Tradition mit Geschmack: KG Fidele Zunfthäre laden zum traditionellen Bratwurstessen ein

Tradition mit Geschmack : KG Fidele Zunfthäre laden zum traditionellen Bratwurstessen ein

Vermutlich hatte Vorjahrestollität Patrick Haas (Patrick I.) ein gut gefülltes Portmonee in der Hosentasche, als er sich in der Gaststätte „En de Kess“ an den reich gedeckten Tisch setzte.

Denn die KG Fidele Zunfthäre hatte zum traditionellen Bratwurstessen geladen, bei dem erwartet wird, dass der Vorjahresprinz sich an den Kosten der leckeren Mahlzeit beteiligt.

Aber allzu tief brauchte die Vorjahrestollität doch nicht in die Geldbörse zu greifen, weil sich auch die 21 anwesenden Ex-Prinzen mit einer Geldspende anschlossen. Diese waren zuvor von der mit 79-Jahren dienstältesten prinzlichen Hoheit Kurt Leufgens in den Saal geführt worden, der 1966 als Kurt I. den Narrenthron der Kupferstadt Stolberg bestiegen hatte. Rund250 Bratwürste, hergestellt in einer Breiniger Metzgerei, kamen diesmal gemeinsam mit Schwarzbrot und Senf, so wie es die „Bratwurstsatzung“ vorsieht, zum Verzehr.

Das Bratwurstessen ist bereits 1971 entstanden. Protagonisten waren damals der amtierende Karnevalsprinz Ludwig Philippi (Ludwig I.) und der frühere Präsident der KG Fidele Zunfthäre, Franz Schumacher, gewesen, die zu dem leckeren Schmausen auch den Elferrat der Zunft eingeladen hatten. Die Zeche der Mahlzeit hatte damals Prinz Ludwig beglichen.

Seitdem ist es Brauch, dass sich die Vorjahrestollität – aktuell Patrick Haas – an den Kosten beteiligt. Aber im nächsten Jahr ist die amtierende Tollität Eckhard Braun (Ecki I.) an der Reihe. Dann „entlaubt“ und nicht mehr im Amt, muss er den Löwenanteil der Zeche übernehmen.

Damit das nicht für ihn im nächsten Jahr zu einer „bösen“ Überraschung gerät, machte ihn Zunfthärepräsident Friedel Recker mit der Bratwurstsatzung bekannt. Diese regelt nämlich unter anderem die „Verpflichtungen“ des Ex-Prinzen beim Bratwurstessen.

Frauen erst später willkommen

Das Bratwurstessen hatte man auch diesmal ähnlich wie in den Vorjahren in ein kleines Sitzungsprogramm eingebettet, das von Friedel Recker als Präsidenten moderiert wurde. Den Anfang der kurzweiligen und abwechslungsreichen Veranstaltung machte das Zunftmariechen Anna Franck. Sie überzeugte mit einer flotten Tanzdarbietung.

Danach hieß es Bühne frei für Büttenredner Manfred Schartmann aus Mönchengladbach Reidt, der als Freizeitcamper Anekdoten aus dem Urlauberleben der 1950er und 1960er Jahren zum Besten gab.

Den Abschluss des ereignisreichen Abends machte dann die Blaskapelle aus dem niederländischen Vaals, die unter dem Namen „Schlappe Krom“ aktuelle und historische Karnevalshits zu Gehör brachte. Aber damit war noch lange nicht Schluss. Denn zu vorgerückter Stunde stürmten die Frauen der Zunftmänner in den Saal, die zuvor ihr eigenes Bratwurstessen in der Altstadtgaststätte „Weißes Röß‘l“ veranstaltet hatten. Denn traditionell ist das Bratwurstessen, diesmal waren rund 65 Personen anwesend, eine reine Männerangelegenheit.

Traditionell tragen die Männer dann einen schwarzen Anzug und eine rote Fliege. Die Frauen, die es mit Humor nahmen, sind demnach nur zur später Stunde willkommen.

(dö)
Mehr von Aachener Zeitung