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Stolberg: Kita Franziskusstraße: Belastungsgrenze erreicht

Stolberg : Kita Franziskusstraße: Belastungsgrenze erreicht

Die Kindertagesstätte an der Franzskusstraße wird ausgebaut: Auf diese frohe Nachricht haben die Mitarbeiterinnen der städtischen Einrichtung schon seit mehreren Jahren gewartet - und werden dies wohl auch in absehbarer Zukunft weiter tun müssen. Eine Zusage, dass endlich mit der dringend erforderlichen Erweiterung begonnen werden kann, ist weiterhin nicht in Sicht.

Auch wenn aus dem Rathaus am Montag das Bekenntnis zu vernehmen war, dass die Bemühungen um eine Bezuschussung der mit rund einer Million Euro veranschlagten Baumaßnahme durch das Land nochmals forciert werden sollen. 500.000 Euro sind im städtischen Haushalt für den Bau von mindestens zwei neuen Gruppenräumen und einer erweiterten Mehrzweckhalle vorgesehen, ebenfalls 500.000 Euro sollte nach bisherigen Plänen aus Düsseldorf hinzukommen.

Dort aber scheut man sich offensichtlich, verfrühte Zusagen zu erteilen und fordert stattdessen - was in einem solchen Verfahren durchaus üblich ist - einen schriftlichen und mit Planungsunterlagen versehenen Antrag ein. „In zwei bis drei Wochen schicken wir den Antrag los”, versicherte Ferdi Gatzweiler auf Anfrage. Dass die Zeit drängt, räumt auch der Bürgermeister ein, schließlich ist die Platznot in der Franzisskusstraße ein seit Jahren bekanntes und in der Politik diskutiertes Übel. „Wir werden sicherlich nicht noch fünf Jahre warten können”, stellt Gatzweiler mit Blick auf die Tatsache fest, dass jüngst erst Förderbescheide in Düsseldorf eingetütet worden sind, die sich auf Anträge aus dem Jahr 2001 beziehen.

Stattdessen soll nach Alternativen gesucht werden. Zwei Modelle kommen vorrangig in Frage: Sollte das Land signalisieren, dass Zuschüsse fließen werden, könnte die Stadt die Maßnahme über den eigenen anteil hinaus vorfinanzieren. Bei einem absehbar negativen Bescheid hingegen sollen nach Aussage des Bürgermeisters neue Planungen aufgenommen werden, „die den städtischen Anteil von 500.000 Euro als Höchstgrenze für die Gesamtmaßnahme zugrunde legen”.

Nicht die Höchst-, wohl aber die Belastungsgrenze ist unterdessen bei den Mitarbeiterinnen der Kita Franziskusstraße erreicht. „Wir können der Situation in unserem Stadtteil nicht mehr gerecht werden, und das hat sicherlich nicht nur mit der anstehenden Zertifizierung als Familienzentrum zu tun”, nimmt Kita-Leitein Christa Haupts Bezug auf die Ausführungen von Jugendamtsleiter Willi Seyffarth, der im Jugendhilfeausschuss davon berichtet hatte, „dass die Kolleginnen auf dem Zahnfleisch gehen”. Schwer wie die offensichtliche Überlastung des Personals wiegt auch die lange Warteliste von Kindern, die nicht aufgenommen werden können.

Mittlerweile sind fast 45 Namen aufgeführt - zum Teil auch von zweijährigen Kindern, die aufgrund ihres familiären oder sozialen Umfeldes dringend aufgenommen werden müssten. Außerdem weicht die Zahl der mit erhöhtem Förderbedarf anerkannten Kinder dem vernehmen nach deutlich von den tatsächlichen Notwendigkeiten in der täglichen Arbeit ab.

Christa Haupts wollte sich zu diesen Themen am Montag nicht äußern. Hinter vorgehaltener Hand wird aber mittlerweile nicht nur an der Franziskusstraße massiv kritisiert, dass sich die Stadt bei den Kindern unter drei Jahren lediglich auf die Vergabe von frei werdenden Plätzen in den Außenbezirken beschränke und auf den enormen Bedarf in der Innenstadt nicht reagiere. Außerdem werde die Zahl der integrativen Gruppen nicht dem erhöhten Förderbedarf angepasst.