Stolberg: Kreative Auszeit: Alternative für den Kunstspaziergang

Stolberg: Kreative Auszeit: Alternative für den Kunstspaziergang

Der letzte Sonntag im August ist zu einem festen Kupferstädter Kulturtermin geworden, denn mehrere Kunst(h)orte und offene Ateliers lockten in den vergangenen Jahren in die Stolberger Alt- und Innenstadt.

Bei „Kunst auf dem Weg“ zeigten zahlreiche Künstler im Umfeld des pittoresken Ambientes der historischen Altstadt Werke aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Installation, Schmuck-, Textil- und Glasdesign, Keramik und mehr, angereichert wurde der Kunstrundgang mit Musik und Führungen. Doch in diesem Sommer findet „Kunst auf dem Weg“ nicht statt.

„Wir haben es diesmal einfach nicht geschafft“, räumt Birgit Engelen ein. Sie und ihre Mitstreiterinnen verweisen darauf, dass „Kunst auf dem Weg“ nicht kommerziell ausgerichtet ist, sondern aus rein privatem und ehrenamtlichem Engagement heraus organisiert wird. „Wenn dann Mitglieder des Planungsteams persönlich oder beruflich stark gefordert sind, muss der Einsatz für ,Kunst auf dem Weg‘ zurückstecken“, beschreibt Karin Lynen.

Und eben dies dürfe auf keinen Fall zu Last der Qualität des Kunstspaziergangs geschehen, betont Anina Marita Cujai: „Wir wollen das Niveau der Aktion unbedingt halten und ,Kunst auf dem Weg‘ daher auf keinen Fall halbherzig umsetzen.

Neue Dinge auf den Weg bringen

Die Konsequenz daraus sei eine kreative Auszeit, meint Nathalie Stercken. „So können wir uns in der Pause auch die Zeit nehmen, um neue Dinge auf den Weg zu bringen.“

Das Problem, das sich den Künstlerinnen nun stellt, ist ein recht luxuriöses: „Kunst auf dem Weg“ ist als Veranstaltung an dem immer gleichen Termin renommiert, der Stolberger Kunstspaziergang ist bekannt und beliebt bei vielen Menschen — auch aus den Nachbarstädten, der Eifel, der gesamten Euregio und darüber hinaus. „Wir möchten natürlich nicht, dass Besucher sich vergebens auf den Weg nach Stolberg machen“, ist das einhellige Anliegen der Gruppe.

So werde es zwar nicht die Aktion „Kunst auf dem Weg“ aber dennoch am letzten August-Sonntag Kunst in der Kupferstadt geben. An drei Stationen präsentieren die Künstlerinnen dabei viel mehr als „nur“ ihre eigenen Werke.

Karin Lynen öffnet ihr Atelier an der Ritzefeldstraße 27, wo die Werke, die in ihren aktuellen Malkursen entstanden sind, zu sehen sind. Besucher sind in Haus und Garten eingeladen, bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein ausgiebig Atelierluft zu schnuppern und sich mit den Exponaten sowie den Seminarteilnehmern auseinanderzusetzen.

Eine Werkausstellung mit den sehenswerten Ergebnissen ihrer Workshops „Kreatives aus Stein“ präsentiert Birgit Engelen in ihrem Atelierhaus und Skulpturengarten am Hammerberg — und die Schmiede-Ausstellung mit Werken Mark Prouse und Billi Myer, die bis zum Schmiedefest bei der Stolberger Stadtparty (12. bis 14. September) an den Wochenenden am Hammerberg zu sehen sind.

Der Kunsthandwerkerhof am Alter Markt lockt genaugenommen mit drei Stationen an einem Altstadt-Kunst(h)ort: Nathalie Stercken zeigt Malerei von Andrea Steinmann, und die Sopranistin selbst wird den Kunst-Tag mit Musik bereichern, indem sie öffentliche Gesangsproben abhält (siehe Infokasten).

Die Künstlerin Anina Marita Cujai stellt die Werke von Monika Alt und Georg Schell vor — zweier Künstler mit Down-Syndrom, mit denen Cujai bereits seit einigen Jahren in ihrem Hofatelier arbeitet. „Die Treffen mit den beiden sind für mich eine persönliche Bereicherung“, erklärt Cujai, dass Schell und Alt große Leichtigkeit und Lebensfreude vermitteln würden — sowohl persönlich als auch in ihrer Malerei.