Stolberg-Venwegen: Immer wieder Unfälle in der leichten Rechtskurve am „Birkenhof“

Stolberg-Venwegen: Immer wieder Unfälle in der leichten Rechtskurve am „Birkenhof“

Es ist das zweite Mal innerhalb einer Woche. Auf der Landesstraße 12 zwischen Venwegen und Mulartshütte kommt kurz hinter dem Restaurant „Birkenhof“ in einer Rechtskurve ein Auto von der Fahrbahn ab und landet im Graben.

Am Donnerstag gegen 20.25 Uhr ist es eine 57-jährige Autofahrerin aus Mulartshütte, die dabei so schwer verletzt wurde, dass sie zur stationären Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. „Aus noch unbekannten Gründen“ war sie nach Polizeiangaben auf regennasser und leicht verschmutzter Straße von der Fahrbahn abgekommen.

Die erste Meldung, die 57-Jährige sei im Fahrzeug eingeklemmt, sollte sich nicht bestätigen. Gleichwohl musste die Feuerwehr sie patientenschonend aus dem Auto bergen. Aufgrund der Alarmierung und Kenntnis der Örtlichkeit rückte die Stolberger Feuerwehr jedenfalls gleich mit Kräften der Hauptwache und den Löschgruppen Dorff, Breinig, Venwegen und Zweifall sowie Rettungswagen und Notarzt an.

Diese Einheiten waren auch nebst Kräften aus der Gemeinde Roetgen am Freitag vergangener Woche vor Ort, als gegen 6.10 Uhr eine 41-jährige Aachenerin mit ihrem Auto verunglückte. Auch sie musste patientenschonend geborgen und nach Erstbehandlung vor Ort schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden. Auch sie war in besagter Kurve von der Fahrbahn abgekommen.

Die Rechtskurve hinter dem Venwegener „Birkenhof“ ist ortskundigen Verkehrsteilnehmern ein Begriff. Sie lassen besondere Vorsicht an dieser Stelle der L 12 walten, die ansonsten gut zu befahren ist. Unfälle an dieser Stelle häufen sich, sind aber offenkundig nicht häufig und schwer genug, damit die Kurve offiziell als Unfallhäufungspunkt von den Behörden anerkannt wird.

Unfälle seit 2015

Für dieses Jahr registriert hat die Polizei bislang nur diese beiden Unfälle. Im vergangenen Jahr war es einer. 2015 gab es in der Rechtskurve hinter dem „Birkenhof“ zwei Unfälle mit Personenschaden. Aber 2016 waren es immerhin insgesamt fünf Unfälle auf der Mulartshütter Straße. Mindestens zwei in dieser Kurve, mindestens einer in einer anderen Kurve — so die Polizei Anfang August 2016, als es dort innerhalb kurzer Zeit zwei Mal schwer gekracht hatte.

Eine Unfallstelle wird dann ein Fall für die Unfallkommission, wenn an dieser Örtlichkeit mindestens drei Unfälle der Kategorie 1 — 4 (mit Personen- oder schwerem Sachschaden) passiert sind und die Unfälle alle den gleichen Unfalltyp (es gibt sieben verschiedene Typen, z. B. Auffahren, falsches Verhalten beim Abbiegen, Überholen, …) haben. Grundsätzlich bewerte die Unfallkommission mit Vertretern von Polizei, Kommunen und zuständigen Straßenbaulastträgern aber immer nur die Unfälle des letzten Jahres.

Bislang hat sich die Unfallkommission jedenfalls nicht mit besagter Rechtskurve befasst. Die Städteregion verweist auf den Landesbetrieb als zuständigen Straßenbaulastträger. Der kann keine Mängel an seiner Landestraße erkennen, und auch die erforderliche Griffigkeit der Fahrbahn sei gegeben, so soll das jedenfalls im Verkehrsausschuss in Aachen thematisiert worden sein. Arnd Meyer, Projektleiter beim Landesbetrieb, bestätigte gegenüber unserer Zeitung jedenfalls regelmäßige Kontrollen der Griffigkeit, und im Rhythmus weniger Tage werde die Fahrbahn auf ihren Zustand durch die Straßenmeisterei kontrolliert. Handlungsbedarf in Form von baulichen Maßnahmen sei jedenfalls nicht erkennbar.

Und dennoch heben über viele Jahre hinweg bei gewissen Konditionen immer wieder Autos in dieser leichten Rechtskurve ab, deren Gefahr schnell unterschätzt wird.

Je nach Geschwindigkeit und Zustand ist auch die Aachener Straße (L 220) im Gedautal eine gefährliche Kurve. Mehrere Stunden ab etwa 19.50 Uhr beschäftigte eine etwa 300 Meter lange Ölspur die Kräfte der Feuerwache. Zusätzlich war es in diesem Bereich zu einem Unfall gekommen, bei dem eine junge Fahrerin mit dem Auto gegen die Leitplanke geprallt war. Die Ölspur wurde mit Bindemittel abgestreut und anschließend von einer Kehrmaschine eines Spezialunternehmens gereinigt. Die Aachener Straße war bis etwa 22.45 Uhr gesperrt.

Mehr von Aachener Zeitung