Stolberg: Kulturverein City Starlights: Leuchtende Kinderaugen sind die Belohnung

Stolberg: Kulturverein City Starlights: Leuchtende Kinderaugen sind die Belohnung

An den Kupferstädter Weihnachtstagen hat der Stolberger Kulturverein City Starlights zahlreiche große und kleine Besucher mit seinen Weihnachtselfen unterhalten. Die Vereinsmitglieder waren unermüdlich im Dauereinsatz, gönnten sich aber nur eine kurze Verschnaufpause, bevor sie bei der Neujahrsmatinee der Stadt wieder in Aktion traten.

Mit „Oberelf“ Marcel Künstler, Vorsitzender der City Starlights, sprach Dirk Müller über das ganzjährige Engagement des Vereins.

Mit den Kupferstädter Weihnachtstagen liegt eine „Hochsaison“ hinter den City Starlights, aus deren Reihen die Kupferstädter Weihnachtselfen kommen. Wie hat sich die Beteiligung des Vereins an den Weihnachtstagen entwickelt?

Künstler: Vor acht Jahren bin ich für den damals erkrankten Nikolaus-Darsteller eingesprungen. Weil besonders die kleineren Kinder Angst vor dem Knecht Ruprecht haben, habe ich stattdessen Elfen mitgenommen, die den Nikolaus begleiten. Bald sind wir dann an der Burg sesshaft geworden — zuerst mit einer kleinen Holzhütte auf dem oberen Burghof. Parallel dazu haben wir im Kulturzentrum Frankental Weihnachtsmärchen aufgeführt.

Die Holzhütte an der Burg wurde bald größer, und die City Starlights haben die Inszenierungen der lebenden Krippe auf dem unteren Burghof übernommen. Dann konnten wir die Elfenwerkstatt im Burgturm etablieren, und ein Jahr später waren wir bei den täglichen Fensteröffnungen des Adventskalenders am historischen Rathaus dabei, gestalten seitdem dort jeden Abend das Programm mit Unterstützung von Grundschulen und anderen jungen Gruppen.

Bei den jüngsten Kupferstädter Weihnachtstagen haben die Elfen der City Starlights an 23 Tagen in Folge das Programm der Fensteröffnungen gestaltet, an fünf Wochenenden in die Elfenwerkstatt eingeladen und noch mehrere Sondershows am Kaiserplatz präsentiert. War das nicht sehr stressig?

Künstler: Ja, schon, denn sowohl mein Partner Michael Boddong, als auch ich selbst haben dabei voll in unseren Berufen gearbeitet. Das hieß meistens, von der Arbeit direkt zur Bühne. Hinzu kam das Schmuddelwetter mit Wind und Sprühregen, das höheres Erkältungsrisiko mit sich bringt als echtes Winterwetter. Dankenswerter Weise hat Roswitha Breuer vom Glühweintreff uns seit zwei Jahren eine überdachte Bühne zur Verfügung gestellt, so dass wir beim Programm nicht im Regen stehen müssen.

Warum nehmen die Weihnachtselfen der City Starlights diesen Stress auf sich?

Künstler: Weil wir jeden Tag für unseren Einsatz belohnt werden. Die leuchtenden Kinderaugen, der Applaus der Erwachsenen und die gestiegene Akzeptanz auch eher skeptischer Stolberger — das motiviert täglich aufs Neue alle bis zu 30 Akteure der City Starlights. Wobei man auch sagen muss, dass die Kupferstädter Weihnachtselfen freiwillig auf eine eigene besinnliche Vorweihnachtszeit verzichten, weniger Zeit für private Vorbereitungen und das Einkaufen von Geschenken haben. Das ist nicht selbstverständlich, und ich bin sehr stolz, Vorsitzender eines so tollen Vereins zu sein.

Wird das Engagement der Kupferstädter Weihnachtselfen von der Stadt bezahlt?

Künstler: Nein, lediglich für die Nikolaus-Auftritte und die Sondershows erhält der Verein City Starlights von der Stadt eine Aufwandsentschädigung. Diese investieren wir dann in der Regel in Kostüme, Lichterketten und Spitzohren. Die Sachen sind ja stark beansprucht und müssen immer wieder erneuert werden. Unterm Strich sind unsere Vereinsmitglieder allesamt ehrenamtlich aktiv, zumal wir für die Elfenwerkstatt und die Fensteröffnungen gar nichts bekommen.

