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Kirchenvorstandswahlen in Stolberg

Kirchenvorstandswahlen : Ohne Werbung geht es auch hier nicht

Am Sonntag wird gewählt. Es fällt allerdings nicht nur die Entscheidung, wer Städteregionsrat wird. Auch in den Kirchen schreitet man zur Wahlurne. Das Problem: Für die Kirchenvorstandswahlen mussten erst einmal Kandidaten gefunden werden.

Was in der Politik kein Problem ist, hat in den vergangen Wochen bei den engagierten Katholiken der Kupferstadt mit allen zugehörigen Orten für Kopfzerbrechen gesorgt: Fast mit der Lupe mussten die Vertreter der Pfarren nach Kandidaten für die Kirchenvorstandswahlen am Wochenende suchen. Nach der Vorabend- und der Sonntagsmesse sind alle Gläubigen ab 18 Jahren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben – ein Appell, der in den vergangen Jahren nur selten auf offene Ohren stieß.

Der Kirchenvorstand setzt sich aus dem Pfarrer und gewählten Laien zusammen, es kann darüber hinaus auch ein weiterer Geistlicher Mitglied sein. Die Anzahl der gewählten Laien hängt dabei von der Gemeindegröße ab und reicht von sechs bis 16. „Alle drei Jahre scheidet die Hälfte der gewählten Mitglieder aus und wird durch Neuwahl ersetzt; eine Wiederwahl ist dabei möglich“, erläutert Georg Hötte, Mitglied des Wahlausschusses und Rechtsanwalt. Zur Wahl stehen im gesamten Bistum Aachen, zu dem auch Stolberg gehört, insgesamt 1270 Kirchenvorstandsämter. Das Gremium regelt vor allem Bau- und finanzielle Angelegenheiten der Gemeinden und zugehöriger Institutionen wie zum Beispiel Kindergärten oder Büchereien.

Die Abstimmung selbst findet ähnlich den Urnengängen auf lokaler, regionaler oder Bundesebene statt, indem die Stimmberechtigten ein Wahllokal aufsuchen. Für den Bereich der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Stolberg-Nord, zu der unter anderem auch die Gemeinden in Atsch und Velau gehören, ist das die Kirche St. Mariä Himmelfahrt an der Salmstraße. Hier können Katholiken am Sonntag zwischen 9.45 und 13 sowie 18 und 20 Uhr über ihre Vertreter entscheiden. Wahlberechtigt sind dabei alle Frauen und Männer entsprechenden Bekenntnisses, die am Tag X 18 Jahre oder älter sind und seit einem Jahr oder länger im Pfarrgebiet wohnen.

Wer warum zur Wahl geht? Da müssen die Organisatoren der Wahl in Stolberg-Nord mit den Schultern zucken: „Da es eine geheime Wahl ist, können keine spezifischen Einschätzungen der Wähler erfolgen. Andererseits ist zu berücksichtigen, dass die Stimmabgabe vor und nach den Messen erfolgt.“ Eine Vermutung gibt es nichtsdestotrotz: „Es ist davon auszugehen, dass eher diejenigen von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen, die auch mit dem Leben der Pfarrgemeinde verbunden sind, zumindest indem sie (mehr oder weniger) regelmäßig die Gottesdienste besuchen.“ Ganz ohne Wahlwerbung kommen dabei die Katholiken der Kupferstadt nicht aus – allerdings fällt die bei ihnen deutlich anders als bei den „weltlichen“ Abstimmungen aus: „Wahlwerbung erfolgte in den Vermeldungen im Gottesdienst, durch Aushänge und durch die Homepage der Pfarre“, gibt Georg Hötte zu Protokoll.

Geistliche beider Gemeinschaften hatten ihren Aufruf an die Gläubigen in den jeweiligen Pfarrbriefen unmissverständlich formuliert, so etwa Pfarrer Hans Rolf Funken von St. Lucia: „Wem die Zukunft von Kirche und unserer Gemeinde ein Anliegen ist, wer Sinn und Verständnis dafür aufbringt, dass gute materielle, personelle und finanzielle Rahmenbedingungen für das Wirken und Erscheinungsbild der Kirchengemeinde St. Lucia wichtig sind, und wer einen eigenen Beitrag dazu geben kann, trägt sinnvoll zur Arbeit im Kirchenvorstand bei.“ Ähnlich sein Breiniger Amtsbruder Ulrich Lühring: „Wir bitten Sie ganz herzlich von Ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Es ist wichtig den Kandidaten, die bereit sind, sich aktiv für unsere Pfarrgemeinden einzusetzen, mit Ihrer Stimme die notwendige Unterstützung zu geben.“