Stolberg: Investor Hermanns verkauft das Burg-Center

Stolberg : Investor Hermanns verkauft das Burg-Center

Als im August 2008 die Arbeiten am Burg-Center anliefen, hatte Investor Norbert Hermanns schon längst die Fäden zwischen der Kupferstadt und dem englischen Warwick geknüpft. Bereits ein Jahr zuvor hatte der Geschäftsführer der AMW Projekte den Deal mit der IM Properties plc. eingefädelt, der seit wenigen Tagen eingelöst ist.

Das Stolberger Burg-Center gehört offiziell seit dem 15.Oktober dem international operierenden britischen Immobilienfonds. Das Einkaufserlebnis neben der Kaufland-Filiale erfolgt nun zumindest bildlich gesehen unter dem „Union Jack”, der britischen Flagge.

„Das Stolberger Burg-Center ist nach Wittlich und Dresden unser drittes Einkaufszentrum in Deutschland”, freut sich Andrew Baker in der südostenglischen Stadt am Fluss Avon über die Neuerwerbung, die das Portfolio von Warenhäusern und Logistikeinrichtungen bereichert. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart, aber die neuen englischen Eigentümer setzen „hohe Erwartungen” in die weitere Entwicklung des Burg-Centers.

„Es ist ein langfristiges Engagement”, betont der Projektleiter, der ein verstärktes Marketing ankündigt. Werbung und Aktionen sollen zusätzliche Kundschaft anlocken und das bevorstehende Weihnachtsgeschäft entsprechend dekorativ ausgestaltet werden. Auch die letzten freien Ladenlokale sollen kurzfristig vermietet werden, kündigt Baker an.

„Es wird mehrere neue Mieter geben”, bestätigt auch Hermanns. „Als erstes wird ,Tedi´ in das freie Ladenlokal am Willy-Brandt-Platz einziehen”. Mit einer Auslastung von rund 90 Prozent der Mietflächen dokumentiere das Burg-Center seine gute Adresse als attraktiver Geschäftsstandort in der Kupferstadt unterstreicht Hermanns. Lediglich hinter der Zukunft des chinesischen Restaurants, in dem es am „Stolberg-goes”-Wochenende Ende Mai gebrannt hat, stehe noch ein Fragezeichen.

Für den Projektentwickler ist der Eigentumsübergang des Stolberger Einkaufszentrums - in diesem Fall an das britische Unternehmen - „mein ganz normales Geschäft”, erklärt Hermanns. „Ich entwickele und realisiere Immobilien, um sie dann zu verkaufen.”

Sein Geschäft hat Norbert Hermanns in Oberstolberg erfolgreich unter Beweis gestellt. Die Ansiedlung von Kaufland wurde ebenso wie das Burg-Center von seiner Gesellschaft projektiert; am Kaiserplatz vermarktet sie das ehemalige Gymnasium und Amtsgericht.

Seit Anfang 2002 wurde das Ansiedlungsvorhaben am Euregiobahn-Haltepunkt Altstadt vorangetrieben. Im November 2007 begannen die Arbeiten an der Kaufland-Filiale, die im Oktober 2008 eröffnete. Wenige Wochen zuvor war mit dem Abriss der Altbau-Substanz die Realisierung des Burg-Centers eingeläutet worden.

Am 27.August 2009 öffnete das Einkaufszentrum mit rund 5600 Quadratmetern Verkaufsflächen und über 500 kostenfreien Parkplätzen seine Pforten. „Über 100 neue Arbeitsplätze in Stolberg sind geschaffen”, würdigte Bürgermeister Ferdi Gatzweiler bei der Eröffnung des Burg-Centers das Engagement von Norbert Hermanns.

Mehr von Aachener Zeitung