"Jeck op Mönsterbösch"-Macher Sven Riehn im Interview

„Jeck op Mönsterbösch“: Münsterbusch feiert großes Fest

Nach Einweihung des Heinz-Kamps-Platzes in Münsterbusch im Mai diesen Jahres steht mit dem neuen Format „Jeck op Mönsterbösch“ ein weiteres Fest für den westlichen Stadtteil Stolbergs an. Worum es sich hier handelt, für wen es gedacht ist und welche Bands auftreten, hat Sven Riehn im Interview unserer Mitarbeiterin Marie-Luise Otten erzählt.

Seit wann sind Sie Vorsitzender der Interessengemeinschaft Münsterbusch? Und seit wann existiert diese Gemeinschaft überhaupt?

Riehn: Ich bin nun seit einem Jahr Vorsitzender der Interessengemeinschaft Münsterbuscher Vereine. Die IG besteht seit 1980. Sie wurde durch den ersten Präsidenten der KG Mönsterböscher Jonge, Heinz Kamps, mitbegründet. Seither ist die KG Mitglied der IG. Ich persönlich bin seit der Session 2005 Mitglied der KG Mönsterböscher Jonge und seit der Session 2014 stehe ich dieser als Präsident vor.

Welche Vereine gehören dieser Interessengemeinschaft an?

Riehn: Aktuell gehören der IG Münsterbusch folgende Vereine an: CDU, DJK Badminton, DPSG Stolberg Münsterbusch, Freiwillige Feuerwehr, KFD, KG Mönsterböscher Jonge, Kleingartenverein, Obst-& Gartenbauverein, Radsportclub 07 Münsterbusch, FC Stolberg, SPD und die St.Heinrichs Schützenbruderschaft.

Weshalb schließen sich Vereine hier überhaupt zusammen?

Riehn: Angedacht war mit der IG Münsterbüscher Vereine, die Vereine miteinander bekannt zu machen, damit alle gegenseitig partizipieren können. Darüber hinaus verbindet natürlich die „gute Stube“, das Jugendheim Münsterbusch, die Vereine, sowie die Münsterbuscher Bevölkerung. So ist natürlich auch die Bewahrung dieses Versammlungsortes ein hohes Anliegen der IG.

Wie viele Mitglieder hat die Interessengemeinschaft Münsterbusch?

Riehn: Neben den Vereinen gibt es noch ein halbes Dutzend weiterer Herrschaften, die als Einzelpersonen der IG angehören und diese unterstützen.

Wie viele Veranstaltungen organisieren Sie pro Jahr?

Riehn: Pro Jahr veranstaltet die IG zwei größere Veranstaltungen. Die brandaktuelle ist natürlich das neue Format „Jeck op Mönsterbösch“. Als Präsident der KG zeichne ich mich natürlich für unseren schönen Stadtteil Münsterbusch noch für weitere sieben Veranstaltungen an sechs Tagen verantwortlich.

Was fand 2018 schon statt, worauf können sich die Menschen noch freuen?

Riehn: Mit der IG hatten wir dieses Jahr eine grandios besuchte Maiparty veranstaltet. Gleichzeitig wurde dabei der Heinz Kamps Platz in Anwesenheit unseres Bürgermeisters eingeweiht und der Maibaum aufgestellt. An diesem Wochenende steigt nun besagte Veranstaltung „Jeck op Mönsterbösch“ bei freiem Eintritt mit drei großartigen lokalen Musikbands.

Was sind das für Musikbands?

Riehn: Die „Talsträsser“ sind eine junge neue dreiköpfige Band. Die Gruppe besteht aus René von der Maßen (Akkordeon), Hendrik (Schlagzeug) und Mats Müller (Gitarre). Alle sind in Münsterbusch groß geworden und wohnen in der Talstraße, daher auch der Bandname. Sie spielen altes Stolberger Liedgut, kölsche Tön bis hin zu Rock und Pop. Dann gibt es da noch die im Januar 2016 gegründete Band „Bohei“. Tobias Horst, Florian Offer, Krys von Bronk, Max Priese und Alex Heinrich wollen mit Coversongs von jungen Kölschrockbands wie Kasalla und Cat Ballou heute Abend für Karnevalsstimmung sorgen. Viel Live-Erfahrung haben auch „D’ Rebelle“, Musiker um Heinrich Brandt, und bringen alles mit, was ein solches Fest braucht. Sie präsentieren Musik aus der Domstadt. Flotte Songs wechseln mit gefühlvollen Liedern und Evergreens. Dazwischen liefert unser DJ Felix Curdes Querbeat-Musik und sorgt damit für weitere gute Laune.

Wie nimmt die Bevölkerung diese Termine allgemein wahr?

Riehn: Wir können in Münsterbusch nicht klagen! Wie bei der Maiparty gehe ich davon aus, daß auch an diesem Samstag das Jugendheim wieder gut besucht sein wird.

Sind die Termine für eine bestimmte Altersgruppe gedacht?

Riehn: Mir persönlich ist wichtig, daß wir Jung und Alt zusammen bekommen und das gemeinsam gefeiert wird! Das klappt in unserem Stadtteil hervorragend. Wenn ich mir die besagten IG Veranstaltungen anschaue oder auch die unserer Karnevalsgesellschaft, so suchen unsere Veranstaltungen, was Besucherzahlen und Altersquerschnitt betrifft, ihresgleichen, weit über Münsterbuschs und Stolbergs Grenzen hinaus. Da brauchen wir uns sicherlich nicht zu verstecken.

Finden sich immer noch Menschen, die ihre Freizeit für diese Gemeinschaft zur Verfügung stellen?

Riehn: Nun, das wird leider immer schwerer. Vereine sind im Grunde in unseren Zeiten darauf angewiesen, ihren Horizont zu erweitern. Vereine müssen gemeinsam arbeiten, planen oder sogar zusammen gehen, sonst zerfallen sie.

Wie sieht es mit dem Nachwuchs in der Vereinsarbeit aus?

Riehn: Nachwuchs innerhalb unserer Jugend mit Interesse und Leidenschaft findet sich sicherlich. Und da spreche ich sicherlich für diverse Vereine, also nicht nur für meine KG. Doch der Druck auf unsere Kinder und Jugend steigt immer mehr. Vergleiche ich meine Generation mit der heutigen Jugend, da sieht man deutlich den Unterschied, daß wir früher nach sechs Stunden Schule heim kamen, natürlich unsere Hausaufgaben machen mussten, doch dann war auch Zeit für Freunde, Spiel & Spaß draußen in der Natur, und auch Vereine & Hobbys waren möglich. Heute ist der Schulalltag so gestrafft, das für Freizeitaktivitäten oft nur unzureichend Zeit bleibt. Daran leidet natürlich auch unweigerlich die Jugendarbeit in den Vereinen und diese müssen darauf Antworten finden.

Ausblick 2019. Was steht im neuen Jahr an?

Riehn: Wir schauen, daß wir innerhalb der IG bei zwei Veranstaltungen im Jahr zunächst einmal bleiben. Doch denken wir darüber nach, einen Musik- & Tanzabend wie „Jeck op Mönsterbösch“ mit einem Sommerfest für die Familie, wie sie die letzten Jahre starteten, jährlich alternieren zu lassen.

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