Stolberg: Josef Gerards huldigt der Tollität Holli I.

Stolberg: Josef Gerards huldigt der Tollität Holli I.

Es geschah zu der Zeit, als man in Stolbergs Flaniermeile ein Quartiermanagmentsbüro eröffnete, dann aber feststellen musste, dass der Steinweg zwar nachts und zur Adventszeit hell illuminiert, für das Wohnen aber zu laut sei. Die Bürger im Tal der Vicht, der Wiege der Industrie, staunten ob der Tatsache, welchen Geräuschpegel leerstehende Geschäftslokale auszusenden vermögen.

Um die ebenfalls chronisch leere Stadtkasse nicht auch noch mit den Kosten für die Sanierung der Stolberger Talachse zu belasten, beschloss der hohe Rat, der Sache auf den Grund gehen. Dafür legte man zunächst einmal den Bastinsweiher vollständig trocken. Die dort gefundenen Bodenschätze und Reichtümer waren für den städtischen Kämmerer derart willkommen, dass er ab dem Jahre 2016 tatsächlich einen ausgeglichenen Haushalt anzukündigen wagte.

Die kupferstädtische Regierung, an deren Spitze Justitius Timotheus Grüttemeicus, schaltete und waltete auch anderweitig mit so viel Geschick und Nonchalance, dass neue Bürger aus allen Regionen des Erdballes in Scharen in das beschauliche Städtchen Stolberg im Rheinland ziehen wollten.

Umfangreiches Fitnessprogramm

Das ständige Hin- und Herziehen nicht nur der Morgenländer motivierte den sachkundigen Bürger in Wirtschaftsfragen und ehrbaren Speditions- und Logistikfachmann Holger Schulz genannt Holli aus dem Barenlande, der Umzüge nicht nur im Karneval über alles liebte, so sehr, dass er bereits während der Session Kurts des Fünf-vor-zwölften erklärte, er wolle und werde anno domini 2016 die Ämter des Oberehrenhutes und Vizepräsidenten bis Aschermittwoch ruhen lassen und stattdessen das Amt des Prinzen der Kupferstadt Stolberg zuerst an- und später dann auch übernehmen.

Das seiner Regentschaft traditionell vorgeschaltete Fitnessprogramm war ausgesprochen umfangreich und reichte von Fußballturnieren in Barcelona über anstrengendes Bodega-Boule und intensives Kegeln bis hin zum Abschlusstraining beim Après Ski in Obertauern.

Die zur Entscheidungsfindung hinzugezogene Ehegattin, die dank ihres Grundbesitzes auf den schottischen Hebriden längstens zur Lady Elke geadelt wurde, brauchte man nun nur noch mit präsidialen Blumen und der Schulzchen Hausmedizin Els zu locken, und schon willigte auch diese freudig ein, dass ihr Prinz Holli die Stolberger Narren zu Erleuchtung und Frohsinn führen möge.

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