit, dass die Schließung bereits ein „offenes Geheimnis“ sei.

Gespräch Ende November

Gespräche mit dem Bethlehem-Gesundheitszentrum über die Pläne der KV habe es bisher noch nicht gegeben, erklärte Sprecherin Heike Eisenmenger. Erst Ende November würde ein Gesprächstermin anstehen. Laut Informationen unserer Zeitung soll die Notfallpraxis für Kinder am Stolberger Standort erhalten bleiben. Erwachsene müssen die Praxen in Eschweiler, Aachen oder Würselen aufsuchen.

Mit der Schließung der Stolberger Praxis scheint es allerdings nicht getan zu sein. Auch am Standort Eschweiler soll es Veränderungen geben. Derzeit diskutiert die KV wohl darüber, das Angebot dort zu reduzieren. Anstatt zwei Ärzten soll nur noch ein Arzt Dienst tun, wie unsere Zeitung erfuhr – zumindest in der Woche. Bisher waren in der Notfallpraxis des St.-Antonius-Hospitals in Eschweiler immer zwei Mediziner. Einer kümmerte sich um die Patienten vor Ort, der andere übernahm Hausbesuche. Künftig soll ein Arzt für beide Aufgaben zuständig sein.

Praxis nicht besetzt

Heißt im Klartext: Steht ein Hausbesuch in Venwegen an, das fast 17 Kilometer und mindestens 25 Minuten vom Eschweiler Krankenhaus entfernt ist, soll die Notfallpraxis in dieser Zeit gar nicht besetzt sein. Kritiker mahnten gegenüber unserer Zeitung bereits an, dass diese Situation für Ärzte und Patienten unzumutbar wäre.

Dieser Meinung ist auch Stefan Doncks, Sprecher der Bürgerinitiative „Notfallpraxis Stolberg“. Diese hatte Anfang November verkündet, dass die Notfallpraxis zum 1. Januar schließen soll. Das wolle man sich nicht gefallen lassen, so Doncks – auch, wenn man daran vielleicht nichts ändern könne. Eine konkrete Aktion ist noch nicht geplant.

(se)