Stolberg: Kupferstadt feiert einen Tag der Einheit und der Freundschaft

Stolberg: Kupferstadt feiert einen Tag der Einheit und der Freundschaft

Es hat viele ergreifende Momente an diesem besonderen Tag gegeben, wobei der große Zapfenstreich im Fackelschein das würdige Finale der Feierlichkeiten darstellte. Spätestens als am Samstagabend die deutsche Nationalhymne und die Marseillaise erklangen, wurden die zahlreichen Anwesenden sich der Deutschen Einheit und des Europäischen Gedankens sehr emotional bewusst.

Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Stolberg sowie die städtischen Musikzüge der Feuerwehren Stolberg und Eschweiler vollendeten mit der andächtigen Zeremonie einen Tag voller Festakte, an dem in der Kupferstadt das 25-jährige Bestehen der Deutschen Einheit sowie der drei Städtepartnerschaften gefeiert wurden. Selbstverständlich mit den Freunden aus Stolberg im Harz und den französischen Partnerstädten Faches-Thumesnil und Valognes. Zum ersten Festakt hatte die Verwaltung der Kupferstadt schon für den Mittag 250 Gäste in das Museum Zinkhütter Hof eingeladen.

Das Orchester aus Faches-Thumesnil brillierte beim Empfang am Mittag und unterhielt die Gäste im Zinkhütter Hof bestens.

Mit „Bonjour“ und „Hallo“

Als die Delegation aus Valognes die Gesellschaft komplettierte, wurde sie standesgemäß empfangen — unter großem „Bonjour“ und „Hallo“ und zu den Klängen des 25-köpfigen Orchesters aus Faches-Thumesnil, das mit seinem facettenreichem Repertoire glänzte. An europäisch gemischten Tischen ließen Franzosen sowie Harzer und rheinländische Stolberger sich ein Vier-Gänge-Menü munden, bevor Vertreter der vier Städte den „Baum der Freundschaft“ an der Villa des Zinkhütter Hofs pflanzten.

Am Abend waren dann alle Stolberger in das Museum eingeladen, und viele Bürger wohnten den Feierlichkeiten bei. Die Gäste, zu denen auch zahlreiche Vertreter aus der Politik zählten, erlebten herzliche Reden der Bürgermeister, in denen gegenseitige Einladungen ausgesprochen und nach denen Geschenke ausgetauscht wurden. Der Kupferstädter Bürgermeister freute sich über Gemälde vom Rathaus in Valognes und der Landschaft um Faches-Thumesnil, ein Buch über Stolberg im Harz sowie über typische Spezialitäten der jeweiligen Regionen.

Doch nicht nur Calvados und Harzer „Feuerstein“ wechselten die Besitzer, denn die aus der Ferne Angereisten wurden ihrerseits mit Körbchen beschenkt, die neben Printen auch Ketschenburger Bier und den „Eifelwhisky“ Els enthielten. Feierlich zeichneten die Bürgermeister die jeweiligen Partnerschaftsurkunden neu, und für Gänsehaut sorgte die Combo der „Crack Field Stompers“ vom Ritzefeld-Gymnasium unter anderem mit einer gefühlvollen Interpretation der Europahymne „An die Freude“ in deutscher wie französischer Sprache.

Den Köpfen der Partnerschaftskomitees in Valognes, Faches-Thumesnil und Stolberg im Harz dankte Tim Grüttemeier für ihr Engagement, indem er ihnen große Kupfertaler verlieh, die der Stolberger Kunstschmied Adi Radermacher angefertigt hatte.

Nach dem offiziellen Teil des Abends blieb den Gästen und Gastgebern bis zum großen Zapfenstreich noch reichlich Zeit, ins Gespräch zu kommen und sich rege auszutauschen. Und das war auch gut so, denn „persönliche Kontakte zu pflegen, ist für mich das Wichtigste an der Städtepartnerschaft“, sagte etwa Reinhard Mann aus Stolberg im Harz. Der 58-Jährige beschrieb auch, was die Wiedervereinigung für ihn bedeute: „Die Einheit Deutschlands steht für Freiheit, Demokratie und Frieden in Europa.“

Die Deutsche Einheit sei für sie kein abstraktes Konstrukt, sondern werde mit der Partnerschaft der beiden „Stolbergs“ gelebt, betonten derweil Elke und Erich Hora aus dem Harz. „Die Wiedervereinigung bedeutet uns sehr viel. Ohne die Einheit hätten wir die rheinische Mentalität nicht kennengelernt, viele Freundschaften und schöne Eindrücke nicht gewonnen“, sagte Elke Hora, die mit ihrem Mann schon zum neunten Mal die Kupferstadt besuchte.

Beide waren von den Feierlichkeiten, die „ganz toll organisiert sind“, begeistert. „Wir sind wirklich sehr gerne hier, aber es ist ebenso schön, dass die rheinländischen Stolberger uns auch gerne im Harz besuchen kommen“, meinte Erich Hora.