Stolberg: Kreativität wird in den Mittelpunkt gestellt

Stolberg : Kreativität wird in den Mittelpunkt gestellt

Farben und Kreativität soweit das Auge reicht. Beim Betreten der Aula des Berufskollegs in Stolberg wissen die Besucher gar nicht, wohin sie zuerst blicken sollen: Wunderschöne Bilder an den Wänden, beeindruckende Lichtspiele auf der Leinwand und atemberaubende Schauspielkunst auf der Bühne.

Die Teilnehmer der kulturellen Werkwoche stellen in der zweieinhalbstündigen Präsentation vor, was sie in den vergangenen fünf Tagen gelernt haben - und das ist so Einiges.

„Sie haben eine Ausbildungswoche erlebt, die auf vielfältige Weise ihre Kreativität, Fantasie und Ausdrucksfreude in den Mittelpunkt ihres Unterrichts stellt”, erklärt Inga Kühl, die Organisatorin der Werkwoche, die seit elf Jahren veranstaltet wird. 180 angehende Erzieher haben - aufgeteilt in überschaubaren Gruppen - das Angebot genutzt, zwölf Workshops zu besuchen.

Geleitet wurden die Kurse von erfahrenen Sozialpädagogen und Künstlern aus der Region. Schwerpunkte wie Natur, Tanz, Kunst und Musik wurden in den Arbeitskreisen behandelt. So etwa Kalligraphie, Lichtobjekte, kreatives Nähen und Fremd- und Selbstwahrnehmung.

„Es war für alle Beteiligten ein spannendes Projekt, was inzwischen schon Tradition an unserer Schule hat”, betont Kühl. Und weiter: „Wenn wir als unterrichtende Pädagogen zwischendurch mal einen Blick in die ein oder andere Klasse werfen durften und gesehen haben, wie viel Spaß die Schüler daran haben, ist uns ganz warm ums Herz geworden.”

Warm ums Herz wird auch den Zuschauern bei der Präsentation. Die dürfen zwar nur das Schulpersonal und die Studierenden begutachten, aber der langanhaltende Applaus nach jeder Vorstellung spricht für sich. Die Vorführung des Tanzprojektes, bei dem Thomas Hoyer aus Aachen die Leitung übernommen hat, macht den Anfang. Anschließend folgt das Projekt von Kai Gusseck und seiner Gruppe. Während der Experimentalfilm abläuft, kann man eine Stecknadel fallen hören. Gespannt halten alle den Atem an. Und auch als Brigitte Averdung-Häfner nach vorne tritt, um die Präsentation der Fremd- und Selbstwahrnehmung anzukündigen, muckst sich niemand.

„Man muss dazu sagen, wir haben nie auf ein Ziel hingearbeitet. Lediglich der Prozess war uns wichtig. Auch, wenn die Bilder, die Vorführungen oder die Vorträge nicht fertig geworden sind - auf die Entwicklung kommt es an”, bemerkt Edelgard Brüggemann, die Abteilungsleitung der Sozialpädagogik.

Anhand des Gelernten sollen die Studierenden und angehenden Erzieher ihre Persönlichkeit erweitern. Dies könnten sie im späteren Berufsleben umsetzen. Kreativ sein sei das A und O im Leben, egal in welchen Situationen.