Stolberg-Vicht: Kunstrasen auf dem Dörenberg abgesackt: Kosten rund 15.000 Euro

Stolberg-Vicht: Kunstrasen auf dem Dörenberg abgesackt: Kosten rund 15.000 Euro

Die Nachricht trübte ein wenig die Freude der Vichttaler bei ihren Weihnachtsfeiern und sorgte auch für Spielausfälle am Wochenende: Der Kunstrasenplatz ist gesperrt — zumindest zur Hälfte. Wegen Verletzungsgefahr verhängte die Stadt die Platzsperre im Einklang und in Absprache mit dem VfL, bestätigte der stellvertretende Vorsitzende Thorsten Meier gegenüber unserer Zeitung.

Anlass dazu ist das stete Absacken der erst vor vier Jahren erstellten Platzanlage, die der Verein auf dem Dörenberg am Rande des ehemaligen Abbaugebietes errichten ließ. „Der Steinbruch hat aber mit den Problemen der Kunstrasenanlage nichts zu schaffen“, betont Tobias Röhm. Der Technische Dezernent verweist auf ein Bodengutachten, das jetzt eigens zur Ursachenforschung durch den Verein in Auftrag gegeben worden ist.

Die Gründe für das umfangreiche Absacken liegen laut Gutachtern keinesfalls im Steinbruch, sondern ausschließlich in einem mangelhaft verdichteten Untergrund. Und der bestehe aus zwei Bereichen: Einerseits aus einem aufgeschütteten Bereich und andererseits aus einer 1,60 Meter dicken Tragschicht für die eigentliche Kunstrasenanlage, die von unterschiedlichen Unternehmen ausgeführt wurden. Die Situation auf dem Dörenberg ist durchaus schwierig und das wird sich noch über Wochen hinziehen.

„Bis zu zehn Zentimeter hoch ist mittlerweile der Unterschied im Niveau zwischen dem Seitenaus und der Platzmitte“, erläutert Röhm. Betroffen sei auch nur diese Hälfte des Spielfeldes. Derzeit ist diese Hälfte gesperrt, so dass die Vichttaler zumindest für das Training auf den zum Rasenplatz hin liegenden Teil des Kunstrasens zurückgreifen können. Das werden sie noch einige Zeit tun müssen, denn eine Sanierung ist angedacht für Februar — wenn es das Wetter zulässt.

Dazu müssen in den betroffenen Bereichen Granulat und Quarzsand aus dem Kunstrasen gesaugt werden. Dann können die Plastikbahnen aufgerollt werden, so dass der Unterbau frei wird. Erst dann könnten auch detaillierte Angaben gemacht werden, in welcher Schicht das Tragmaterial unzureichend verdichtet worden ist. An den Stellen, an denen beim Platzbau Belastungsproben genommen worden seien, hätten diese eine ausreichende Belastungsfähigkeit aufgewiesen, erläutert Röhm den aktuellen Informationsstand zu der nicht unerheblichen Frage, wo und bei welchem Unternehmen ein Gewährleistungsanspruch — die Garantie gilt fünf Jahre — geltend gemacht werden könne.

Anspruch auf Gewährleistung

Die Antwort auf diese Frage wird insbesondere für die Vichttaler als Bauherren der Kunstrasenanlage erhebliche Auswirkungen haben. Denn die Rechnung für die Sanierung des Kunstrasens wird erst einmal an den VfL adressiert sein.

„Es liegt ein Angebot der ausführenden Kunstrasenfirma vor“, bestätigte der Dezernent. Dieses Unternehmen sei alleine schon deshalb im Boot, weil nach der erneuten Verdichtung des Untergrundes die Kunststoffbahnen wieder unverändert ausgerollt und verklebt werden müssen, um darauf einen Gewährleistungsanspruch zu erhalten.

Immerhin wird die Sanierung des Kunstrasens auf dem Dörenberg aktuell mit einem Aufwand von rund 15.000 Euro kalkuliert.

Mit einem Zuschuss in Höhe von 250.000 Euro unterstützte die Stadt vor vier Jahren den Bau des Kunstrasenplatzes. „Ein Darlehen in Höhe von 75.000 Euro sowie 100.000 Euro Spenden und viele Tausend Stunden Arbeit in Eigenleistung mit großer Unterstützung von hiesigen Handwerkern“, so Vorsitzender Michael Frey vor zwei Jahren beim Sportforum unserer Zeitung, sicherten die Finanzierung.

Die Investitionen des 2009 gegründeten ersten Fusionsvereins in der Kupferstadt gehen über den Kunstrasenplatz hinaus: Gebaut ist ein Kunstrasen-Kleinspielfeld (das von den Absackungen nicht betroffen ist) ebenso wie das Vereinsheim „Zweifaller Hütte“ inklusive Umkleiden. Auf der Arbeitsliste des VfL steht nun noch der Bau einer Fußball-Halle.