Immer mehr neue Technik beim Betriebsamt

Rund 0,8 Millionen Euro : Immer mehr neue Technik beim Betriebsamt

Beschaffungen im Wert von 800.000 Euro innerhalb von drei Monaten im Rahmen des eingeplanten Budgets stehen innerhalb von drei Monaten zu Vergabe an.

Ein wenig an das Gleichnis der wundersamen Vermehrung von Brot und Fisch aus der Bibel erinnert fühlt man sich schon, wenn man die Beschaffungen von Equipment für das Technische Betriebsamt (TBA) verfolgt. TBA-Chef Georg Paulus scheint die himmlische Rückendeckung der großen Koalition jedenfalls gewiss zu sein. Beschaffungen im Wert von rund 800.000 Euro kann der Vergabeausschuss alleine in den Sitzungen von September bis November befinden.

Dabei bewegt sich der TBA-Leiter ausdrücklich im Rahmen der bereitgestellten Finanzmittel. Damit werden überwiegend alte Fahrzeuge seiner mehr als 50 Fahrzeuge umfassenden Flotte ersetzt, aber den „TBW-Jüngern“ auch neue Möglichkeiten eröffnet.

Beispielsweise im Straßenbau. Nachdem 2016 eine heizbare Asphalttherme beschafft worden war, folgte im vergangenen Jahr eine Asphaltfräse. Nun steht die Beschaffung einer weiteren heizbaren Therme für den Transport von heißem Asphalt für rund 42.000 Euro an.

Das verstärkte Engagement bei Straßenreparaturen nährt einen weiteren Wunsch: Speziell für die Abteilungen Bauhof und Grünflächen wünscht sich das TBA einen Radlader. Bei Bedarf werden bislang solche Geräte bei Baumaschinenvermietern tage- oder wochenweise angemietet. Das erweise sich aber terminlich als schwierig, wenn die Straßenfräse zum Einsatz komme. Der Witterung wegen. Denn nicht immer stehe ein Radlader zur Verfügung, wenn Asphalt repariert werden solle.

Deshalb möchte das TBA einen allradgetriebenen Radlader sein Eigen nennen. Der soll dann aber auch in allen drei Abteilungen genutzt werden dürfen. Um optimal eingesetzt werden zu können, soll das Gerät sowohl mit einer Standardschaufel, einer 4-in-1-Schaufel sowie einer Ladegabel versehen werden. Die Kosten für die Beschaffung sind mit 115.000 Euro kalkuliert.

Ein „italienisches Angebot“

Ebenfalls benötigt werde speziell für die beiden Abteilungen Bauhof und Grünflächen ein neuer, kurzer und wendiger Lkw als Dreiseitenkipper mit einer Nutzlast von 4000 Kilogramm. Der soll zudem über einen Ladekran verfügen, damit nicht noch zusätzlich ein Bagger benötigt wird. Weil der mit rund 140.000 Euro kalkulierte Lkw nicht im Winterdienst als Räum- und Streufahrzeug eingesetzt werden soll, sei ein Allradantrieb entbehrlich.

Vergleichbares gilt für einen Traktor mittlerer Größe. Die Spur des gewünschten Modells ist zu breit, um im Winterdienst eingesetzt werden zu können. Eingesetzt werden soll das neue Gerät vornehmlich auf den 16 Friedhöfen als Geräteträger für Vorbaubesen, Wildkrautbürste, Mulcher, Bodenfräse und Wegeschuffelgerät. Zudem eigne sich das rund 60.000 Euro teure Gerät für die Bewässerung von Pflanzkübeln. Ursprünglich war die Beschaffung eines Pritschenwagens und eines Anhängers geplant, aber der Traktor wird als wichtiges Werkzeug für die Pflege der Friedhöfe als nötiger erachtet.

