Industriehistorischer Lehrpfad in Mausbach Thema im Ausschuss

Industriehistorischer Lehrpfad : Werden Mittel für den industriehistorischen Lehrpfad bereitgestellt?

Wird es bald schon einen industriehistorischen Lehrpfad in Mausbach und Werth geben? Mit dem aktuellen Sachstand zu diesem Thema befasst sich am Mittwoch der Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Tourismus (ASKST).

Dieser entscheidet zudem, ob für das Haushaltsjahr 2020 Mittel in Höhe von 25.000 Euro für das Projekt bereitsgestellt werden sollen.

Zum Hintergrund: Bereits Ende Februar 2018 war der industirehistorische Lehrpfad – ein Antrag der FDP-Fraktion – Thema im Haupt- und Finanzausschuss. Damals wurde entschieden, dass dieser zur weiteren Bearbeitung an die Verwaltung gehen sollte.

Der Ideengeber Jens Mieckley strebte in der Umsetzung, in Bezug auf die Einheitlichkeit der auszustellenden Beschilderung eine Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Geschichte Mausbach, bei dem ein ähnliches Projekt ausgeführt wird, an. Der industriehistorische Lehrpfad sei jedoch nicht Gegenstand der Planungen des Arbeitskreises Geschichte Mausbach. Dieser entwickle in und um Mausbach parallel drei Lehrpfade zu den Themen Dorfgeschichte, Industrie- und Gebäudehistorie sowie Kleindenkmäler, ist den Ausschussunterlagen zu entnehmen.

Teilabschnitte der Rundwege seien im Bestand bereits vorhanden oder wurden 2009 durch Mittel der Dorfentwicklungsförderung umgesetzt. In einem nächsten Schritt sollen diese Wege durch den weiteren Ausbau bestehender Wege und durch die Anlage neuer Wege zu Rundwegen ergänzt werden. Wegweiser entlang der Routen, Bänke, Hundekotbeutelspender sowie Infotafeln zur Dorfhistorie und ein teilweiser barrierefreier Ausbau sollen die Nutzung der drei Rundwege für möglichst unterschiedliche Zielgruppen ermöglichen.

Dorfentwicklungsförderung

Für den angestrebten Ausbau sollen Mittel der Dorfentwicklungsförderung beantragt werden. Der vorgesehene Panoramarundweg des Arbeitskreises Mausbach hat übrigens im Bereich des Froschschachtes einen Berührungspunkt mit dem geplanten industriehistorischen Lehrpfad von Jens Mieckley.

Ende November fand eine zweite Begehung des geplanten Pfads statt. Dabei wurden durch Jens Mieckley und die Verwaltung Routenführungen, die inhaltlichen Themen der gewünschten Infopunkte und die Erfordernisse zur Umsetzung besprochen.

Das Ergebnis: Von den insgesamt acht vorgesehenen Stationen mit zehn Informationstafeln weisen lediglich drei Stationen noch erkennbare Überreste der Industriehistorie auf. Diese seien teilweise jedoch stark zugewachsen und lägen abseits der Wegführung. An den fünf weiteren geplanten Infopunkten erkenne man derzeit wenig bis gar keine Überreste der Industriehistorie auf. Entsprechende Bilder und Informationen zur Industriehistorie am jeweiligen Standort sollen auf Infoschildern beispielgebend und repräsentativ dargestellt werden.

Rund 80 Prozent der Wegführung des beabsichtigten Lehrpfades verläuft auf bereits angelegten Wegen. Ein Wegabschnitt von rund 50 Metern Länge könnte mit Unterstützung des Technischen Betriebsamtes kontrolliert und regelmäßig freigeschnitten werden. Am siebten Infopunkt sollte ein begehbarer Pfad (rund 50 Meter) angelegt werden. Im Bereichs des Streinbruchs Vygen wäre die Anlegung eines Weges auf rund 800 Metern notwendig. Alternativ könnte allerdings auch die Wegführung weitläufig rechts am Steinbruch vorbeiführen, dieser Umstand verlängert die Route um 1,5 Kilometer und bietet keine weiteren Anhaltspunkte zur Industriegeschichte Stolbergs.

Viele Fragen noch offen

Doch es gibt einige Fragen, die noch geklärt werden müssen. Denn: Einige Flächen des industriehistorischen Lehrpfads befinden sich in Privatbesitz. Zur Umsetzung des geplanten Lehrpfads müssten entsprechende Genehmigungen der Grundstückseigentümer eingeholt werden. Und damit nicht genug. Weitere Teile des Pfads liegen im Natruschutzgebiet. So müssen auch die entsprechenden Genehmigungen beim Umweltamt der Städteregion eingeholt werden. Eine erste Anfrage erbag, dass nur vorhandene öffentliche Wege genutzt werden sollten.

Die Ausweitung auf private Flächen beziehungsweise die Neuanlage von Wegen wird von Seiten des Umweltamtes für problematisch und nicht genehmigungsfähig eingestuft. Als Gründe dafür werden unter anderem Versicherungsschutz, Unfallgefahr im Steinbruch, Naturschutz und Artenschutz angeführt. Da ein kleiner Teil der Wegführung zudem auf dem Stadtgebiet der Stadt Eschweiler verläuft, ist auch an dieser Stelle eine entsprechende Genehmigung einzuholen.

Und wie soll es nun weitergehen? Falls die weitere Begleitung des Projekts durch den Ausschuss beschlossen werden sollte, würde das Fachamt konkrete Angebote für die Anfertigung und Aufstellung der Beschilderung des lehrpfads anfragen. Der Freischnitt der Wege würde mit Unterstützung des Technischen Betriebsamts oder des Forstamts erfolgen. Mit einer Umsetzung des Projekt sei, laut Verwaltung, erst im kommenden Jahr zu rechnen.

(se)
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