Stolberg: Kommentiert: Mühe, Zeit und Geld

Stolberg: Kommentiert: Mühe, Zeit und Geld

Das mit den verkaufsoffenen Sonntagen ist so eine Sache: Recht machen kann man es nie allen Seiten. Die Gewerkschaftsfunktionäre sind nicht zu beneiden.

Schließlich müssen sie die Rolle des Schwarzen Peters übernehmen und den Kommunen oft auch schlechte Nachrichten überbringen. Sie befolgen zwar „nur“ die Gesetze, aber überschreiten sie mit ihren Handlungen nicht auch ihren Kompetenzbereich? Eigentlich kümmern sich Gewerkschaften doch um bessere Arbeitsbedingungen für Angestellte.

Momentan scheint es aber so, dass nicht die Angestellten im Vordergrund stehen, sondern die Frage, welches Fest dermaßen bedeutend ist, dass es einen verkaufsoffenen Sonntag mit sich bringen darf. Ist der dann genehmigt, ist es damit aber noch nicht getan. Schließlich muss auch noch vor Ort kontrolliert werden, ob das erarbeitete Konzept aufgeht oder ob es beim nächsten Mal nicht mehr greift und es schließlich doch keinen verkaufsoffenen Sonntag mehr geben darf.

Viel Mühe, die am Ende nicht unbedingt alle Beteiligten zufrieden stellt. Warum stattet man nicht einmal den Angestellten in den Läden einen Besuch ab und fragt sie einfach direkt, ob ihnen die Arbeit an einem Sonntag etwas ausmacht. Das würde Zeit und Geld sparen. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?