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Stolberg: Kommentiert: Kleine können sich freuen

Stolberg : Kommentiert: Kleine können sich freuen

Stolberg liegt im Bundestrend. Die CDU ist auch in der Kupferstadt die Gewinnerin der Europawahl mit unterdurchschnittlichen Verlusten (-2,76), die SPD die große Verliererin mit überdurchschnittlichen Einbußen (-11,03).

Deutlich zugelegt haben die beiden kleinen Parteien. Sie legten nicht nur rund 4,5 Prozent zu, sondern brachten auch mehr Wähler an die Urnen: die Grünen 612 und die FDP 663 verbuchten Stimmen mehr als vor fünf Jahren.

Sie haben allen Grund sich zu freuen und sehen das Ergebnis auch als eine ausgezeichnete Ausgangsbasis für die Kommunalwahl. Weil der Urnengang im September nicht mit dem gestrigen zu vergleichen ist, blieben die Genossen angesichts der schallenden Wähler-Ohrfeige in Stolberg auch relativ gelassen.

Aber auch in drei Monaten werden sie vor der Frage stehen, wie stark der Bundestrend ihre Hoffnungen versalzen können wird. Viele sozialdemokratischen Wähler haben erst gar abgestimmt; 2541 Stimmen hat die SPD weniger und nur in drei Wahlbezirken noch die Nase vorne.

Das ist allerdings noch lange kein Grund für die CDU zu jubeln. Auch sie brachte weniger Wähler an die Urnen und büßte 1376 Stimmen ein. Sie wird keinen Grund haben, sich darauf ausruhen zu können, dass ihre Verluste unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Im September hat sie die Politik der letzten fünf Jahre in Stolberg zu verantworten.

Auf diesen Punkt setzen die Genossen in der Kupferstadt. Sie hoffen, dass die Unzufriedenheit der Stolberger so groß ist, dass sie auch gegen negativen Wind aus Berlin Boden gutmachen können. Von diesem Hoffnungsschimmer war am gestrigen Wahltag aber noch kein Hauch zu verspüren.