In Stolberg startet die Tagespflege am Haus des Guten Samaritan

Haus des Guten Samaritan : Neue Tagespflege in Stolberg gestartet

Am Heim des guten Samaritan in Stolberg hat in dieser Woche die neue Tagespflege geöffnet. Senioren erhalten hier für mehrere Stunden eine Abwechslung vom einsamen Alltag zu Hause. Aber auch die Angehörigen profitieren davon.

Wenn die 94 Jahre alt Ruth Winkler von ihrem neuen zu Hause im Heim des Guten Samaritan spricht, leuchten ihre Augen: „Mir macht es hier Spaß, es ist abwechslungsreich und ich bin nicht alleine. Außerdem schmeckt das Essen und der Kaffe“, sagt sie und lacht. Die Ansicht von Ruth Winkler ist keine Selbstverständlichkeit, denn der Weg weg aus der gewohnten Umgebung, fällt vielen schwer.

In dieser Woche startet am Heim des Guten Samaritan die „Brücke“ zwischen dem Zuhausebleiben und dem vollstationären Aufenthalt: die Tagespflege. Sie richtet sich an pflegebedürftige Menschen, die zu Hause von ihrer Familie oder einem ambulanten Pflegedienst versorgt werden und den Tag, ab 8 Uhr bis 16 Uhr, in der Einrichtung verbringen wollen. „Viele sind oft alleine zu Hause. Hier finden sie Abwechslung, Gleichgesinnte und wir können ihnen eine gute Tagesstruktur geben“, sagt Susanne Kaußen, Leiterin der neuen Tagespflege am Heim.

Ruth Winkler ist eigentlich keine Kandidatin für die Tagespflege. Sie wohnt im Heim, das sich im gleichem Gebäudekomplex des Samaritanerheims befindet. Aber sie ist eine von mehreren Seniorinnen, die den Testlauf und die Übergangsphase für die Tagespflege mitmachen, bevor diese voll ausgelastet ist. „Mir macht hier vor allem die Abwechslung im Haus Spaß. Das Angebot ist wirklich toll“, sagt die 94-Jährige.

Zwölf Plätze stehen in der Tagespflege zur Verfügung, rund ein Drittel ist bereits vergeben beziehungsweise vorgemerkt. „Wir wollen nach und nach wachsen“, sagt Geschäftsführer Dirk Renerken. Mit Leiterin Kaußen ist auch Krankenschwester Ramona Mazuru als Pflegekraft fest im Team. Weitere Betreuer und eine Haushaltshilfe werden für die Zukunft eingeplant.

Ruth Winkler (mitte) ist beim Testlauf für die Tagespflege dabei und ist sehr zufrieden mit der Arbeit von Susanne Kaußen (links) und Ramona Mazuru. Foto: zva/Anne Schröder

Schätzungsweise auf rund 180 Quadratmetern sind die Senioren auf der barrierefreien Einrichtung im Erdgeschoss gut versorgt. Der Tisch im großen Gemeinschaftsraum bietet für alle genug Platz zum Essen, das jeden Tag frisch und aus der eigenen Küche zubereitet wird. Mehrere Sessel und Sofas werden dann für die gemütlicheren Programmpunkte genutzt, die jeden Tag variieren. Wer einmal keine Lust auf Gesellschaft hat oder seine Ruhe braucht, kann sich in ein ruhigeres hinteres Zimmer zurückziehen, wo Sessel bereitstehen, die auch zu einem Bett umfunktioniert werden können. Im Therapieraum können unter anderem Gymnastikübungen gemacht werden oder er kann für andere Veranstaltungen in der Tagespflege umfunktioniert werden.

Das Programm, so sagen die Betreuerinnen, wird für jeden Tag neu angepasst. Zunächst steht am Morgen der Blick in die Zeitung an, um darüber zu sprechen, was am Tag und in der Region passiert ist. Bis zum Mittagessen gibt es verschiedene Angebote, die von allen mitbestimmt werden können und sollen. „Entweder machen wir Gymnastik, singen, machen Rätsel, Gedächtnistraining oder backen. Das, worauf die meisten Lust haben“, sagt Leiterin Kaußen. Ordens

Das Motto der Tagespflege hängt im Flur. Foto: zva/Anne Schröder

Ordensschwester Sekunda von der Ordensgemeinschaft der Christenserinnen, Träger des Samaritanerheims, weiß, wie wichtig die Fürsorge der alten Menschen ist. „Es tut ihnen gut, wenn sie sich aussprechen können“, sagt Schwester Sekunda, die sich mit den anderen Schwestern insbesondere um das Seelenheil der Bewohner kümmert. „Aber auch für die Angehörigen ist es wichtig, entlastet zu werden.“ Dem pflichtet Leiterin Kaußen bei: „Für Angehörige ist es wichtig zu wissen, dass ihre Liebsten für mehrere Stunden gut aufgehoben sind. So können sie wieder Kraft schöpfen und den Kopf frei bekommen. Es ist für uns ein großer Vertrauensbeweis, wenn wir uns um die Älteren kümmern dürfen.“

Ein Fahrdienst holt die Tagesbesucher von zu Hause ab und bringt sie wieder zurück. Die Kosten hierfür sowie für die Tagespflege werden von der Pflegeversicherung übernommen.

Mit dem Umzug des Samaritanerheims Anfang des Jahres konnte somit auch die erste Tagespflegeeinrichtung aufgebaut werden, worüber sich Geschäftsführer Renerken sehr freut. „Wir sind immer noch am Kistenauspacken und besonders in der Anfangsphase muss sich vieles noch einspielen. Bis Ende des Jahres sind wir aber mit allem durch“, sagt Renerken. Bis dahin ist in der Tagespflege mit Sicherheit auch der Alltag eingezogen, der vor allem mit viel Abwechslung, Freude und Spielen gespickt sein wird.

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