1. Lokales
  2. Stolberg

Stolberg-Zweifall: Kerpen-Sänger stimmten auf die Adventszeit ein

Stolberg-Zweifall : Kerpen-Sänger stimmten auf die Adventszeit ein

Zusammen mit dem Streichensemble der Musikschule Merz präsentierte der Werks-Chor der Kerpenwerke unter Leitung von Kurt Haller ein besinnliches und stimmungsvolles Adventsprogramm in der Pfarrkirche in Zweifall.

Die Intention der beiden Gruppen war, „die Seele der Menschen nach des Tages Müh und Plag” zu erfrischen, wie es in dem Eingangswerk „Hymne an Gott” von Johann Michael Bach, dem Begründer des Männerchores, zum Ausdruck kam. Nach Beethovens „Ode an die Freude” trat das Streichensemble in Erscheinung.

Sauberes und schönes Spiel

Herbert Merz und sein achtköpfiges Ensemble beeindruckten die Zuhörer mit dem getragenen „Menuett” und dem im 2/4-Takt stehenden, schnellen und spaßigen „Badineri-Satz” aus der Orchestersuite Nr. 2, h-moll von Johann Sebastian Bach. Heike Chauvistre konnte mit ihrem sauberen und schönen Spiel auf der Querflöte hier wie auch bei anderen Stücken überzeugen.

Im „Concerto D-Dur” von Padre Martini glänzte wie auch am Sonntag zuvor in St. Maria Himmelfahrt Judith Jansen mit ihrem wunderbaren Violoncellosolo. Das dritte barocke Werk der Musikschule war der 1. Satz „Largo” aus dem „Concerto grosso C-Dur” von Francesco Manfredini, das auch unter dem Namen Weihnachtskonzert bekannt ist.

Gute Stimmigkeit

Die begabten Soloviolinisten Martin Guha und Stefan Guha zeichneten sich durch guten Klang und Stimmigkeit im Zusammenspiel mit den übrigen Saitenspielern aus.

Es folgten verschiedene Opernchöre des ältesten Werks-Chor Stolbergs: der Jägerchor aus dem „Freischütz” von Weber, Chor der Schmiedegesellen aus der „Waffenschmied” von Lortzing und der Gefangenenchor mit dem Text: „Knechtschaft ist unser Los, unser Leben und Gedanken dürfen nicht verweilen” von Verdi.

Frisch und wohlig

Die anschmiegsame Klavierbegleitung von Harald Teutenberg war dem Chor jederzeit eine gute Stütze. Aber Teutenberg brillierte auch solistisch und zwar mit dem schwerelosen „Impromtu Nr. 2 As-Dur” von Franz Schubert, dem Wegbereiter des romantischen Liedgutes, das er frisch und wohlig gestaltete. Im Repertoire des Männerchores fehlte der Name Schubert ebenso nicht .

„Abendfrieden” und „Die Nacht” gehören zu den Standards und bilden eine Hommage an die Heimat und Natur des Romantikers. Religiöse Texte liegen den moderneren Arrangements zugrunde, auf die die Sänger sich im Prorgramm festgelegt hatten.

Otto Groll, Leiter von sechs Männerchören in Nordrhein-Westfalen, hatte eine amerikansiche Melodie zum Lied „Wo Liebe ist wird Frieden sein” umfunktioniert. Das Tenor-Solo sang Lambert Esser. Gus Antons Komposition „Ave Maria no moro” basiert auf einem argentinischem Volkslied, wobei der deutsche Text von Ralph Siegel stammt und einen Bettler in den Straßen von Rio de Janeiro beschreibt.

„Hymne an die Nacht”

Aus den Gesängen von Taizé hatte Dirigent Kurt Haller für den Werks-Chor „Advent” umgeschrieben, das sie freudig intonierten, begleitet von Heike Chauvistre und Harald Teutenberg. Ludwig van Beethovens „Hymne an die Nacht” bildete einen würdigen Schlusspunkt.