Jünger und mehr Frauen beim Aufschlag

Tennisclubs Blau-Weiß Stolberg : Der Vorstand ist jünger und weiblicher geworden

Jünger und weiblich geworden ist der Vorstand des Tennisclubs Blau-Weiß Stolberg. Mit Lydia Flink (57) wählten die Mitglieder einstimmig die bisherige Schriftführerin zur Nachfolgerin von Raymond de Waele (71), der zehn Jahre die Geschicke des ältesten Tennisclubs der Kupferstadt geleitet hatte.

Es waren vor allem private Gründe, die de Waele zum Verzicht auf eine erneute Kandidatur bewegt hatten. Aus vergleichbaren Gründen stellten sich – teilweise außerhalb des zweijährigen Turnus – bei der obligatorischen Mitgliederversammlung im Clubheim am Hammerberg Sportwart Hans-Jürgen Sonnen und Pressewart Dr. Hans-Joachim Held nicht mehr dem Votum der Mitglieder.

Die sportliche Leitung des 1932 gegründeten Clubs übernimmt Dennis Henke, die neu eingeführte Aufgaben eines IT-Managers Marc Troll (19), die Jugend betreut Tim Offermann (34), und Carmen Müller übernimmt neben der Tätigkeit der Schriftführerin zudem die Pressearbeit. Als Finanzwartin bestätigt wurde Nicole Pfeil. Alle Wahlen erfolgten einstimmig.

Neben den personellen Veränderungen sehen sich die Blau-Weißen zudem in der sportlich guten Lage auf vier von Grunde auf sanierten Aschenplätzen in die neue Außensaison starten zu können.

Ein Dank für das Engagement: Die neue Vorsitzende Lydia Flink (l.) und der 2. Vorsitzende Herbert Peil (r.) bedanken sich für den ehrenamtlichen Einsatz der anwesenden ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Halo Held (2.v.l.) und Raymond de Waele (2.v.r.). Foto: Juergen Lange

Der Weg dorthin war allerdings steinig, wie der scheidende Vorsitzende Raymond de Waele ausführlich in seinem Rechenschaftsbericht schilderte. Eine böse Überraschung erlebte der Vorstand bei der kostenintensiven Renovierung der Anlage, die dank einer Förderung durch die Stadt, mit einem Darlehen und erheblichen Eigenmitteln gestemmt wird. Unter zwei Plätzen fehlte komplett der Unterbau, der nachträglich gestemmt werden musste und die Finanzlage arg strapaziert.

Andere, geplante Investitionen in die Anlage, wie der Rückschnitt des die Plätze tangierenden Baumbestandes, mussten zurückgestellt werden. Auch für die Pflege der Anlage hat sich der Club aus Kostengründen neu aufgestellt. Zudem soll ein gemeinsamer Frühjahrsputz helfen, die Kasse zu schonen und dem gesellschaftlichen Leben zusätzliche Impulse zu verleihen.

Dazu trugen auch die bisherigen Turniere zu Pfingsten, für Frauen und Herren bei. Mehr als etabliert hat sich mittlerweile als Leistungsklassenturnier die Stolberg Open auf dem Hammerberg, die in ihrer fünften Auflage „alle bisherigen Rekorde gebrochen hat“, so de Waele: „Es gab eine tolle Resonanz, hervorragenden Sport und einen sehr guten Besucherzuspruch“. Der Club ist zuversichtlich, voraussichtlich vom 10. bis 24. August mit der 6. Stolberg Open an den Erfolg anknüpfen zu können.

Zwölf Teams

Zwölf Mannschaften zeigten die blau-weißen Farben im Sommer, wobei de Waele die 1. Herren 50 hervorhob, die die zuvor erreichte 1. Verbandliga nicht nur halten konnte, sondern nur knapp den Aufstieg in die Oberliga verpasste.

Die 2. Herren 50 bleibt in der Bezirksliga, die Herren 30 stiegen als Meister in die 2. Verbandsliga auf. Abgestiegen aus der 1. Verbandsliga sind zwar die Herren 65, die aber – mit Unterstützung aus Brand – als Herren 70 in der 2. Verbandsliga antreten werden.

Während die Damen 40 Meister der 1. Bezirksliga wurden, starten die Damen 50 abstiegsbedingt in der neuen Saison in der 2. Bezirksliga. Aufgelöst hat sich das 4er-Damenteam. In der Freizeitrunde belegte das Damenteam in Doppelrunde 2 den zweiten Platz.

Als schwierig kennzeichnete de Waele die Lage im Jugendbereich, trotz intensiver Bemühungen in der Zusammenarbeit mit Schulen Nachwuchs für den „weißen Sport“ zu begeistern. Zudem sei es für den Club ohne Halle im Stadtgebiet schwierig, die jugendlichen Spieler über den Winter zu halten.

Versuch gescheitert

„Die Situation ist bei allen Stolberger Tennisvereinen gleich schlecht“, konstatierte de Waele, Dennoch sei der Versuch, mit Spielgemeinschaften der Jugend zu spielfähigen Mannschaften zu verhelfen. „Ich verstehe es nicht“, sagte de Waele. Gemeinsam hätte man Teams in diversen Altersklassen bilden können, die nun bei keinem der Clubs zustande kämen.

Der neu gewählte Vorstand will an diesem Thema ebenso dran bleiben wie er die noch ausstehenden Arbeiten im Visier hat.

Zudem soll eine Anregung aus dem Kreise der Mitgliederversammlung aufgegriffen werden, Spielmöglichkeiten für Kleinkinder auf dem Hammerberg bereitzustellen, um jungen Eltern mehr Möglichkeiten bei der Nutzung der Anlage zu ermöglichen. Einstimmig wurde der Wirtschaftsplan für das begonnene Jahr verabschiedet. Trotz angespannter Finanzlage wird das Beitragsgefüge konstant gehalten.