Stolberg-Zweifall: Inoffizielle Einweihung von „Huck“ mit Schützenfest

Stolberg-Zweifall: Inoffizielle Einweihung von „Huck“ mit Schützenfest

Die „Zwei“ hat wohl schon immer eine besondere Rolle gespielt in dem beschaulichen Ort am Tor der Eifel. Die Herkunft des Namens von „Two Falls“, wie die jüngere Generation mittlerweile schmunzelnd „denglisched“, hat auch mindestens zwei Erklärungen.

Eine besagt, dass der Ort am Zusammenfluss der zwei Bäche Vicht und Hassel liegt. Eine andere bezeiht sich auf den „Zweifel“ am Grenzverlauf zwischen dem Gebiet der Reichsabtei Kornelimünster und dem Herzogtum Jülich, wo eben in Zweifall am Zusammenfluss der beiden Bäche eine Eisenhütte betrieben wurde.

Natürlich zwei Kirchen — eine evangelische und eine katholische —, zwei Friedhöfe und zwei Schulen — eine frühere und eine genutzte — haben die Zweifaller. Und auch die neue Mitte des Dorfes wird weiterhin an zwei Stellen zu finden sein: im „Huck“ der Hellebendstraße sowie auf dem alten Schulhof an der Ecke von Jägerhaus- und Döllscheidter Straße.

Fortschritte deutlich erkennbar

Aber die Neugestaltung beider Plätze machen sichtbare Fortschritte, und falls es keine unerwarteten Probleme mehr geben sollte, wird das Gesamtprojekt zweifelsfrei bis Ende des Jahres abgeschlossen werden können. Vorreiter wird dabei der „Huck“ sein, dessen Fertigstellung absehbar ist. „In jedem Fall werden die Zweifaller St.-Sebastianusschützen ihr großes Fest dort feiern können“, verspricht Tobias Röhm. Und das Schützenfest der 194 Jahre alten Bruderschaft ist bekanntlich am zweiten August-Wochenende.

Das wird dann gleich zur „Probe aufs Exempel“, schmunzelt der Technische Beigeordnete, als er dieser Tage mit seinem Amtsleiter für Infrastruktur, Bernd Kistermann, die Baustelle inspizierte, mit Blick auf diese vorgezogene inoffizielle Einweihung der neuen Mitte Zweifalls — zumindest des einen Teils davon. Vor dem Kindergarten liegt bereits der neue Plattenbelag. Randsteine und Rinnen werden im „Huck“ gesetzt, dazwischen das neue Plaster verlegt. Das sieht schon einmal gut aus.

Es folgt die Zufahrt der Hellebend- zur Jägerhausstraße, wo die Arbeiten an dem kleinen Platz zwischen Metzgerei und dem einstigen Hauptquartier der 4. US-Infanteriedivision während der Schlacht im Hürtgenwald im Gange sind. Hier treffen öffentliche auf private Investitionen. Kopfsteinpflaster wird entlang der Hausfronten verlegt. Die Platzmitte erhält einen Betonsteinpflasterbelag. Ein Beet gegenüber der Kirche und Sitzbänke sollen zum Verweilen einladen.

Der Blick schräg gegenüber auf den alten Schulhof lässt schon einmal zwischen Baumaschinen, Gruben und Erdhügeln die zukünftigen Konturen erkennen. Während der Hasselbach durch vier dicke Stahlrohre geführt wird, sind die Ufermauern seines zukünftigen Bachbettes bereits betoniert, nachdem das Ufer im Frühjahr mit Rammkernbohrungen befestigt wurde.

Deutlich erkennbar ist vor der früheren Schule bereits die Ausbuchtung für die Sitzstufen, die nahe ans Wasser des dann teilweise freigelegten Hasselbachs heranführen. Zwei querende Rohre bilden das Grundgerüst für die zukünftige Medienbrücke, durch die die Leitungen der Versorgungsträger über den Bach geführt werden. Und in den kommenden Wochen soll aus Fertigteilen die Basis der Platzbrücke geliefert und montiert werden.

Sind Brücke und Platzbereiche einander angeglichen, kann die Baustelle ihre Seite wechseln. Während der Verkehr dann über den alten Schulhof geführt wird, kann die Brücke in der Döllscheidter Straße abgerissen und erneuert werden. Beide Brücken waren so instabil, dass bereits vor Jahren die erlaubte Belastung auf 2,5 Tonnen reduziert worden war. Mit dem Neubau sollen die Bauwerke dann die „normalen 60 Tonnen“ problemlos aushalten können. Damit hat dann auch wieder die Feuerwehr mit schweren Einsatzfahrzeugen problemlos freie Fahrt über die Döllscheidter Straße, wenn es denn einmal erforderlich werden sollte.

Doch noch liegen vor den Beschäftigten der beauftragten Unternehmen arbeitsreiche Wochen, bis der Platz komplett hergerichtet, Parkplätze angelegt, Bänke und Infotafeln aufgestellt und Beete bepflanzt sind. Aber noch vor dem Jahresende soll alles fertig sein. Alles in allem kostet die neue Ortsmitte rund 2,8 Millionen Euro, allein 1,2 Millionen Euro davon die beiden Brücken. Mit 429.408 Euro steuert die EU 45 Prozent zur Gestaltung des Umfeldes aus Agrarmitteln bei. Weitere Zuschüsse soll es gemäß der Wasserrahmenrichtlinie zur Offenlegung des Hasselbaches geben.

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