Kommandowechsel im Ausbildungszentrum der Bundesweher

Ausbildungszentrum Technik Landsysteme der Bundeswehr : Kommandowechsel im Bereich Lehre und Ausbildung

Es kommt nicht häufig vor, dass das gesamte Ausbildungszentrum Technik Landsysteme der Bundeswehr antritt. Am Donnerstagmorgen war einer dieser seltenen Momente.

Im Rahmen eines feierlichen Appells in der Donnerberg-Kaserne übergab Brigadegeneral und Kommandeur Klaus Dieter Cohrs das Kommando über den Bereich Lehre und Ausbildung von Oberst Carsten Brauner an dessen Nachfolger Oberst Frank Hartwig.

Der scheidende Diplom-Ingenieur und nun ehemalige stellvertretende Kommandeur des Ausbildungszentrums Technik Landsysteme wechselt in das Bundesministerium der Verteidigung in Bonn, wo er als Referatsleiter der Abteilung Planung tätig sein wird.

„Am 4. Juli 2016 wurde ich Ihnen ohne formale Übergabe als neuer Leiter des Bereichs Lehre und Ausbildung vorgestellt“, begrüßte Oberst Carsten Brauner zu Beginn seiner letzten Amtshandlung in der Donnerberg-Kaserne die ihm unterstellten Soldaten und zivilen Mitarbeiter sowie die zahlreichen Gäste des Appells. „Ich danke ihnen für die gezeigten Leistungen, die mir die Ausübung meines Amtes sehr erleichterten“, sparte der Diplom-Ingenieur, dessen Laufbahn bei der Bundeswehr im Jahr 1981 mit dem Eintritt in das Gebirgsinstandsetzungsbataillon 8 in Mittenwald begann, nicht mit Lob. Zumal diese Leistungen unter schwierigsten Bedingungen abgerufen würden.

„Unsere Ausstattung ist nicht ausreichend für den Bedarf der Truppe. Wir drehen fortwährend im roten Bereich“, lautete die Kritik des Offiziers, der von 1982 bis 1986 sein Maschinenbau-Studium an der Universität der Bundeswehr in Hamburg absolvierte. Dabei würden die Herausforderungen der Zukunft keinesfalls kleiner, erinnerte er an die zusätzliche Ausbildung von Offizier-Anwärtern, die im Januar 2021 in der Donnerberg-Kaserne starte.

„Wir sind unserem Führungsnachwuchs eine gute Ausbildung schuldig. Deshalb: Halten sie die Qualität der Ausbildung hoch und verfallen sie bei allen Widrigkeiten nicht in eine negative Alltagsroutine“, so die Aufforderung von Oberst Carsten Brauner an die zum Appell angetretenen Soldaten. „Verteidigen sie den guten Ruf, den das Ausbildungszentrum genießt. Ich melde mich ab“, schloss der 57-jährige seine kurze Ansprache, bevor Kommandeur Klaus Dieter Cohrs das Wort ergriff. „Ich habe heute das gesamte Ausbildungszentrum antreten lassen, um dessen Leistungen zu würdigen und zu zeigen, dass wir mehr sind als Aachen“, sprach der General die Vertreter der beiden Garnisonsstädte Eschweiler und Stolberg direkt an. Die Verantwortlichen des Ausbildungszentrums nähmen ihre Verantwortung, der Truppe einsatztaugliches Material zur Verfügung zu stellen, sehr ernst.

„Sie können stolz auf ihre Leistungen sein und dürfen dies auch zeigen. Allerdings gibt es keinen Anlass zur Selbstzufriedenheit. Die Auftragslage bleibt hoch, die Herausforderungen sind nach wie vor groß“, so Klaus Dieter Cohrs. Der Mehrbedarf an Ausbildern liege bei 40 Prozent, werde aber bis auf weiteres nicht erfüllt werden können. Die Rahmenbedingungen mit einer nicht dem Standard entsprechenden Infrastruktur seien alles andere als zufriedenstellend und Fortschritte „nicht wirklich erkennbar“

Umso höher sei das Engagement der Soldaten einzuschätzen, richtete der Kommandeur schließlich das Wort an seinen nun ehemaligen Stellvertreter. Nach insgesamt fünfeinhalb Jahren am Standort Aachen, Stolberg, Eschweiler kenne kaum jemand das Ausbildungszentrum so gut wie Oberst Carsten Brauner. In dieser Zeit habe er stets für eine zukunftsorientierte Ausbildung gekämpft. „Ihm ging es niemals darum, zum beliebtesten Vorgesetzten des Standorts ernannt zu werden, sondern immer um die Sache“, lobte der Brigadegeneral seinen Mitstreiter, um ihn kurz darauf mit der Ehrennadel in Gold des Ausbildungszentrums auszuzeichnen.

Nachfolger Oberst Frank Hartwig, dessen Werdegang bei der Bundeswehr im Jahr 1978 in der Panzerausbildungskompanie 340 in Wolfhagen seinen Anfang nahm, erfülle aber alle Voraussetzungen, das Amt des Leiters im Bereich Lehre und Ausbildung bestens auszufüllen. Der neue stellvertretende Kommandeur war zuletzt seit 2017 Chef des Stabes und stellvertretender Kommandeur des Zentrums Zivil-Militärische Zusammenarbeit in Nienburg.

(ran)
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