KV bestätigt Neustrukturierung des Notdienstes

Bethlehem-Gesundheitszentrum : Schließung der Notfallpraxis steht offiziell fest

Jetzt ist es offiziell: Die Notdienstpraxis am Stolberger Bethlehem-Gesundheitszentrum wird zum 1. Januar schließen. Das teilte die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein am Morgen in einer Pressemitteilung mit. Erwachsene werden künftig in Eschweiler behandelt.

In Stolberg wird eine neue zentrale kinderärztliche Notdienstpraxis ihren Betrieb aufnehmen.

Da im Bethlehem-Gesundheitszentrum künftig der kinderärztliche Notdienst angesiedelt ist, erfolgt die ambulante Versorgung erwachsener Patienten außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten ab Januar in der Notdienstpraxis am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler, teilt die KV mit. Diese Praxis ist täglich geöffnet und kann von Patienten ohne Voranmeldung aufgesucht werden. Die Öffnungszeiten lauten wie bisher montags, dienstags, donnerstags von 19 bis 7 Uhr, mittwochs und freitags von 13 bis 7 Uhr und samstags, sonntags und feiertags ganztägig von 7 bis 7 Uhr.

„Die Konzentration des Notdienstes am St.-Antonius-Hospital macht Sinn und hilft uns dabei, die Inanspruchnahme der Ärzte im Notdienst zu begrenzen. Die Dienstbelastung ist insbesondere für Nachwuchsmediziner und die zunehmende Zahl an Medizinerinnen in der Niederlassung ein wesentliches Kriterium bei der Übernahme einer Praxis in ländlichen Regionen“, sagt Dr. Lothar Nossek, Vorsitzender der KV-Kreisstelle für den Kreis Aachen.

„Wir wollen die ambulante Versorgung vor Ort zukunftsfest aufstellen und dabei vor allem unseren Patienten gerecht werden. Wir müssen aber auch dem schon heute spürbaren Mangel – vor allem an Allgemeinmedizinern – Rechnung tragen. Die Versorgung der Patienten ist auch außerhalb der Praxisöffnungszeiten gesichert – nicht zuletzt durch die gute Verkehrsanbindung zu den umliegenden Notdienstpraxen, etwa am Rhein-Maas Klinikum in Würselen oder in Simmerath“, sagt Nossek.

Pool von mehr als 20 Kinderärzten

Und wie sieht es mit den kleinen Patienten aus? Hat ein Kind akute Beschwerden, kann es künftig mittwochs und freitags zwischen 16 und 20 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen zwischen 11 und 20 Uhr die kinderärztliche Notdienstpraxis am Bethlehem-Gesundheitszentrum aufsuchen, in der mehr als 20 Kinderärzte aus der Region wechselweise arbeiten sollen. „Mit der Eröffnung der Kinder-Notdienstpraxis sichern wir die adäquate Versorgung der kleinen Patienten und setzen auch die Vorgaben des Gesetzgebers um, der bei der Notfallversorgung eine enge Kooperation zwischen den niedergelassenen Ärzten und Kliniken fordert“, wird Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, in der Pressemitteilung zitiert.

„Durch die enge Anbindung an die örtliche Kinderklinik können schwere Notfälle künftig unmittelbar dem stationären Bereich zugeführt werden, während sich die niedergelassenen Ärzte um die ambulante Versorgung kümmern. Dadurch erhalten die Kinder und Jugendlichen zügig die für sie notwendige Behandlung“, so Bergmann. Auch die Nähe zu den anderen medizinischen Fachabteilungen des Krankenhauses sei ein Vorteil für Patienten und Ärzte.

Und wie sieht es mit den Hausbesuchen aus? Laut Informationen unserer Zeitung sollte das Personal am Eschweiler Standort – zumindest in der Woche – halbiert werden und ein Arzt sowohl für Hausbesuche als auch für die Behandlung der Patienten vor Ort zuständig sein. Das dementiert die KV allerdings. „Die personelle Einschränkung für die Praxis Eschweiler können wir nicht bestätigen – im Gegenteil. Laut Organisationsplan – der formalen Grundlage des Notdienstablaufes – soll der diensthabende Arzt ab Januar sogar bei Bedarf von bis zu drei zusätzlichen Ärzten unterstützt werden können. Der zum Dienst eingeteilte Arzt kann dann die Patienten in der Notdienstpraxis versorgen, während die hinzugezogenen Mediziner die medizinisch notwendigen Hausbesuche durchführen“, teilt die KV auf Nachfrage mit.

Stefan Doncks, Sprecher der Bürgerinitiative „Notfallpraxis für die Kupferstadt erhalten“, meint derweil: „Wir werden trotzdem auf die Straße gehen. Ich habe alle Landtagsabgeordneten und den Ministerpräsident angeschrieben.“ Von ihnen und von den Bürgern erhofft Doncks sich Unterstützung. Auch die Eschweiler Bürgerinitiative werde sich mit einschalten, so Doncks weiter.