Küche im Bethlehem-Gesundheitszentrum schließt zum 30. September

Geld fehlt : Küche im Bethlehem-Gesundheitszentrum schließt nach 38 Jahren

38 Jahre ist die Küche im Bethlehem-Gesundheitszentrum alt. Fast vier Jahrzehnte lang hat sie Generationen von Patienten und Mitarbeitern ihren Dienst erwiesen. Doch damit ist bald Schluss.

Zum 30. September wird die Küche des Stolberger Krankenhauses geschlossen. Zwar sei sie noch funktionstüchtig, allerdings nicht mehr in einem guten Zustand. Seit der Installation vor 38 Jahren hat sich an der Ausstattung nichts mehr verändert. Warum? „Weil kein Geld da ist“, sagt Bethlehem-Geschäftsführer Dirk Offermann.

Das Bethlehem-Gesundheitszentrum ist nach dem St.-Antonius-Hospital in Eschweiler das zweite Krankenhaus in der Region, das seine Küche zeitnah schließen wird. Mit einem Unterschied: Während in Eschweiler fast 100 Mitarbeiter von der Schließung betroffen sein sollen und fast 40 davon ihre Jobs verlieren sollen, sind in Stolberg 15 Menschen betroffen. 13 davon könne man auch weiterhin beschäftigen, allerdings in anderen Bereichen im Haus, sagt Offermann.

Bereits vor einem Jahr kam das Thema im Stolberger Krankenhaus auf. Das Bethlehem beauftragte damals einen Architekten, der darlegen sollte, welche Maßnahmen im Rahmen einer Modernisierung getroffen werden müssten und was diese kosteten. Das Ergebnis: Die gesamte Küche hätte neu gemacht werden müssen – Strom- und Wasserleitungen inklusive. Die Kosten für die Planungen lagen bei rund vier Millionen Euro. Dirk Offermann ist sich allerdings sicher, dass die tatsächlichen Kosten letztlich deutlich höher ausgefallen wären. Geld, das die Einrichtung nicht hatte und auch nicht hätte ansparen können, erklärt Offermann. Eine andere Lösung musste her. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurden die Mitarbeiter informiert. „Wir haben uns damals dazu entschlossen, dass wir die Küche schließen, allerdings erst, wenn ein alternatives Konzept vorliegt“, sagt der Geschäftsführer.

Seit rund einer Woche steht fest, dass die Küche zum 30. September schließen soll. Das Bethlehem-Gesundheitszentrum wird ab dem 1. Oktober von einem externen Anbieter beliefert und zwar im Verfahren mit dem Namen „Cook & Chill“. Dabei wird das Essen auf drei Grad runtergekühlt und so ins Bethlehem geliefert. Dort erhält es den letzten Schliff und wird fertig gegart. In einer zentralen Anlaufstelle im Haus soll ein Brückenkopfmitarbeiter vorab kontrollieren, was auf die Stationen geht. Denn auch, wenn das Essen nicht mehr vom Krankenhaus selbst zubereitet werde, so trage man doch die Verantwortung dafür, sagt Offermann.

Dabei spiele nicht nur die Qualität eine wichtige Rolle, sagt Offermann und nennt als weiteres Stichwort die Flexibilität. Der Anbieter, der das Krankenhaus beliefern soll, werde in einem Umkreis von zehn Kilometern Räume anmieten und dort eine Verteilerküche einrichten. „Diese kann auch Essen für mehrere Krankenhäuser in der Region anbieten. Ich glaube, dass das zukünftig ein Trend sein wird“, ist sich Dirk Offermann sicher.

Der Geschäftsführer ist der Meinung, dass der neue Weg auch Vorteile mit sich bringe. Bleibt die Küche geschlossen, gebe es einen Raum, der künftig anderweitig genutzt werden könne. Was damit geschehen soll, stehe derzeit allerdings noch nicht fest. Außerdem könne man künftig auf ein besseres Ausfallkonzept zurückgreifen. „Hat man eine marode Küche und es geht etwas kaputt, hat mein ein Problem“, sagt Offermann. Künftig könne man auch Essen vorhalten, um jederzeit in der Lage zu sein, dieses ausgeben zu können.

Neben den Patienten werden auch die Cafeteria – diese ist bereits seit 2009 verpachtet – sowie das Altenheim St. Lucia und die Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie vom Bethlehem-Gesundheitszentrum mit Essen beliefert. Das soll auch in Zukunft so bleiben.

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