Ritter ziehen durch die Stadt. : Karlsfest in Stolberg

Ritter feiern 1205. Todestag von Kaiser Karl dem Großen. Für die Premiere stellen sie auf dem Unteren Burghof der Stolberger Burg Ritterzelte auf.

Die Veytaler Ritterschaft, vielen als Ausrichter des Gruselparcours in Stolberg bekannt, veranstaltet am Sonntag, 27. Januar, zum ersten Mal ein Karlsfest in Stolberg.

Für die Premiere stellen sie auf dem Unteren Burghof der Stolberger Burg Ritterzelte auf und marschieren von dort aus in mittelalterlicher Gewandung mit Kaiser Karl über Luciaweg, Klatterstraße, Müllerstraße und Steinweg zum Rathaus, wo sie ab zwölf Uhr auf dem Kaiserplatz mittelalterliche Tänze und Schwertkämpfe vorführen.

Anschließend marschieren sie zurück zur Burg und servieren dort nach der „Capitulare de villis vel cortis imperialibus" (Landgüterverordnung Kaiser Karls des Großen) Met und Karlsbrot, ein mit Zutaten aus Karls Kräutergarten nach der Verordnung gebackenes Brot und Wurst. Für die historische Akkuratesse sorgen Nachbildungen von Karls Schwert „Joyeuse“, der „Heiligen Lanze“ und der Seite mit dem Evangelisten Johannes aus dem Krönungsevangeliar, auf die der Kaiser bei der Amtseinführung die Hand zum Schwur legte.

Und der Clou dabei: Mittelalter zum Anfassen wird bei dieser Ausstellung wörtlich genommen. Obwohl zum ersten Mal in Stolberg veranstaltet, sehen sich die Veytaler als Väter des Karlsfestes. Seit 2004 haben sie, noch als Ritter der Eyneburg, auch bekannt als „Emmaburg", benannt nach Karls Tochter Emma, die dort nach einer Legende gelebt hat, dieser familiären Verbindung folgend, das Karlsfest an der Kaiserpfalz ihres Vaters, dem heutigen Aachener Rathaus gefeiert.

Da ihre Heimat mittlerweile in Stolberg liegt, das nach einer Legende in einem Jagdschloss Kaiser Karls seinen Ursprung gehabt haben könnte, sehen sie nun eine neue Verpflichtung, das Andenken an den Vater Europas für ihre Mitbürger in Stolberg zu würdigen.