Stolberg: Junge Detektive lösen viele knifflige Rätsel

Stolberg: Junge Detektive lösen viele knifflige Rätsel

Dieser Fall ist eindeutig gelöst worden: Das Motiv war, lehrreichen Spaß zu haben, die Täter waren Stolberger Kinder samt Eltern oder Großeltern, und als Komplize stand das Jugendamt zur Seite. Unter dem Motto „Top Secret — auf Spurensuche im Zinkhütter Hof“ hatte das Familien-Juks (Jugend- und Kulturevent Stolberg) eine Menge für Nachwuchs-Detektive und Co. zu bieten.

Unter anderem eine sehenswerte Tanzvorführung des städtischen Jugendtreffs „Jam“ in Büsbach, das Figurentheater Méreau, das die Geschichte vom Räuber Hotzenplotz lebendig werden ließ und den Klassiker Kinderschminken.

Der Fokus lag allerdings — wie beim Familien-Juks üblich — auf der aktiven Beteiligung der Kinder, ihrer Eltern und Großeltern. Austoben konnten die kleinen Besucher sich in einer Disco-Hüpfburg mit Lichteffekten und coolem Sound, und schon am Eingang des Museums Zinkhütter Hof war offensichtlich, dass Ermittler, Agenten und Spione hoch im Kurs standen. Eine echte Detektivin begrüßte die Familien, und schon konnte die Spurensuche losgehen. Detektiv-Ausweise wurden selbst gestaltet — aber erst nachdem knifflige Rätsel gelöst wurden.

„Ein Mann springt aus einem Flugzeug und überlebt unverletzt. Wie geht das?“, möchte die Detektivin zum Beispiel wissen. Eines der aufgeweckten Kinder vermutete, das Flugzeug sei gar nicht in der Luft gewesen, sondern habe noch auf dem Boden eines Flughafens gestanden. Das erste Rätsel war gelöst und der Detektiv-Ausweis wurde zu Recht verliehen. Die kleinsten Besucher der gelungenen Veranstaltung konnten sich als „Krabbel-Detektive“ betätigen, die größeren Fingerabdrücke unter UV-Licht erkennen oder mit einem Detektiv-Fernglas erkunden, welche Ausrüstung ein erfolgreicher Ermittler benötigt.

Bei einem Memory-Spiel wurde der Geist der jungen Detektive geschärft, und für die vertraulichen Fall-Akten gab es einen Stempel, der diese als „streng geheim“ deklarierte. Die zweite Station im Multifunktionssaal des Museums Zinkhütter Hof war dann ganz nach dem Geschmack von Spionen und Agenten, denn dort durften Geheimschriften erlernt, genutzt und dechiffriert werden. Fotokamera, Taschenlampe, Kreide, Metermaß und mehr lagen an der Station „Info-Detektive“ aus. An diesem Modul des Familien-Juks‘ erfuhren die angehenden Ermittler, wie Spuren mittels Pinzette, Pipette und Mikroskop gesichert werden.

Mit kleinen farbigen Fähnchen markierten die Kinder und Eltern dort auch auf einer Stadtkarte, wo sie wohnen, und wurden auf Wunsch probeweise mit Kabelbindern als Handschellen-Ersatz gefesselt. Und natürlich umgehend wieder befreit, alleine schon damit sie die heiß begehrten Urkunden für „Nachwuchs-Detekteien“ in Empfang nehmen konnten.

Am Stand der Pfadfinder der DPSG führten die Ermittlungen in die Natur, und das Stolberger Jugendamt hatte zudem eine Verlosung organisiert, bei der als Preise freier Eintritt für die ganze Familie — jeweils für fünf Personen — in das Hallenbad Glashütter Weiher, Stolbärchens Kinderkino und den Aachener Tierpark lockten.

Alle Kinder, denen die Glücksfee nicht hold war, tröstete Anne Barry vom Jugendtreff „Jam“: „Ihr seid alle Gewinner, denn Ihr seid heute super Detektive geworden!“ Das vom Kupferstädter Jugendamt auf die Beine gestellte Programm war für Klein und Groß attraktiv sowie umfangreich, der Zuspruch der Stolberger Familien indes war eher bescheiden, und das Familien-Juks hätte stärkere Resonanz verdient gehabt.

„Es sind weniger Leute gekommen, als wir erhofft haben“, räumte auch Hermann Moonen von der mobilen Jugendarbeit ein, betonte aber: „Alle, die hier sind, haben eine Menge Spaß, und das ist schließlich das Wichtigste.“