Stolberg: Julia Krahn zeigt „schaurig-schöne” Kinderwelt im Bild

Stolberg : Julia Krahn zeigt „schaurig-schöne” Kinderwelt im Bild

„Schaurig-schön” beschreibt Julia Krahn die Realität, die sie in Sibirien vorfindet. In ihrer Foto-Ausstellung „Sibirisches Kind - Fotografie und Poesie” richtet sie ihren Fokus auf die Kleinsten und zeigt ein alltägliches und aktuelles Bild einer Kindheit im Land der extremen Kälte.

Die Ausstellung ist bis zum 24. August auf dem Flur vor der Station C2 des Bethlehem-Krankenhauses zu sehen.

Die renommierte und vielseitige Künstlerin Julia Krahn ist 1978 in Aachen geboren. Noch während ihres Medizinstudiums in Freiburg trifft sie die Entscheidung, sich ganz der Fotografie zu widmen und zieht nach Mailand. Dort beginnt sie 2001 ihre Zusammenarbeit mit der Galerie Magrorocca, die sie bis heute vertritt.

Die ausgestellten Bilder entstanden in Sibirien im Winter 2006/ 2007 im Laufe eines Projektes mit der Caritas. Sie zeigen Kinder aus ärmsten Verhältnissen. Dabei möchte die Künstlerin weder anklagen noch Betroffenheit auslösen, sondern einfach das Alltägliche, die Kinder dieser Welt, porträtieren. Dazu hat Julia Krahn die Kinderfotos mit Aufnahmen aus der heimatlichen Umgebung der Kinder unterlegt: „Die Bilder sind meine Vision einer möglichen Realität dieser Kinder”, sagt Krahn. Inspiriert von den Begegnungen mit den Straßenkindern hat die Künstlerin zu den Fotografien kurze poetische Texte verfasst.

Erlös für guten Zweck

Eröffnet wurde die Ausstellung von Thomas Schellhoff, Verwaltungsdirektor des Bethlehem-Krankenhauses. Angela Krahn, die ihre Tochter bei der Vernissage vertrat, sowie Sr. Maria Ursula Schneider vom Aachener Schervier-Orden, die selbst einige Jahre in Sibirien im sozial-medizinischen Dienst gearbeitet hat, führten die Besuchter in die Thematik ein. Musikalisch begleitet wurde die Ausstellungseröffnung von den Schülern der Stolberger Musikschule Merz. Die Kunstwerke können käuflich erworben werden. Den Erlös verwendet die Künstlerin für das nächste Projekt mit „ihren Kindern”; zehn Prozent gehen an die Aktion „Menschenskind”.