Stolberg: Im Süden Urlaub von der Krise

Stolberg : Im Süden Urlaub von der Krise

Wohin verreisen die Stolberger in diesem Jahr am liebsten? Oder ist das Reisen aufgrund der Krise zu einem seltenenen Vergnügen geworden? „Spanien, vor allem Mallorca, bleiben das beliebteste Reiseziel”, sind sich die Mitarbeiter der örtlichen Reisebüros einig.

„An zweiter Stelle stehen bei uns die griechischen Inseln, wie Kreta und Rhodos”, berichtet Sabrina Lehnen aus dem Touristik-Center in Breinig.

Auch Italien hoch im Kurs

„Auch die Türkei und Italien stehen bei den Urlaubern hoch im Kurs”, so Sabrina Schiffers von der Reisewelt Hubo. „Im Vergleich zu den letzten Jahren sind Bulgarien und Rumänien nicht mehr so gefragt,” hat Sabrina Lehnen ebenso wie Katharina Piel vom Reisebüro auf der Salmstraße festgestellt.

Lehnen erklärt sich den Rückgang durch die negative Berichterstattung über die Länder: „Ich will dieses Negativbild nicht bestätigen, auch hier kann man weiterhin gut Urlaub machen.”

Urlaubsziele innerhalb Deutschlands seien indes weniger gefragt, meint Sabrina Schiffers. Und auch die Nachfrage nach exklusiven Reisen wie Kreuzfahrten sei gesunken. Anders in Breinig: Dort sind Kreuzfahrten derzeit gefragt, berichtet Lehnen. Sie gibt aber zu, dass dieses Phänomen wohl auf die größtenteils gute wirtschaftliche Situierung der Breiniger zurückzuführen sei.

Die Buchung hängt natürlich immer von der Zielgruppe der Reisekunden ab: Vom sparsamen Urlauber profitieren vor allem Reiseländer wie die Türkei und Spanien mit günstigen Club-Urlauben „all inclusive”. Interessant: Bei den jungen Reisenden hat Sabrina Lehnen eine Entwicklung vom reinen Party-Urlaub hin zu dem Wunsch nach Kultur und Abenteuer beobachtet: „Bei Jugendlichen sind Individualreisen immer beliebter.”

Die Sommerferien sind nach wie vor die Hauptreisezeit des Jahres. Überwiegend Familien mit Kindern nehmen den Service der Reisebüros wahr, um den Urlaub zu planen. Viele Stolberger Bürger entscheiden sich in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit eher kurzentschlossen für eine Urlaubsreise.

Dabei steht oft das Preis-Leistungsverhältnis vor dem Wunschziel. „Vor allem Familien mit Kindern kommen dieser Tage ins Reisebüro, weil sie hoffen, dass die Kosten für den Urlaub zur Hauptreisezeit noch kurzfristig sinken,” so Katharina Piel.

Einen Rückgang der Buchungen beklagen die örtlichen Reisebüros nur vereinzelt. Viele Urlauber nutzen eigenständig das Internet, um günstig Flüge und Hotels zu finden. „Vor allem Jugendliche informieren sich online über Angebote”, bemerkt Sabrina Lehnen.

Auch beeinflusst die Finanzkrise das Geschäft mit dem Urlaub negativ. „Das Geld sitzt eben nicht mehr so locker, das spüren auch wir”, bedauert Katharina Piel. „Bei uns war die Krise eher im Frühjahr spürbar”, erzählt Sabrina Lehnen: „Viele haben abgewartet, ob sie ihren Arbeitsplatz behalten können und sich dann ab Ende Mai für eine Reise entschieden, um trotz Krise mal abzuschalten.”

Die Branche hat bereits auf die Lage reagiert. So wird eine Reiserücktritt-Versicherung mit Kurzarbeit-Klausel angeboten: Wer drei Monate oder länger in Kurzarbeit beschäftigt ist, kann von der gebuchten Reise zurücktreten.

Für Kurzentschlossene

Alle, die noch keine Reise für die Ferienzeit gebucht haben, müssen deshalb nicht verzweifeln. In allen örtlichen Reisebüros gibt es noch Angebote, allerdings rät Lehnen allen Kurzentschlossenen: „Man sollte ein wenig flexibel sein, was Reiseziel, Datum und Flughafen angeht.”