Kinder und Jugendliche versuchen, in Stolberg Geschäfte auszurauben

Der Anführer ist zwölf Jahre alt : Kinderbande in Stolberg gefasst

Mit einem Zwölfjährigen als Anführer soll eine vierköpfige Gruppe von Jugendlichen drei Mal versucht haben, Geschäftsleute in Stolberg auszurauben. Einer von ihnen ist ein sogenannter Intensivtäter.

Die Aachener Polizei hat nach mehreren Zeugenhinweisen offenbar vier Jugendliche aus Stolberg identifiziert, die im Laufe des Monats drei Mal versucht haben sollen, Geschäfte in der Stolberger Innenstadt auszurauben. Der zwölfjährige Anführer habe die Taten bereits gestanden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die Mittäter seien 14, 15 und 17 Jahre alt.

In allen drei Fällen habe der Zwölfjährige die Angestellten mit einer Spielzeugpistole bedroht. Im ersten Fall Anfang Mai seien die Jugendlichen nach dem erfolglosen Raubversuch wortlos abgezogen, beim zweiten Mal sagten sie „Überfall“ und verschwanden danach. Beim dritten Mal sagten sie laut Polizei „Überfall, Geld her“, zogen aber erneut ohne Beute ab.

Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass die vier Jungen mutmaßlich vorher schon weitere Straftaten begangen hatten. Der 14-Jährige wird bei der Polizei gar als sogenannter jugendlicher Intensivtäter geführt. Seit 2017 seien insgesamt 23 Strafverfahren gegen ihn eingeleitet worden, die Vorwürfe reichen von Diebstahl über Bedrohung bis hin zu Raub, Erpressung und räuberische Erpressung, sagte Polizeisprecher Andreas Müller auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Polizei ermittelt nun unter anderem wegen versuchten Schweren Raubes. Im Erwachsenenstrafrecht wird Schwerer Raub mit Haft nicht unter fünf Jahren bestraft, ein schweres Verbrechen. Der Zwölfjährige allerdings ist strafunmündig und kann nach deutschem Recht nicht bestraft werden. Das Jugendamt sei aber eingeschaltet worden, erklärte die Polizei. Ob gegen die anderen drei Jugendlichen, denen theoretisch nach Jugendstrafrecht der Prozess gemacht werden könnte, auch wegen versuchen Schweren Raubes ermittelt wird, konnte die Polizei am Donnerstag noch noch nicht sagen.

Aufgrund der Jugend der Verdächtigen war die Polizei mit weiterführenden Informationen zunächst zurückhaltend. Weder wollte sie etwas zum Verwandschaftsverähltnis der vier Jugendlichen sagen, noch zu deren Nationalität. Auch die Frage, wie die Eltern des Zwölfjährigen auf die Vorwürfen gegen ihren Sohn reagiert haben, ließ die Polizei am Donnerstag unbeantwortet.

(gego)
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