Stolberg-Breinigerberg: Kita-Betreuung soll langfristig gesichert werden

Stolberg-Breinigerberg: Kita-Betreuung soll langfristig gesichert werden

Mit dieser Verspätung kann Josef Offergeld gut leben, und das gleich aus zwei Gründen: „Die Kinder sind ja am Tomborn weiterhin gut untergebracht. Und wenn hier alles fertig ist, werden sie in eine Kita umziehen können, die den modernsten Anforderungen entspricht.”

Besagte Kita war einstmals eine Schule und diente in den vergangen Jahren in erster Linie als Jugendtreff. Das „Remember” wird es auch in Zukunft geben, doch ein wesentlicher Teil des Gebäudes wird derzeit zur Kindertagesstätte umgebaut.

Eine Gruppe soll dort ihre neue Heimat finden. „Und damit erreichen wir unser ambitioniertes Ziel, den Menschen auch im Stadtteil Breinigerberg langfristig ein wohnortnahes Angebot an Kita-Plätzen bieten zu können”, sagt der städtische Jugendpfleger.

Offergeld spricht von einer „goldenen Lösung” und spielt damit auf das Gesamtkonzept an, dass die Stadt gemeinsam mit der Pfarre St. Barbara für den Sozialraum Breinig/Breinigerberg erstellt hat.

Denn nur weil der katholische Träger seine Einrichtung in der Neustraße um eine Gruppe erweitert und zudem die städtischen Einrichtung in der Bertholdstraße und Corneliastraße ihre Kapazitäten aufstocken, kann der Gesamtbedarf in dem Stadtteil gedeckt werden, obwohl es in Breinigerberg nur noch eine Gruppe statt bis dato zwei Gruppen geben wird.

Ein wesentlicher Grund für die verschobene Eröffnung, die ursprünglich für Anfang September geplant war und und nun voraussichtlich Ende November stattfinden wird, ist die bauliche Konstitution der ehemaligen Schule.

„Die tragenden Mauern liegen zum Teil nicht exakt übereinander”, weiß Fachbereichsleiter Willi Seyffarth von seinen Kollegen des Hochbauamtes, für deren Arbeit er viel Lob spendet. Deshalb musste ein Stahlträger eingezogen werden, ehe die Zwischenwände gebaut werden konnten.

Das Raumkonzept entspricht nicht nur den aktuellen Anforderung des Landesjugendamtes. Vielmehr nutzt die Stadt die üppigen Platzverhältnisse und die Neukonzeption des Gebäudes zu einer optimalen Gestaltung.

„Hier sind einige Dinge möglich, die nicht machbar sind, wenn im Bestand umgebaut wird”, freut sich Josef Offergeld. So wird es beispielsweise im Eingangsbereich eine Abstellfläche für Kinderwagen geben.

Außerdem gehört zu der neuen Kita ein Multifunktionsraum, der in erster Linie für die Angebote des Familienzentrums vorgesehen ist, dank eines Zugangs zum Jugendcafé aber auch bei Veranstaltungen des ”Remember” genutzt werden kann. Ein Raum zur Differenzierung dient vor allem der Bewegung, bei Bedarf können sich die Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren dort zur Mittagszeit aber auch ausruhen oder schlafen.

Sanitärbereich, Wickelraum, Gruppenraum, Gruppennebenraum, Küche und Büro komplettieren die räumliche Ausstattung der Kita, die auch über einen ansprechenden Außenbereich verfügen wird.

Die Wiese hinter und neben dem Gebäude wird noch hergerichtet, zudem soll ein Teil des Schulhofes durch Pflanzen abgetrennt und der Asphalt farbig gestaltet werden. Insgesamt investiert die Stadt rund 300.000 Euro in die Einrichtung, 108.000 Euro davon trägt das Land als Zuschuss, weil die Maßnahme als Neubau anerkannt wird.

Mit dessen Bezug endet die Kita-Geschichte am Tomborn. Spätestens zum 30. Juni 2012 muss die Stadt das von ihr gepachtete Grundstück in seinem ursprünglichen Zustand an die Eigentümer übergeben. Bis dahin wird die alte, stark sanierungsbedürftige Kita am Tomborn abgerissen sein.

Auf dem Weg zum Jahr 2013, ab dem der Gesetzgeber jedem Kind auch unter drei Jahren einen Betreuungsplatz garantiert, wird die Stadt Stolberg dann wieder einen wichtigen Schritt gemacht haben. Das sieht Willi Seyffarth auch als einen kollektiven Erfolg an.

„Alle Träger, außer einem Elternverein, haben sich in Stolberg am Ausbau der U 3-Betreuung beteiligt”, unterstreicht der Fachbereichsleiter. „Und von den 31 Kindertagesstätten im Stadtgebiet bieten 28 eine Betreuung für unter Dreijährige an.”

Sorge, dass die bei den Berechnungen angesetzte U 3-Quote von 35 Prozent am Ende nicht ausreichen könnte, haben Seyffarth und sein Kollege Josef Offergeld nicht. „Wenn die Nachfrage größer sein sollte, werden wir relativ einfach noch 30 bis 40 Plätze in der Tagespflege schaffen können.”

Für ein Problem gibt es indes noch keine Lösung: „Wir sind weiterhin auf der Suche nach einem geeigneten Standort auf dem Donnerberg”, räumt Willi Seyffarth ein.

Gefunden werden muss allerdings nicht nur ein Grundstück, sondern auch ein Träger, der den Bau der zusätzlichen Einrichtung abwickelt und diese dann führt. Auch hier geht es um eine „goldene Lösung”.

Denn aufgrund ihrer finanziellen Lage will die Stadt bei dem Projekt außen vor bleiben.