Ju-Jutsu-Sporlter aus Stolberg sind erfolgreich

Erste Landesmeisterschaft : Ju-Jutsu-Sportler aus Stolberg erfolgreich

Vom Stolberger Verein DJK Roland traten zehn Sportler bei der NRW-Meisterschaft an, die zum ersten Mal in Stolberg stattfand.

Viele kleine und große Sportler mit verschiedensten Gürtelfarben von gelb über orange bis hin zu grün laufen durch die Sporthalle des Goethe-Gymnasiums, die ersten schlagen schon zum Aufwärmen gegen die Wand, wieder andere trainieren auf den Matten, die an diesem Samstag den kompletten Hallenboden pflastern.

Sie alle fiebern darauf hin, auf die Siegertreppe in der Sporthalle des Goethe-Gymnasiums steigen zu können. In der Kampfkategorie Ne-Waza wird so heftig gekämpft, dass ein Wischmopp anrücken muss, damit das Nasenblut von der Matte weggewischt werden kann. Die erste NRW-Landesmeisterschaft im Ju-Jutsu in Stolberg hat 120 Sportbegeisterte aus 15 Vereinen in die Kupferstadt gelockt. „Das war ein großer organisatorischer Aufwand, wir mussten Matten aus drei Stolberger Turnhallen ranschaffen“, erzählt Klaus Frauenrath, Jugendtrainer des Stolberger Ju-Jutsu-Vereins DJK Roland, schmunzelnd.

Vom Stolberger Verein traten zehn Sportler in verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen bei der Meisterschaft an: Niklas Zapp, Kim Bremen, Andreas Moor, Marjan Eishanzada, Florian Lies, Tim Butzen, Lara Becker, Oskar Willeke, Lil von der Weiden und Charlotte Kummer. Die Stolberger Sportler im Alter zwischen neun und 18 Jahren kämpften genau wie die anderen Ju-Jutsu-Begeisterten in drei Kategorien: Beim reinen Bodenkampf, genannt Ne-Waza, gehen die Sportler vom Stand in den Boden und erhalten Punkte für bessere Positionen, zum Beispiel, wenn sie es schaffen, von einer Rücken- in die Oberlage zu wechseln. Sechs Minuten lang müssen sie versuchen, den Gegner mit Hebel- oder Würgegriffen zu besiegen.

In der zweiten Kategorie, genannt Fighting, gibt es drei Parts: Im ersten Part wird mit Schlagen und Treten, im zweiten Part mit Werfen und im dritten Part mit Hebel- und Würgegriffen gekämpft. Die dritte Kategorie, das Duo, ist ein Schaukampf, bei dem die Ju-Jutsu-Begeisterten aber die Angriffe und Verteidigung möglichst realitätsnah, also wie bei einer echten Auseinandersetzung, vorführen sollen. Die Gewinner jeder Alters- und Gewichtsklasse der NRW-Landesmeisterschaft können sich für die Westdeutsche Meisterschaft im Mai in Maintal in der Nähe von Frankfurt qualifizieren.

Die Besonderheit von Ju-Jutsu sieht Klaus Frauenrath im Gegensatz zu anderen Kampfsportarten in der Vielseitigkeit: „Ju-Jutsu vereint Techniken aus Karate, Judo und Aikidō“, sagt der Stolberger Jugendtrainer. Das kann auch Kim Bremen bestätigen: „Ich muss mich auf mehrere Sachen gleichzeitig konzentrieren, ich muss schnell genug sein, darf aber die Technik nicht vergessen, denn dafür gibt es auch Punkte“, sagt die 15-Jährige die sich nach ihrem Duo-Kampf für das Fighting ausruht.

Währenddessen sitzen die jüngsten Ju-Jutsu-Kämpfer vom DJK Roland an der Wand und meditieren, um sich für ihr Fighting vorzubereiten: „Ich bin etwas aufgeregt und etwas fröhlich“, sagt Andreas Moor, der einen weiß-gelben Gürtel trägt. Im April steht für ihn und seinen Freund Niklas Zapp die Kinderprüfung für den gelben Gürtel an.

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