Stolberg: Kita-Platz: Anmeldung bald von zu Hause aus möglich

Stolberg: Kita-Platz: Anmeldung bald von zu Hause aus möglich

Wer sein Kind in der Kindertagesstätte anmelden möchte, könnte dies — zumindest im ersten Schritt — schon bald von zu Hause aus tun. Das soll nicht nur den Eltern das Anmeldeverfahren erleichtern.

Bisher mussten sie nämlich ihr Kind vor Ort in der Kita oder beim Jugendamt anmelden. Die bisherige Praxis führte auch dazu, dass zahlreiche Eltern gleich in mehreren Einrichtungen vorstellig wurden, um ihrem Nachwuchs einen Platz zu sichern. Die Folge: Mehrfachanmeldungen und teilweise auch mehrere Zusagen.

Die wiederum führten dazu, dass sich das Anmeldeverfahren in die Länge zog. Schließlich konnte dieses erst weitergehen, sobald klar war, welche Plätze belegt und welche Plätze noch frei waren. „Es ist immer gut gelaufen, war aber auch ein enormer Aufwand“, sagt Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger.

Persönlicher Kontakt nötig

Ein Software-Programm soll bald schon Abhilfe schaffen und Eltern, Kitas, Träger und das Jugendamt entlasten. Von zu Hause aus sollen Eltern sich über die Einrichtungen in der Kupferstadt informieren und schließlich ihre Wünsche angeben können. So sollen Mehrfachmeldungen vermieden und die Planungen für das Jugendamt vereinfacht werden.

Der persönliche Kontakt sei jedoch weiterhin nötig. Wird dem Nachwuchs nämlich ein Platz zugeteilt, müssen die Eltern dann auch in der Kita vorstellig werden. „Der persönliche Kontakt soll weiterhin aufrechterhalten werden“, sagt Robert Voigtsberger. Wer keinen Computer besitzt, kann sein Kind weiterhin direkt in der Kita oder beim Jugendamt anmelden. Zudem soll es künftig im Familienbüro in der Rathausstraße einen Terminal geben, an dem eine Anmeldung möglich sein soll. „Wir wollen die Eltern mit dem Programm natürlich nicht alleine lassen“, so Voigtsberger.

Wichtig sei, dass das neue Programm eine Schnittstelle zu den bereits vorhandenen Programmen in den Einrichtungen und der Verwaltung bilde, erklären Jugendamtsleiter Willi Seyffarth und sein Stellvertreter Josef Offergeld. Damit beispielsweise die Abrechnungssoftware gekoppelt werden könne. Außerdem bestehe für das Jugendamt die Möglichkeit, auf „Knopfdruck“ in den einzelnen Sozialräumen nachzuschauen, in welcher Einrichtung es noch freie Plätze gibt und in welcher nicht, wie Seyffarth und Offergeld erklären. „Das System funktioniert allerdings nur, wenn auch alle Seiten an einem Strang ziehen“, sagt Voigtsberger.

Positive Signale

Vorab habe es bereits Gespräche mit den verschiedenen Trägern der Einrichtungen gegeben, die allesamt positive Signale für das softwarebasierte Anmeldeverfahren gegeben haben. Voigtsberger betont, dass mit der Einführung des Programms keine Bevormundung der Träger einhergehe. „Die Träger haben nach wie vor die Möglichkeit, selbst über die Aufnahme zu entscheiden“, so der Beigeordnete. Das Ziel der Verwaltung: Im Sommer 2018 sollen die ersten Anmeldungen möglich sein. „Uns ist wichtig, dass das Programm auch läuft, wenn es an den Start geht“, sagt Willi Seyffarth.

Vorab gebe es allerdings noch viel zu tun. Alle Mitarbeiter, die mit dem Programm arbeiten, müssen schließlich geschult werden. Voigtsberger, Seyffarth und Offergeld blicken dem neuen Verfahren positiv entgegen. „Es ist ein zeitgemäßes und bedienungsfreundliches Programm, das für alle Beteiligten von Vorteil sein wird“, sagt Voigtsberger. Im Bau- und Vergabeausschuss (BVA), der Mitte Oktober tagte, wurde die letzte Entscheidung getroffen, bevor die Testphase schließlich starten kann. Die Mitglieder entschieden darüber, mit welchem Programm in Zukunft gearbeitet werden soll.

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