Bereits im September hatte der Vergabeausschuss für rund 40.000 Euro einen Auslegerarm mit Mulchkopf beschafft, der an einem der beiden noch jungen und multifunktional einsetzbaren Ladog montiert werden kann. In der Sitzung wurde zudem eine neue elektrische Kleinkehrmaschine im Wert von rund 226.000 Euro bestellt, die Gehwege, schmale Wege in Parks und auf Friedhöfen sauber halten soll.

Geradezu als ein italienisches Angebot, das man nicht ablehnen kann, erscheint die Beschaffung von weiteren fünf Kleintraktoren mit Räumschild und Streuer. Diese Gebrauchtfahrzeuge hatte das TBA zuvor in der Saison regelmäßig bei einem Essener Unternehmen angemietet, um den Winterdienst auf öffentlichen Gehwegen und Plätzen gewährleisten zu können. Das Unternehmen löst jedoch seinen Mietpark für Traktoren auf. Allerdings bietet es die fünf Geräte mit dem Baujahr 2014 der Stadt zum Kauf an. Sie haben einen „vergleichsweise guten Zustand mit einer sicheren Lebenserwartung von mindestens vier Jahren“, attestiert der Technische Beigeordnete. Die bisher angemieteten Traktoren sollen nunmehr gekauft werden, weil dies wirtschaftlicher erscheine, als bei anderen Unternehmen zu vergleichbaren Preisen solche Geräte anzumieten. Immerhin liegt der Kaufpreis pro Traktor inklusive Mehrwertsteuer mit 7430 Euro unter den Mietkosten einer Wintersaison, die bei 8900 Euro rangieren. „Die Miete für fünf Traktoren wäre somit 7500 Euro teurer als der nun angebotene Kauf“, summiert Röhm. Auch für dieses Angebot mit einem Volumen von knapp 38.000 Euro stehen noch ausreichend Haushaltsmittel bereit.

Konsequent weiter fort setzt das TBA – entsprechend den Empfehlungen aus dem DKC-Gutachten aus dem Jahre 2013 – seine Politik, Abrollcontainer für Lkw anzuschaffen. Sie bieten den Vorteil, dass ein vorhandenes Fahrgestell je nach Anforderung mit wechselnden Containern für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden kann. In diesem Fall ist es ein weiterer Winterstreuer als Abrollcontainer, der ein veraltetes und verschlissenes Gerät ersetzen soll. Mit rund 48.000 Euro ist die Beschaffung kalkuliert.

Das vierte E-Auto in diesem Jahr

Ganz auf aktueller politischer Linie klimagerechter Mobilität ist das TBA mit dem Ankauf eines Streetscooter. Er ist der erste „Lkw“, aber insgesamt bereits das vierte Elektrofahrzeug, das die Stadt in diesem Jahr für ihren Fuhrpark ordert. Bereits im Frühjahr wurde ein Renault Kangoo für den Hausmeister-Pool des Hochbauamtes sowie zwei e.Go Life für allgemeine Dienstfahrten in Auftrag gegeben.

Der in Aachen entwickelte Elektro-Pickup im Wert von rund 51.000 Euro soll nun das konventionelle Fahrzeug mit dem Baujahr 2002 ersetzen, das der Markierer des TBA nutzt, der im Stadtgebiet die Farbmarkierungen auf den Straßen vornimmt. Mit ein paar Eimern Farbe, Pinseln und weiterem Arbeitsgerät ist die Zuladung nicht allzu schwer.

Allerdings sind die Eigenschaften des Elektromobils noch nicht so weit fortgeschritten, als dass es für weitere Neubeschaffungen in Frage kommen könnte. Beim Kanalbetriebshof soll ein Pritschenwagen mit Doppelkabine, Anhängerkupplung und hoher Zuladung ersetzt werden. „Derzeit sind noch keine Elektrofahrzeuge mit diesen Merkmalen auf dem Markt erhältlich“, konstatiert der Technische Beigeordnete Tobias Röhm. In der Konsequenz fällt die Wahl auf ein konventionelles Fahrzeug, dessen Kosten auf rund 42.000 Euro geschätzt werden.

(-jül-)