IT-Unternehmen AixConcept unterstützt Schulen bei der Digitalisierung

AixConcept in Stolberg : IT-Unternehmen unterstützt Schulen bei der Digitalisierung

Es ist still vor dem Gebäude in der Straße Wallonischer Ring. Kaum ein Auto fährt über die Straße, in den Bäumen rauscht der Wind, es zwitschern die Vögel. Auf dem Gelände des ehemaligen Militärstützpunkts „Camp Astrid“, das heute ein Gewerbegebiet ist, ist es idyllisch.

Kein Wunder, dass sich dort immer mehr Unternehmen ansiedeln. Eines dieser Unternehmen ist AixConcept. Das IT-Unternehmen unterstützt exklusiv Schulen bei der Digitalisierung und ist ganz frisch – nämlich erst Mitte Mai – nach Stolberg gezogen. Davor war die Heimat der 50 Mitarbeiter starken Firma im Aachener „Silicon Valley“, in der Pascalstraße im Stadtteil Oberforstbach.

Für den neuen Standort Stolberg hat sich der IT-Dienstleister aus mehreren Gründen entschieden. „In Aachen gibt es kaum noch passende Gewerbeflächen“, meint Geschäftsführer und Mitgründer Volker Jürgens. Das Gelände in Stolberg ist zudem gut angebunden, leise und ausgesprochen grün ist es obendrein.

Selbst Glasfaser gelegt

Was natürlich für ein IT-Unternehmen, insbesondere für eines, das mit der sogenannten Cloud arbeitet, besonders wichtig ist, ist eine gute Internetanbindung. Die gab es leider nicht mit dem Grundstück. Die dazu benötigten Glasfaserkabel hat AixConcept selbst legen lassen müssen, allerdings fand sich mit dem Aachener Anbieter Relaix eine Firma, die diesen Anschluss auch gewährleistete.

Das sei nicht überall möglich, da es nicht überall Firmen gäbe, die derartige Aufträge annehmen würden, erklärt Jürgens. Auch für die anderen Firmen im „Camp Astrid“ ist die Glasfaserleitung von Vorteil, denn diese können sie mitbenutzen. Es ist kein Geheimnis, dass manche Städte nicht hinterherkommen beim Ausbau einer leistungsfähigen IT-Infrastruktur und da ist man dann auch beim Stichwort: Denn was vielen Schulen, und damit den Kunden von AixConcept, bis heute fehlt, ist eine gute digitale Infrastruktur. Das beginnt meistens schon beim WLAN. Dabei ist nahezu allen Verantwortlichen klar, dass an der Digitalisierung auch in den Schulen kein Weg mehr vorbeiführt. Mit der Anschaffung von Computern und Tablets ist es aber nicht getan. Viele, die vor zehn oder zwanzig Jahren zur Schule gegangen sind, erinnern sich womöglich noch an einen Atari- oder einen der ersten Windows-Rechner.

Häufig fristeten diese aber in einer nicht genutzten Ecke des Klassenzimmers ein unrühmliches Dasein, weil viele Lehrer nicht wussten, wie sie das Gerät am besten in den Unterricht integrieren sollten. Und wenn es Probleme mit dem Rechner gab, war häufig niemand da, der es lösen konnte. Die schlechte Nachricht: viel geändert hat sich bis heute nicht. Erst recht nicht, was die Infrastruktur betrifft: „Es wird viel über die Theorie diskutiert“, meint Jürgens, „aber die Mängel beginnen schon bei der Infrastruktur.“ Konkreter: es fehlt immer noch in vielen Schulen ein ausreichender Internetzugang.

Neben diesem ist und war auch ein Problem, dass die Wartung und Instandhaltung von technischem Equipment auf den Schultern der Lehrer liegt. Aber mal eben nebenher den Informatikraum oder die neu eingeführten Smartboards, die moderne Tafel, zu managen erfordert Zeit und die haben Lehrkräfte häufig nicht. Folge: die Materialien werden wenig genutzt und nicht regelmäßig auf Vordermann gebracht. Hier setzt das Konzept von AixConcept an: Die Firma betreut Schulen beim Aufbau und Unterhalt einer digitalen Infrastruktur, liefert sowohl die Hard- wie auch die Software und übernimmt den nötigen technischen Support.

Volker Jürgens (v.l.) und Didacta-Präsident Dr. Theodor Niehaus. Foto: Eva Johanna Onkels

Sie bietet sowohl ganz klassisch-traditionelle Lösungen, in der der Server in der Schule steht, als auch cloud-basierte Lösungen an. Bei Letzter steht kein Server mehr in der Schule, den Lehrern wird die Verantwortlichkeit von den Schultern genommen. Das Unternehmen kann per Fernwartung auf das Equipment zugreifen.

Die für die Cloud-Lösung genutzten Server bauen auf der Microsoft-Cloud-Plattform Azure auf, die Server stehen aber in Deutschland. Mit dem Ritzefeld-Gymnasium ist diesbezüglich ein Pilotprojekt gestartet; dort arbeitet man aktuell schon mit der Cloud-Lösung, die das Unternehmen erstmalig 2018 vorstellte. „Dort gibt es einen Schulleiter, der das auch befördert. Es ist wichtig, jemanden zu haben, der solche Projekte vorantreibt“, erläutert Jürgens. Stolberg ist ohnehin gut aufgestellt bei der Digitalisierung. Fast alle Schulen im Stadtgebiet greifen auf das Angebot der Firma zurück, von der Grundschule bis zum Gymnasium.

Geht es um Technik an Schulen, dann hat man häufig noch mit Skepsis zu kämpfen, auch wenn der erste Computer aus den 1940ern, der erste Personal Computer (PC) aus den frühen 1980ern stammt. Niemand stelle heute den Zweck eines Bleistiftes oder eines Kugelschreibers in Frage, aber „beim Einsatz von Technik in der Schule wird der Mehrwert hinterfragt“, sagt Jürgens.

Gewinnbringender Einsatz

Klar ist: ein Computer in der Schule ist nicht zum Spielen da: „Die Technik muss gewinnbringend eingesetzt werden“, sagt Dr. Theodor Niehaus, Präsident des Didacta-Verbandes. Der Verband vertritt 260 Unternehmen aus dem In- und Ausland, die im Bereich der Bildungswirtschaft operieren. Dazu gehört auch AixConcept. Volker Jürgens ist zudem Vizepräsident des Verbandes.

„Es ist wichtig, dass die Technik passt und störungsfrei läuft“, erläutert Jürgens. Wenn ein Computer in der Schule nicht funktioniere, verstaube er in einer Ecke. Im Vergleich zu früher ist es aber nicht mehr so schwierig, Lehrkräften den Nutzen der Technologie nahezubringen. „Heute müssen wir nicht mehr missionieren, sondern informieren und unterstützen“, sagt Niehaus.

Für ihn sind es drei Faktoren, die zu einer erfolgreichen Nutzung des Internets führen: die Lehrerinnen und Lehrer, die passende Infrastruktur und die passenden Materialien. Darüber hinaus benötigen Schulen ein passendes Konzept. Lehrkräfte müssen auch wissen, wie sie die neue Technik im Klassenraum sinnvoll einsetzten können. Sonst werden die Angebote ebenfalls kaum genutzt. Didacta hilft mit einem Leitfaden Schulleitern, solche Konzepte zu entwickeln. Dabei werden alle Aspekte einer „digitalen Schule“ bedacht: Ausstattungsbedarf, Software-Rahmenverträge, und natürlich auch der Datenschutz. Der Leitfaden kann abgerufen werden unter: https://www.didacta.de/ausschuss-didacta-digital

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