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Stolberg-Vicht: Ihre Philosophie: Alles ist heilig

Stolberg-Vicht : Ihre Philosophie: Alles ist heilig

Holz, Eiche und Akazie, ist das Material, aus dem Jems Robert Koko Bi, seine eindrucksvollen Skulpturen arbeitet.

Im Europäischen Kunsthof Vicht stellt der Künstler, der aus Sinfra/Elfenbeinküste stammt, seit Samstag gemeinsam mit der chinesischen Malerin Aki Yakamoto aus.

Mit Kettensägen bearbeitet der Bildhauer die extrem harten Holzarten. Anschließend wird das Holz zum Teil geflämmt, so dass starke Farbkontraste zu Tage treten. Im Mittelpunkt seiner Werke steht der Mensch. Intensiv setzt sich der Künstler mit Sklaverei und Unterdrückung auseinander.

Naturprodukt Mensch

Seine Philosophie: Koko Bi sieht den Menschen als ein Naturprodukt, das aus dem Baum herauswächst, sich wie aus einem Kokon herausschält. Ein besonderes Anliegen ist dem Künstler die Erinnerung an die Geschichte. Seine Skulpturen thematisieren häufig Gefangenschaft, Sklaverei, Unterdrückung und Flucht.

Dabei behält der Künstler stets die aktuelle politische Entwicklung im Auge. Seine Skulpturen-Gruppe „La longue Marche” (Der lange Weg) setzt sich mit der Flüchtlingsproblematik in seiner Heimat auseinander, die 90köpfige Figurengruppe „Die Kinder von Goree” thematisiert die Verschiffung von Sklaven von Gorée nach Amerika.

Zen-Buddhismus

Aki Yakamoto arbeitet in Mischtechnik. Zu den Materialien, die sie verwendet, gehören Acryl- und Ölfarben, Leim, Lehm, Tücher und verschiedene Fundstücke, die sie in ihre Werke integriert. So entstehen Bildobjekte, die durch eine außergewöhnliche Plastizität beeindrucken. Die Künstlerin, die sich für religiösen Themen interessiert, zieht ihre Kraft zum Arbeiten aus dem Zen-Buddhismus als Philosophie. In ihre in oft hellen Erdtönen gehaltenen Arbeiten bringt Aki Yakamoto asiatische Schriftzeichen sowie den Gegensatz von Ying und Yang ein.

Dabei kann den Schriftzeichen keine direkte Bedeutung beigemessen werden. Besonders häufig setzt sich die Künstlerin mit der Sonne als Energiequelle, durch die alles Leben gelingen kann, auseinander. Zur Philosophie der Künstlerin gehört es, alle Dinge als heilig zu betrachten und nichts wegzuwerfen. So verarbeitet die Künstlerin in ihren Bildern erstaunliche und zunächst wertlos scheinende Fundstücke.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung im Europäischen Kunsthof Vicht an der Eifelstraße ist noch bis Weihnachten zu sehen. Öffnungszeiten sind donnerstags bis sonntags von 12 bis 19 Uhr.