Was genau sind eigentlich Elfen?

Künstler: Elfen sind mystische Wesen, wie sie als „Elben“ zum Beispiel auch in Tolkiens „Herr der Ringe“ vorkommen. Weihnachtselfen sind Fabelwesen, die vom Nordpol stammen und dem Weihnachtsmann helfen. Die Kupferstädter Weihnachtselfen der City Starlights gibt es nur in Stolberg, und sie wollen vor allem Kindern, aber auch Erwachsenen Freude bereiten.

Und obwohl wir im neuzeitlichen Gewand in Erscheinung treten, wollen wir auch die traditionelle mitteleuropäische Weihnacht nicht in Vergessenheit geraten lassen. Wir erklären den Kindern, wer der Heilige Nikolaus, wer das Christkind und wer der Weihnachtsmann ist. Bei unseren Shows singen wir oft auch regelmäßig traditionelle Lieder wie „Stille Nacht“, „Leise rieselt der Schnee“ oder „Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen“. Hinzu kommt die lebende Krippe, bei der wir die Geburt Jesu Christi in Szene setzen.

Die Wurzeln der City Starlights waren einst im Karneval, wo vor dem Verein eine Show- und Parodiegruppe sehr aktiv war. Sie selbst sind sogar 2014 als designierter Stolberger Karnevalsprinz getauft worden. Inthronisiert wurden Sie aber 2015 dann doch nicht...

Künstler: Stimmt, zum Stolberger Prinzen hat es bei mir nicht gereicht. Aber immerhin bin ich ja noch quasi Kupferstädter Oberelf geworden — das ist doch auch etwas. 2015 wurde dann Kurt II. Schiffer Stolberger Karnevalsprinz, und er hat seine Sache wirklich großartig gemacht. Für mich ist diese Episode lange abgeschlossen, das Thema Karneval allerdings grundsätzlich nicht.

Inwiefern ist Karneval weiterhin ein Thema für Sie?

Künstler: Dahingehend, dass vor den City Starlights zahlreiche Auftritte bei diversen Veranstaltungen liegen. Denn wir haben seit 2015 mit der KG Schwarz-Blaue Funken Aachen einen Partnerverein. Wir City Starlights hatten vorher das Problem, dass wir durch unsere vielen ganzjährigen Aktivitäten die nötige Organisation für eine Karnevalssession mit durchschnittlich 50 Auftritten nicht mehr stemmen konnten.

Und die Schwarz-Blauen Funken litten unter Nachwuchsmangel. Die Partnerschaft der beiden Vereine ist jetzt eine Win-Win-Situation: Wir bringen engagierte junge Tänzer mit, und die KG Schwarz-Blaue Funken organisiert die Sessionsauftritte und verstärkt außerhalb der fünften Jahreszeit die City Starlights.

Wie geht es nach Karneval für die City Starlights weiter?

Künstler: Wie gewohnt, sehr aktiv. In der Kupferstadt stehen viele Events über das Jahr 2018 verteilt ganz im Zeichen des 900-jährigen Bestehens der Stadt Stolberg, und unser Verein ist natürlich mit von der Partie, weil wir uns stark mit unserer Stadt identifizieren. Den Auftakt haben wir schon hinter uns gebracht, als wir bei der Neujahrsmatinee der Stadt mitgewirkt haben. Im Jubiläumsjahr wird man noch bei mehreren Veranstaltungen den City Starlights begegnen.

Zum Beispiel beim Kulturfestival „Stolberg goes History“ am zweiten Juni-Wochenende, bei der Stadtparty im September und bei der großen Stolberger Halloween-Party am Kaiserplatz und in der Altstadt. Und wenn das Jubeljahr zu Ende geht, verwandeln wir City Starlights uns dann wieder in die Weihnachtselfen, wobei wir diesmal auch an den Kupferstädter Weihnachtstagen das 900-jährige Bestehen Stolbergs thematisieren werden.

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