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Stolberg/Eschweiler: In Hastenrath will CDU aufs Tempo drücken

Stolberg/Eschweiler : In Hastenrath will CDU aufs Tempo drücken

Nicht nur die Blechlawine rollt Tag für Tag durch Hastenrath. Auch die Diskussion über die drei möglichen Ortsumgehungen für den arg gebeutelten Stadtteil soll weiter angeschoben werden. So wünscht es zumindest die CDU.

Beim politischen Gegner SPD und Bürgermeister Rudi Bertram sehen Eschweilers Christdemokraten derweil nicht den unbedingten Willen, das Thema ganz oben auf die Agenda zu setzen.

„Die vorliegenden Ergebnisse werden einfach nicht ausreichend aufgegriffen”, kritisiert Ratsherr Wolfram Stolz. Wahlkreiskandidat Tobias Schmitz geht noch einen Schritt weiter: „Seit eineinhalb Jahren verhält sich Bürgermeister Bertram äußerst ruhig, im Wahlkampf greift er dann die populäre Lösung auf.”

Pläne in der Schublade

Und die heißt Variante 3 und ist die teuerste und am weitesten um Hastenrath herum führende Trasse. Zwar möchte auch die CDU nichts entscheiden, ohne den Willen der Bürger zu berücksichtigen, allerdings gebe es konkreten Handlungsbedarf, damit die bisher unendliche Geschichte „Ortsumgehung” vielleicht doch noch in absehbarer Zukunft zu einem versöhnlichen Ende führt.

Alle Interessen unter einen Hut zu bringen, das weiß auch die CDU, ist kaum möglich. Trotzdem: „Eine Entscheidung ohne Bürgerbeteiligung ist für uns nicht denkbar”, plädieren Schmitz und Stolz dafür, weitere Untersuchungen des Landesbetriebs Straßenbau zu beantragen. So gehören ihrer Meinung nach konkrete Zahlen auf den Tisch, wie Lärmschutzmaßnahmen insbesondere bei der Variante 1 die Belastung für die Anwohner verringert.

Auch beim möglicherweise neu entstehenden Knotenpunkt an der Eifelstraße fehlen genaue Pläne zur Umsetzung. „Hier wird mangels Informationen viel spekuliert”, klagt CDU-Bürgermeisterkandidat Dr. Christoph Herzog. Zwar habe man auch nicht die Patentlösung in der Hand, aber nur mit genaueren Plänen und Auswertungen der drei möglichen Ortsumgehungs-Trassen könne man zu einer vernünftigen Entscheidung kommen. Genauso sieht es Wolfram Stolz: „Wir müssen jetzt alle Lösungsmöglichkeiten dezidiert prüfen lassen!” Dass Verwaltungschef Rudi Bertram und die SPD dazu gewillt sind, bezweifeln die Christdemokraten.

„Seit dem 22.Januar 2008 liegen dem Bürgermeister die bisherigen Untersuchungen des Landesbetriebs bereits vor. Doch nachweislich blieben sie bei Bertram und SPD-Fraktionschef Leo Gehlen in der Schublade”, bewertet Tobias Schmitz die nun von Bertram getätigte Äußerung, man setze sich für die weiträumige Ortsumgehung ein, als populäres Wahlkampfversprechen.

„Wir brauchen kein Bauchgefühl, vielmehr sind schlagende Argumente notwendig”, bleibt auch Wolfram Stolz skeptisch. Zweifel hegt die CDU an dem von Bertram angekündigten „Ratsbeschluss in Kürze”. Auch sei es falsch, mit einem Ablenkungsmanöver die Verantwortung für die Ortsumgehung auf den Nachbarn Stolberg abzuschieben. Die Kupferstadt denkt über Straßenvarianten nach, um die Orte Mausbach und Gressenich vom Schwerlastverkehr zu entlasten.

In Hastenrath quetschen sich derzeit 10000 Fahrzeuge pro Tag durch die Quellstraße. Tendenz steigend. Es besteht also dringend Handlungsbedarf. „Und das eigentlich schon seit 40 Jahren”, weist Schmitz darauf hin, wie lange bereits über die Ortsumgehung Hastenrath diskutiert wird.

Nun aber steht das Projekt ganz oben auf der Prioritätenliste des Landes. „Abwarten bringt nichts”, drückt Stolz aufs Tempo. „Wir kennen die Problemzonen und dafür muss es Lösungen geben.” Ob das am Ende die von den Bürgern favorisierte weite und teuerste Variante entlang des Bovenberger Waldes oder die vom Landesbetrieb präferierte effektivste und kostengünstigste Trasse zwischen Stadtwald und Hastenrath bedeutet, steht weiterhin in den Sternen. Und das ist laut CDU das Schlimmste an der Sache. Wolfram Stolz: „Wir streiten uns momentan um des Kaisers Bart!”