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Gedächtniskonzert: Klangvoll ein kulturelles Erbe antreten

Gedächtniskonzert : Klangvoll ein kulturelles Erbe antreten

Die „Eifel-Musicale“-Abschlusskonzerte finden „In Memoriam“ an Karl-Heinz Oedekoven statt. Auch die gleichnamige Kunstausstellungsreihe wird fortgeführt.

Ein 15-köpfiges Ensemble wird eine musikalische Reise von Johann Sebastian Bach bis Astor Piazzolla spielen, aber hinter den drei Abschlusskonzerten der „Eifel-Musicale“-Spielzeit steckt noch viel mehr. Vor allem das Gedenken an einen großen Stolberger Ehrenamtler, der vor zwei Jahren gestorben ist. „Karl-Heinz Oedekoven war uns Kulturschaffenden Jahrzehnte lang stark verbunden. Er war eine kulturelle Koryphäe in Stolberg und der gesamten Euregio“, beschreibt der Pianist Florian Koltun, künstlerischer Leiter der „Eifel Musicale“.

Das Klassik-Festival bietet Konzerte in der Städteregion Aachen und auch in Eupen, Gemünd und Euskirchen. Im September war die „Eifel Musicale“ im Rahmen des Stolberger Musiksommers zum ersten Mal in Vicht zu Gast. Die Abschlusskonzerte der diesjährigen Spielzeit „Vorklänge“ finden im Dezember in Aachen, Stolberg und Monschau statt (siehe Infokasten) – und stehen unter dem Motto „In Memoriam“. „So möchten wir die Erinnerung an Karl-Heinz Oedekoven pflegen und ein Stück weit auch sein kulturelles Erbe antreten“, erklärt Koltun.

Karl-Heinz Oedekoven hat in seiner langen ehrenamtlichen Laufbahn zahlreiche Konzerte organisiert. Dazu zählten Benefizkonzerte „Gemeinsam gegen Kälte“ mit dem Ende Juli gestorbenen Cellisten Thomas Beckmann. Auch das Stolberger Klassik-Festival hat Karl-Heinz Oedekoven aus der Taufe gehoben, der ebenfalls in Sachen bildende Kunst sehr aktiv war. Er war einer der Begründer der Kunstausfahrt „Art Tour de Stolberg“, kuratierte unter anderem mit seiner Frau Christa Oedekoven zeitweise die städtische Artibus-Ausstellungsreihe und die Ausstellungen in der „Steinweg-Galerie“.

Die ersten sieben Jahre seines Lebens ist er in der alten Direktionsvilla des Museumsquartiers Zinkhütter Hof aufgewachsen. Eben dort etablierte er die Kunstreihe „In Memoriam“, deren Ausstellungen überregional beachtet wurden und bei den Eröffnungen bis zu 200 Besucher anzogen. Diese Reihe soll nun von Christa Oedekoven und dem Aachener Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke fortgesetzt werden. „Wir planen ein bis zwei Ausstellungen im Jahr im Haupthaus des Museums Zinkhütter Hof und hoffen im Februar 2023 zur nächsten ,In-Memoriam'-Ausstellung einladen zu können“, sagt Christa Oedekoven.

Ein Grund mehr dafür, dass auch die Abschlusskonzerte der „Eifel Musicale“ unter dem Motto „In Memoriam“ stehen, erläutert Kulturmanager Max Krieger: „Wir wollen einerseits an Karl-Heinz Oedekoven und sein großartiges kulturelles Wirken erinnern und andererseits in Stolberg, Aachen und Monschau darauf aufmerksam machen, dass die Kunstreihe ,In Memoriam' im Zinkhütter Hof weitergeht.“

Dementsprechend würden sowohl im Stolberger Museum Zinkhütter Hof, als auch in der Salvatorkirche in Aachen und in der evangelischen Stadtkirche in Monschau bei den „In-Memoriam“-Konzerten auch einige Kunstwerke zu sehen sein.

Spielen wird das „Euregio Chamber Orchestra“. Das Nachwuchsorchester besteht aus Absolventen und Studierenden der Musikhochschulen in Nordrhein-Westfalen – darunter mehrere Preisträger internationaler Musikwettbewerbe. Dirigiert werden die Konzerte von Alfredo Oyáguez Montero, der auch als Solist Piano spielt. Der „exemplarische Geiger des 21. Jahrhunderts“ genannte Gilles Apap ergänzt als weiterer Solist das Ensemble der drei „In-Memoriam“-Konzerte beim Finale der „Eifel Musicale“ 2022.

„Die Konzerte stehen auch für den kulturellen Wiederaufbau nach der Coronavirus-Pandemie und der Hochwasserkatastrophe“, meint Florian Koltun und ergänzt: Ein weiterer Aspekt ist die kulturelle Teilhabe.“ Statt Eintrittspreise aufzurufen, bitten die Macher um freiwillige Spenden, und für Senioren bieten sie einen besonderen Service: „Seniorenzentren können uns per E-Mail oder Telefon kontaktieren und Bewohner zu den Konzerten anmelden. Die Senioren werden dann kostenlos zu den Konzerten hin- und wieder zurückgefahren“, führt Koltun aus.