Jugend- und Sozialamt machen auf Bildungs- & Teilhabepaket aufmerksam

Integration : Flyer in sechs Sprachen sollen das Leben erleichtern

Chancengleichheit steht bei diesem Projekt im Vordergrund. Menschen sollen nicht daran scheitern, Leistungen zu beziehen, die ihnen eigentlich zustehen, nur weil sie die Informationen nicht verstehen.

Aus diesem Grund hat das Stolberger Jugendamt in Kooperation mit dem Sozialamt nun einen Flyer zu den Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets herausgebracht, der gleich in sechs verschiedenen Sprachen erschienen ist.

Im Stolberger Sozialamt betreue man einen großen Personenkreis an Antragstellern, deren Wurzeln nicht in Deutschland liegen. Oft fungieren Ehrenamtler als Übersetzer, aber nicht immer sei das der Fall und so müsse man hin und wieder auch mit Händen und Füßen kommunizieren.

Der neue Flyer soll die wichtigsten Informationen in wenigen Stichwörtern und verschiedenen Sprachen ermitteln. Doch welche Sprachen wurden dafür ausgewählt und warum? „Wir haben natürlich geschaut, aus welchen Ländern unsere Zielgruppen kommen. Das war ein riesen Sprachenkatalog“, sagt Christine Stadler, Abteilungsleitung Sozialpädagogische Sonderdienste im Stolberger Jugendamt. Auf sechs Sprachen habe man sich verständigt. Darunter natürlich deutsch, aber auch englisch, französisch, rumänisch, albanisch und türkisch. Arabisch und russisch sollen ebenfalls folgen.

Und wer kann diese Leistungen überhaupt erhalten? Ganz einfach: Menschen, die Leistungen nach dem SGB II, SGB XII, Wohngeld, einen Kinderzuschlag oder auch Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. Worauf sie Anspruch haben? Beispielsweise auf die Kosten für die Mittagsverpflegung. Wenn Schule und Kitas ein gemeinsames Mittagessen anbieten, können Kinder, die daran teilnehmen, einen Zuschuss zu den Kosten für das Mittagessen erhalten. Ein Angebot, das besonders oft beantragt wird.

Zu den am häufigsten genutzten Angeboten gehören außerdem die Kosten für Schulausflüge und Klassenfahrten oder auch der Schulbedarf. Oft genutzt werde auch die Förderung an der sozialen und kulturellen Teilhabe. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhalten beispielsweise eine Förderung für Vereins-, Kultur-, Freizeit- oder auch Ferienangebote. Kurse rund um das Babyschwimmen oder auch die Mitgliedschaft in einem Fußballverein sind dabei besonders begehrt.

Zudem gibt es Leistungen für die Kosten von Lernförderung oder auch die Schülerbeförderung. Letzteres werde jedoch nur selten in Stolberg in Anspruch genommen.

Was die Mitarbeiter des Stolberger Jugend- und Sozialamts an den Flyern übrigens besonders schätzen: Suchen Menschen zum ersten Mal die Beratung auf, erhalten sie eine ganze Menge Infos. Diese können sie nun noch einmal in Ruhe Zuhause nachschauen.

Zu finden sein werden die Flyer natürlich im Stolberger Rathaus und im Familienbüro. Allerdings sollen sie auch in weiteren Beratungsstellen und an den Kitas und Schulen entsprechend verteilt werden. Schließlich gebe es auch immer wieder Menschen, die zwar Probleme haben, allerdings nicht den Weg ins Rathaus suchen, um sich auch helfen zu lassen, wissen Stadler und ihre Kollegen aus eigenen Erfahrung.

Die Mitarbeiter des Jugend- und Sozialamts könnten sich zudem gut vorstellen, dass die Flyer in Zukunft auch in weiteren Sprachen erscheinen werden. Dafür sei man allerdings auf die Rückmeldung der Nutzer angewiesen. Fest stehe bereits jetzt, dass dies eine gute Querschnittsaufgabe für die beiden Fachämter sei.

(se)