Konzert in Stolberg: Gipsy, Rock, Punk, Swing und vieles mehr im Piano

Konzert im Piano: Gipsy, Rock, Punk, Swing und vieles mehr

Während neugierige Weihnachtsmarktbesucher von draußen in das wie gewohnt gut besuchte Piano spähten, heizte das Aachener „Schlagsaiten Quantett“ im Inneren der Altstadtkneipe dem Publikum gehörig ein.

Georg „Schorscho“ Palm (Gitarre), Holger „Django“ Remmel (Gitarre), Andreas Tassew (Bass) und Guido Breidt (Cajon) präsentierten am vergangenen Samstagabend eine bunte Kreation aus Rock, Punk, Gipsy-Swing, Latin-Pop und vielem mehr. Die Aachener Musiker fingen damals mit Heavy Metal an und tauschten vor zehn Jahren E-Gitarren gegen Akkustik-Gitarren.

„Das kann auch abgehen und außerdem haben wir so viel mehr Frauen im Publikum“, begründet Leadgitarrist Georg Palm lachend die Entscheidung. Zunächst sitzend und später stehend begeisterte das „Schlagsaiten Quantett“ mit einer ausgewogenen Mischung aus Eigenkompositionen und Traditionals.

Das erste Lied widmeten die charmanten und humorvollen Musiker Piano-Inhaber und Wirt Otto Matheis, „der wie ein Pate hier immer wieder Konzerte ermöglicht“, erklärte Holger Remmel schmunzelnd und spielte damit auf die Filmmusik aus dem Mafiafilm „Der Pate“ an, die dem Publikum präsentiert wurde. Mit „Madre Mia“ folgte die erste Eigenkomposition, die Cajon-Spieler Guido Breidt zu Ehren seiner Mutter schrieb und die stellvertretend für „alle Mütter auf dieser Welt“ gelte.


Interaktionen mit dem Publikum


Die intime und lockere Atmosphäre sorgte für zahlreiche Interaktionen zwischen Band und Publikum. Auf Zwischenrufe wie „Hey, das Lied war doch noch gar nicht fertig“, wurde schlagfertig mit „Das war ein Trick, wir wollten nur ein bisschen Zwischenapplaus einheimsen“ geantwortet, bevor es mit klassischer lateinamerikanischer Unterhaltungsmusik weiterging:

Das brasilianische „Tico-Tico no Fubá“ von Zequinha de Abreu wurde von den Musikern mit bayerischer Musik eingeführt und ging dann in einen flotten lateinamerikanischen Sound über. Als „eines der wenigen Protestlieder dieser Welt ohne Text“ stellte Remmel die Eigenkomposition „La Corrida“ vor, in der es um die umstrittenen Stierkämpfe in Spanien ging. Auf Carlos Santanas Latin-Rock-Song „Moonflower“ folgten jazzige Gipsylieder wie „Bossa Dorado“ von Dorado Schmitt und „Minor Swing“ von Django Reinhardt und Stéphane Grappelli.
Von Latinonummern zu Heavy-Metal-Liedern
Die Eigenkomposition und Latinonummer „Mojito vier“ wurde vom Publikum ebenso begeistert aufgenommen, wie das selbst geschriebene Heavy-Metal-Lied „Bang, Baby, Bang“. Außerdem brachte das Schlagsaiten-Quantett mit „Skaletto“ den auf Jamaika entstandenen Musikstil „Ska“ ins Piano und überraschte die Zuhörer mit einem Rammstein-Riff. Zu den Überraschungen des Abends gehörte auch die Darbietung von „Ungarischer Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms, bevor es mit sechs Liedern in die Zugabe ging. Unter anderem gab es das rockige „Diablo Rojo“ vom mexikanischen Gitarrenduo Rodrigo y Gabriela und den 80er-Jahre-Hit „Tainted Love“ von Soft Cell zu hören.

(mepo)
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