1. Lokales
  2. Stolberg

Stolberg-Breinigerberg: Kühe brüllten vor Hunger: Heute geht es auf eine neue Wiese

Stolberg-Breinigerberg : Kühe brüllten vor Hunger: Heute geht es auf eine neue Wiese

Hunger und Kälte: Das ist hoffentlich jetzt vorbei für die 16 Kühe und Rinder, die zwischen Breinigerberg und Nachtigällchen ein klägliches Dasein fristeten. „Das Herz tat einem weh bei diesem Anblick: Die total abgegraste Wiese ist übersät mit Fladen, zu Fressen finden die hier nichts mehr”, sagt Willi Kaiser kopfschüttelnd.

Die Tiere müssen beigefüttert werden, „aber das passiert nur unregelmäßig, es reicht vorne und hinten nicht”, beschreibt Kaiser die Lage.

Damit nicht genug: Die Tiere hatten nichts, wo sie bei Wind und Wetter hätten Schutz finden können. Den einsturzgefährdeten „Stall” in Hanglage konnten sie wegen einer Erhöhung des Bretterbodens erst gar nicht betreten.

„Man kann Kühe im Winter draußen halten, aber sie müssen einen trockenen Stall haben”, erläutert Willi Kaiser, der durch die elterliche Viehhaltung Erfahrungen auf diesem Gebiet hat. Man dürfe das Ganze auch nicht vermenschlichen, „es sind schließlich Nutztiere”, aber ein Mindestmaß an Respekt in Form einer artgerechten Haltung müsse einfach da sein.

Seit fast vier Jahren gehe das schon so, fügt Kaiser hinzu. Auch Dieter Boshof, der die Wiese gemietet hat, kritisiert die Art und Weise, wie der Bauer mit den Tieren umgehe. „Das sind arme Tiere. Außerdem habe ich dem Bauern untersagt, sie auf die Wiese zu lassen”, behauptet er. Auch anderen Anwohnern und Spaziergängern sind die schlimmen Zustände aufgefallen.

So auch der Tierschützerin Monika Kaussen, die seit einigen Wochen das Trauerspiel beobachtet. „Die Tiere stürmten in Hoffnung auf Futter auf einen Anhänger zu, der angerollt kam”, schildert sie eine Szene am Montag. „Es gab aber nichts: Die Tiere brüllten vor Hunger. Ich habe sofort Möhren und Heu gekauft, sie haben sich förmlich darauf gestürzt.” Und: Einige Tiere seien sogar trächtig.

Dem Veterinäramt des Kreises ist seit einer Woche mit dem Problem beschäftigt, schickte den Amtstierarzt nach Breinigerberg. Wegen der rapide fallenden Temperaturen verschlechtert sich die Situation drastisch, die Tiere werden heute komplett abtransportiert”, teilte die Pressestelle am Dienstag mit. Die Tiere werden auf einer anderen Wiese untergebracht. Die Wiese grenze an einen Nadelwald, der der Herde einen natürlichen Schutz vor Regen und Sturm biete, hieß es.