Stolberg-Mausbach: „Italienischer Barock” beflügelt Geist und Seele

Stolberg-Mausbach: „Italienischer Barock” beflügelt Geist und Seele

Seit dem Sommer 2000 arbeiten Anna Fischer und Theo Palm als festes Liedduo zusammen. Bei ihrer Programmauswahl legen sie Wert auf das Wieder- und Neuentdecken vergessener oder unbekannter Komponisten, wie es auch beim Konzert in der Mausbacher Pfarrkirche der Fall war.

Trotz arktischer Temperaturen und vieler Karnevalsveranstaltungen waren viele Zuhörer der Einladung zum „italienischen Barock” in St. Markus gefolgt. Musik und Gesang für Geist und Seele beflügelten und machten den Nachmittag zu einem Hörerlebnis der besonderen Art.

Giovanni Gabrieli gilt als Meister der venezianischen Mehrchörigkeit, die er sowohl vokal als auch instrumental pflegte. Als faszinierender Meister auf der Königin der Instrumente stimmte Theo Palm den Nachmittag mit zwei tonschönen Kanzonen ein.

Ein größerer Block war Giovanni Battista Pergolen gewidmet, der die melodische Ausdruckskraft der Klassik um mehrere Jahrzehnte vorweggenommen hat.

Im „Salve Regina” und im „Staat Mater”, die letzten Werke des mit 26 Jahren früh verstorbenen Komponisten, wusste Anna Fischer mit ihrer warmen Altstimme die Zartheit und Intimität der Mariendichtungen auszudrücken. Aus Palms virtuosen Fingern gab es eine Orgelsonate, die ungemein originell und klanglich reizvoll war.

Seit der Entdeckung der kirchenmusikalischen Werke von Antonio Vivaldi in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfreut sich das „Gloria D-Dur” weiter Verbreitung. Aus dem halbstündigen Werk sang Anna Fischer das „Qui sedes”, instrumental wiederum hervorragend von ihrem Partner Theo Palm an der Orgel begleitet.

Durchdringende Schönheit gab es des weiteren mit zwei Arien von Nicola Porpora. Dieser ist eher bekannt als Gesanglehrer berühmter Kastratenschüler wie Farinelli oder Caffarelli, für die er viele Arien komponierte.

Viel Applaus gab es nach dem letzten Stück und stehende Ovationen der Besucher für die beiden Interpreten, die gut eine Stunde lang sowohl solistisch als auch gemeinsam Höchstleistungen produzierten, für die man nur Begeisterung empfinden konnte.