„Kunst gegen Bares“: Künstler zeigen Unterhaltungsprogramm in der Burg Stolberg

„Kunst gegen Bares“ : Künstler zeigen Unterhaltungsprogramm in der Burg Stolberg

„Wir waren noch nie irgendwo zu Gast, wo es so urig war,“ stellte Moderator Daniel Kus zur Begrüßung fest und meinte damit den Ballsaal der Stolberger Burg, der an diesem Abend als Kulisse für eine Bühnenshow diente, die es in Stolberg so noch nicht gegeben hatte: „Kunst für Bares“.

Das Konzept des Events ist so einfach wie speziell – an einem Veranstaltungsabend treten zwischen sechs und acht Künstler der verschiedensten Genres auf,  wobei jeder von ihnen ein Zeitfenster von zehn bis zwölf Minuten hat, um sich zu präsentieren und ein Sparschwein, das die Zuschauer am Ende der Veranstaltung „füttern“ können, um die jeweilig Leistung zu honorieren. Der Künstler, der an diesem Abend das  meiste Geld erhält, wird zum  „Kapitalistenschwein“ des Abends gekürt. „Hierbei,“ so Kus, der für seine pfiffige Moderation eigentlich selber ein Schwein hätte haben sollen, „vertrauen wir auf Euch. Daher setzten wir den Eintrittspreis für diese kulturellen Events bewusst niedrig an, um einen Spielraum für die Spenden zu gewährleisten.“

Ergänzend zu den Schweinen der einzelnen Künstler gibt es noch ein so genanntes „Solischwein“, in das man das Geld einwerfen kann, das man keinem speziellen Akteur zukommen lassen möchte. Vom Inhalt dieses Schweins erhält jeder Teilnehmer einen gleich großen Anteil als Gage.

Während „Kunst für Bares“ anderer Orts bereits mehrfach gastiert hat, war es für Stolberg die Premierenveranstaltung und Daniel Kus versprach, bevor er den ersten Künstler, Melchi (Vepouyoum), auf die Bühne rief, nicht zu viel, als er für den Abend vorhersagte „er wird bunt und schön“. Der aus Kamerun stammende Melchi zog die Zuschauer mit seinen in Französisch und seiner Muttersprache Bamoun komponierten Lieder sofort in seinen Bann. Mit sanfter Stimme und nur begleitet von seiner Gitarre, die er gleichzeitig virtuos als Percussion nutzte, und einer in Afrika oft benutzten Doppelballrassel, appellierte er in seinen Songs unter anderem an die Solidarität zwischen den Menschen.

Magie, Stand-Up-Comedy und Tanz

Ihm folgte der Mentalmagier Boo de Hoop, der mit seinen Fähigkeiten Gedanken zu entschlüsseln, für viele „Aahs“ und „Oohs“ sorgte. Als nächstes kündigte der Moderator den Stand-up Comedian Serkan Ates-Stein an, dessen fein pointierter Humor, mit dem er sich selber und seine Umgebung auf die Schippe nahm, und die Beat Box Einlage, bei der er die Drumbeats  mit Gesang kombinierte, zu überzeugen wusste.

Die farbenfrohen und glitzernden Kostüme in denen das Travestie-Duo „Dream Girls“ nach der Pause die Bühne eroberte, zauberten wahres „Las Vegas Feeling“ in die jahrhundertealten Burgmauern, bevor der indischstämmige Gewinner des RTL Comedy Grand Prix 2016, Salim Salou, mit seinem Improvisationstalent die Lachmuskeln zum Arbeiten brachte.

Die letzte Künstlerin des Abends, die Hoop Tänzerin Farina Schneider, zeigte mit ihrer schwungvollen und artistischen Darbietung, dass man mit dem guten alten Hula Hoop Reifen weit mehr machen kann als nur den Hüftschwung zu trainieren.

Die überzeugenden Leistungen aller Künstler honorierte das Publikum am Ende mit einem durchschnittlichen „Futterbeitrag“, wobei sich Melchi schließlich als „Kapitalistenschwein“ feiern lassen durfte. Dieses Event war etwas für Augen, Ohren und Lachmuskeln, und wer jetzt traurig darüber ist, die Show verpasst zu haben, der hat am 15. Juni an gleicher Stelle noch einmal die Möglichkeit dabei zu sein, wenn „Kunst gegen Bares“, zwar mit anderen Künstlern, aber dennoch ein zweites Mal in Stolberg zu Gast sein wird.

(abu)
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